5 Irrtümer über Burn-out

Wer ein Burn-out hat, bekommt oft gut gemeinte, aber wenig hilfreiche Ratschäge - oder auch Vorwürfe zu hören. 5 Irrtümer und was dahinter steckt.

Irrtum 1: "Du brauchst einen Jobwechsel."

Wer an einem Burn-out erkrankt, muss seinen Job nicht zwangsläufig ungern ausüben. Oft ist es sogar die größte Angst von Betroffenen, ihre Stelle zu verlieren. Eine effektive Strategie, einen Jobwechsel zu vermeiden, ist das sogenannte Job-Crafting.

Beim Job-Crafting arbeitet der Arbeitnehmer daran, die Arbeitsinhalte so umzugestalten, dass sie besser zu den eigenen Zielen, Stärken und Vorlieben passen. Du erweiterst demnach deinen Aufgabenbereich und trittst mehr in Interaktion mit Mitarbeitern aus anderen Bereichen. Grundvoraussetzung ist natürlich, dass dein Arbeitgeber deine Ziele unterstützt.

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Irrtum 2: "Du musst dein Burn-out geheim halten."

Wer diesen Ratschlag erteilt, hat vermutlich zwei Punkte nicht berücksichtigt. Erstens ist es so gut wie unmöglich, typische Symptome eines Burn-Out-Syndroms wie chronische Erschöpfung, Antriebslosigkeit, Konzentrations- und Schlafstörungen oder das Gefühl von Ausgebranntsein und Überforderung zu verheimlichen. Betroffene sind mitunter abwesend und gereizt gegenüber ihren Freunden oder Kollegen. Zweitens: Statt sein Burn-out geheim zu halten, ist es ratsam, mit vertrauten Menschen darüber zu sprechen. Falls du nicht mit deinem Vorgesetzten reden kannst, dann wende dich an Freunde, einen Coach oder einen Arzt.

Irrtum 3: "Das ist nur eine Modekrankheit."

In den vergangenen Jahren wurden immer wieder Stimmen laut, die das Burn-out-Syndrom als Modekrankheit abtaten. Ja, wir können von einem populären Phänomen sprechen, da nahezu jede Form von Überforderung oder Deprimiert-Sein unter dem Sammelbegriff "Burn-out" zusammengefasst wird. Hinter dem echten Syndrom steckt jedoch weitaus mehr als ein vorübergehender Zustand der Erschöpfung, der sich mit ein paar oberflächlichen Tipps beheben lässt. Grundsätzlich gilt: Ein Burn-out ist keine Volkskrankheit. Auch wenn die Erkrankung nicht eindeutig definiert und sicher diagnostizierbar ist, sollte sie nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Irrtum 4: "Burn-out ist das Gleiche wie Depression."

Die Symptome für Burn-out und Depression liegen nahe beieinander und sind in fortgeschrittenen Stadien nahezu identisch. Als Faustregel gilt, dass Burn-out kontextbezogen ist, eine Depression hingegen kontextfrei. Letztere durchdringt also alle Bereiche des Lebens. Ein weiterer Unterschied liegt darin, dass depressive Menschen leichter aufgeben. Menschen, die am Burn-out-Syndrom leiden, haben meist schon einige Kämpfe ausgefochten.

Irrtum 5: "Ein Urlaub wird dich gesund machen."

Ein Burn-out wird früher oder später zu einem Gespräch mit dem Chef führen. Im ungünstigsten Fall lautet sein Ratschlag: "Nimm dir einen Tag frei und alles wird wieder gut." Damit ist Betroffenen jedoch auch nicht geholfen, denn es handelt sich nicht um ein temporäres Gefühl von Stress, sondern um einen Dauerzustand. Eine Studie hat zudem ergeben, dass auch Urlaub ein Burn-out nicht heilen kann. Zwar werden die Symptome schwächer, doch sie kommen meist wieder - und das schon nach spätestens zwei Wochen.

jg
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