Schnarchen bei Frauen: Das hat dein Alter damit zu tun

Wir stehen ja prinzipiell über dem Älterwerden. Aber ein paar Dinge stören dann doch. Unsere Kolumnistin nimmt sie mit Humor – meistens jedenfalls.

Ich schnarche jetzt. Zum ersten Mal fiel es mir auf, als ich auf der Behandlungsliege meiner Masseurin unsanft von einem Donnergrollen geweckt wurde. Vor dem Fenster nichts als Sonnenschein. "War ich das etwa?", fragte ich schuldbewusst. Sie nickte lieb und verständnisvoll, wie es eben ihre Art ist: "Entspann dich einfach. Es ist alles gut."

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Frauen schnarchen nicht. Oder?

Nichts war gut. Vor allem, weil ich es nun öfter bemerkte. Das war kein grippales Röcheln, das war ein veritables Schnarchen. Machen so was nicht eher Typen wie Al Bundy?Frauen schnarchen nicht. Sie haben sowieso keine lauten Körpergeräusche von sich zu geben, weder nach fettem Essen noch im Badezimmer. Im Schlaf räuspern sie sich höchstens mal niedlich und murmeln den Namen ihrer Perserkatze, während die Kerle neben ihnen ganze Wälder zersägen? Weit gefehlt!

Doch die volle Wucht des Problems ging mir erst ein paar Tage später auf. Was sollte eigentlich werden, wenn ein neuer Mann in meinem Leben oder, schlimmer, in meinem Bett landen würde? Ein erschreckender Gedanke. "Kann man etwas gegen Schnarchen tun?", fragte ich eine Bekannte, die sich mit medizinischen Sachverhalten auskennt. "Man kann sich ein neues Gaumensegel formen lassen", erklärte sie nüchtern. "Sonst nichts?" – "Doch, es gibt Schnarchschienen, die man zwischen Zunge und Gaumen schiebt. Man kann damit aber nicht sprechen, sondern gibt nur gutturale Laute von sich. Geht es um einen Freund?" – "Nein", antwortete ich, "um mich." – "Oh", sagte sie nur.

"Schnorcheln" oder Schnarchen?

Es kam, wie es kommen musste. Ich lernte einen Mann kennen. Nach ein paar Wochen des üblichen Säuselns kam die Nacht der Nächte. "Du, ich schnarche übrigens", flüsterte ich, als wir das Licht löschten. "Glaub ich nicht", antwortete er. Ich versuchte, länger wach zu bleiben als er, um nicht vor ihm die bösen Töne von mir zu geben. "Und", fragte ich am nächsten Morgen, "habe ich geschnarcht?" "Du hast nur etwas geschnorchelt", sagte er liebevoll. Ich war beruhigt. Die zweite Nacht. "Wieder geschnorchelt?", erkundigte ich mich am Morgen. Er sah mich zerknittert an. "Nein. Geschnarcht."

Ich meine, es ist normal, dass man mit den Jahren körperliche Beeinträchtigungen davonträgt. Man liest Speisekarten nur noch mit Lesebrille und turnt gegen die Fliehkraft an. Und Schnarchen im Alter, das hat mir mein HNO-Arzt versichert, sei "ganz normal", auch bei Frauen. Weil die Muskeln im ganzen Körper nachlassen, ergo auch im Rachenraum.

Vielleicht ist es meine gerechte Strafe, denke ich. Was habe ich mich früher immer aufgeregt, wenn mein Exmann schnarchte. Kann man dagegen denn gar nichts machen, zischte ich genervt, kniff ihn nachts in die Seite und hoffte, er würde sich endlich für eine OP entscheiden. Hat er aber nicht, und so schlief ich jahrelang mit Ohrenpropfen. Jetzt bin eben ich an der Reihe, Auge um Auge, Zahn um Zahn. Gemeinerweise schnarcht der neue Mann nicht – das Schicksal ist wirklich ein mieser Verräter. Aber seltsamerweise läuft er auch nicht weg. "Weißt du", sagte er letztens nach dem Aufwachen. "Wenn man dir noch eine Bierflasche in die Hand drücken würde, könnte man denken, neben einem liege ein Bauarbeiter." Dann hauchte er einen Kuss in die Luft und war weg. Ganz ehrlich? Das muss Liebe sein.

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BRIGITTE WOMAN 11/2019

Wer hier schreibt:

Natali Michaely
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