Besser schlafen durch weniger Schlaf?

Wer unter Schlafstörungen leidet, sollte weniger schlafen. Stimmt diese Aussage wirklich? Wir haben das Phänomen unter die Lupe genommen:

Wachtherapie gegen Schlafstörungen

Besser schlafen dank wenig Schlaf? Klingt paradox, ist aber so. Die sogenannte "Therapie der Schlafrestriktion" wurde schon 1987 vom US-amerikanischen Psychologen Art Spielman ins Leben gerufen. Sie richtet sich insbesondere an Menschen, die chronisch an Schlafstörungen leiden. Die Idee: Ein erholsamer Schlaf ist nicht von der Dauer, sondern vielmehr von der Qualität abhängig. Demnach können schon sechs Stunden erholsamer Tiefschlaf ausreichen.

Von so einem Tiefschlaf können Menschen mit Schlafstörungen nur träumen: Oft liegen sie stundenlang im Bett, starren an die Decke und werden immer deprimierter, da die Zeit bis zum Morgen kontinuierlich schrumpft. Wie das "Zentrum für Schlafmedizin" in München schreibt, nutzt die Schlafrestriktionstherapie jedoch das Missverhältnis zwischen echter Schlafzeit und der tatsächlich im Bett verbrachten Zeit.

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So funktioniert die Schlafrestriktion

Über einige Wochen wird in einem "Schlaftagebuch" aufgezeichnet, wann man ins Bett geht, einschläft und wieder wach wird. Wer beispielsweise durchschnittlich fünf Stunden pro Nacht geschlafen hat, darf die Aufenthaltsdauer im Bett auch nur auf diese fünf Stunden begrenzen. Ein Beispiel: Du hast versucht, neun Stunden pro Nacht zu schlafen und bist üblicherweise 22 Uhr ins Bett gegangen. Eingeschlafen bist du hingegen frühestens Mitternacht, aufgewacht schon gegen fünf Uhr. Dann musst du deine Bettzeit um vier Stunden reduzieren. Beachte jedoch, die Grenze von viereinhalb Stunden Schlaf nicht zu unterschreiten.

Der Effekt: Gerade am Anfang der Therapie nimmt Müdigkeit und Schlafdruck deutlich zu. Wenn die Wachtherapie anschlägt, kann man in der folgenden Woche 15 bis 30 Minuten länger im Bett bleiben. Das Ganze wird so lange praktiziert, bis die individuelle Schlafzeit erreicht ist. Wer hingegen weniger als die angesetzten fünf Stunden schläft, muss die Bettzeit um eine halbe Stunde verkürzen – in der Theorie.

Wie kann das klappen?

Warum das Konzept Schlafrestriktion klappen kann, liegt eigentlich auf der Hand: Die Betroffenen sind zu dem Zeitpunkt, wenn sie sich ins Bett legen, so erschöpft, dass sie unmittelbar in tiefen Schlaf fallen. Das führt dazu, dass das Bett irgendwann nicht mehr für schlaflose Nächte steht, sondern für einen friedlichen Schlaf. Und das ist letztlich das Ziel: Das Bett soll positive Gefühle wecken, indem sich die Schlafkontinuität bessert und die Tiefschlafphasen zunehmen.

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