Warum ich die Snooze-Taste meines Weckers liebe

"Bloß keine Zeit verschwenden" ist das Motto der heutigen Zeit. BRIGITTE-Redakteurin Angelika protestiert gegen diesen Zeitoptimierungswahn - mit der Snooze-Taste ihres Weckers.

Ich muss morgens um halb 9 aus dem Haus. Mein Wecker weckt mich allerdings schon um 7. Ich könnte locker noch länger schlafen, aber dann hätte ich keine Zeit mehr für meine liebste Morgenbeschäftigung: das Snoozen.

Ich drücke auf die Snooze-Taste meines Weckers, nehme mein Kissen ganz fest in den Arm und dämmere noch ein bisschen vor mich hin. Na klar, ich könnte jetzt Wäsche zusammenlegen, die Spülmaschine ausräumen oder fix runter in den Supermarkt rennen. Aber ich kann auch einfach liegen bleiben, ohne was zu verpassen. Eine kleine Freiheit in meinem sonst ziemlich durchgetakteten Leben.

Dieses Getränk ist die beste Alternative für Medikamente

Früher war ich übrigens beim ersten Klingeln sofort bereit, in den Tag zu starten. Bis ich eine längere Beziehung mit einem "Snoozer" hatte: Der hat mich bekehrt. Und auch wenn der Snoozer und ich schon seit etlichen Jahren nicht mehr Wecker, Bett und Leben miteinander teilen, bin ich der Snooze-Taste treu geblieben.

Ich snooze nicht jeden Morgen; manchmal stehe ich gleich nach dem ersten Klingeln auf. Manchmal drücke ich Snooze, stehe aber auf, bevor der Wecker ein zweites Mal klingelt. Und dann gibt es diese Tage, an denen ich zweimal, dreimal oder sogar viermal drücke. Und mich um 7.40 Uhr leicht verwirrt frage: Hat der Wecker wirklich schon viermal geklingelt?

Schlafexperten würden wahrscheinlich sagen, ich sei wohl am Abend vorher zu spät ins Bett gegangen. Und dass neun (oder auch 18, oder 27) Minuten Snooze-Zeit kein Ersatz seien für eine zu kurze Nachtruhe, zumal man beim Snoozen nicht mehr tief einschläft und oft genug krudes Zeug träumt.

Sie hätten Recht, keine Frage. Aber ich habe nicht immer Lust, vernünftig zu sein, nur damit ich am nächsten Tag taufrisch wie ein Märzmorgen aus dem Bett springen kann. Manchmal will ich lange Abende, mit Bier an der Elbe, mit Wein auf dem Balkon, mit Lachen und Musik und guten Gesprächen.

Auch dafür liebe ich meine Snooze-Taste: Sie hilft mir, trotz nächtlicher Unvernunft doch noch irgendwie aus dem Bett zu kommen. Manchmal allerdings erst nach dem dritten Anlauf.

Sind Sie Fan der Snooze-Taste? Oder verfluchen Sie sie? Erzählen Sie uns ihre Wecker-Routine in der BRIGITTE-Community!

Themen in diesem Artikel
Brigitte-Newsletter

Brigitte-Newsletter

Trends und Tipps aus den Bereichen Mode & Beauty, Reise, Liebe und Kochen - lies zum Wochenstart das Beste von Brigitte.