Schweinegrippe: Neues zur Impfung

Die Zahl der Schweinegrippe-Kranken steigt, und täglich gibt es neue Meldungen zur Impfung, die uns schützen soll. Aktuelle Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Ab wann wird es den Impfstoff geben?

Den Impfstoff gibt es bereits, er befindet sich momentan aber noch in der Testphase. In etwa vier Wochen, ab Mitte Oktober, soll er einsatzbereit sein. Dann kann mit den Impfungen der Bevölkerung begonnen werden.

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Wer zahlt die Impfung?

Die Finanzierung der Schweinegrippe-Impfung steht. Nach längeren Streitigkeiten, wer denn nun was zahlt, haben sich Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt und der Verband der Gesetzlichen Krankenversicherungen darauf geeinigt, dass die Krankenkasse für die Hälfte ihrer Versicherten die Kosten trägt. Nach Schätzungen werden das ungefähr eine Milliarde Euro sein. Sollen mehr Menschen geimpft werden, springen Bund und Länder als Geldgeber ein.

Wie sicher ist die Impfung?

Immer wieder werden Bedenken geäußert, dass ein so schnell entwickelter und getesteter Impfstoff keineswegs sicher sein könne. Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Johannes Löwer, hat gegenüber der Ärztezeitung diesen Befürchtungen widersprochen. Denn die H1N1-Schutzvariante basiert auf einem Impfstoff, der schon hinlänglich bekannt ist. Dieser wird dann in bestimmten Komponenten auf den Schweinegrippe-Erreger abgestimmt, wie das auch jedes Jahr wieder bei der Entwicklung des saisonalen Grippeimpfstoffs erfolgt. Dadurch ändert sich aber nicht die Verträglichkeit.

Die lokalen Reaktionen an der Einstichstelle der Spritze, also Rötungen, Juckreiz, Schmerzen, können Berichten zufolge aber heftiger ausfallen als bei der herkömmlichen Grippeimpfung.

Reicht der Impfstoff für alle?

50 Millionen Impfdosen sind bereits bestellt worden. Da man bisher davon ausgeht, dass immer zweimal geimpft werden muss, können damit also 25 Millionen Deutsche geimpft werden. Das ist ein Drittel der Bevölkerung. Falls doch nur einmal geimpft werden muss, um geschützt zu sein – und dafür spricht momentan einiges – würde der Impfstoff natürlich für doppelt so viele Menschen reichen. Für Mitte September werden die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission erwartet, wer vorrangig geimpft werden soll. Wahrscheinlich werden dies so genannte Risikogruppen sein: also Schwangere, chronisch Kranke, Menschen, die im Gesundheitswesen tätig sind. Darüberhinaus soll sich aber auch jeder impfen lassen können, der dies möchte. Damit der Impfstoff dann nicht knapp wird, wollen die Landesregierungen noch einmal 18 Millionen Dosen nachordern.

Wahrscheinlich ist dies aber schon mehr als genug: Laut einer aktuellen Umfrage wollen sich die meisten Deutschen, nämlich 62 Prozent (repräsentative Forsa-Studie im Auftrag der DAK), gar nicht gegen die Schweinegrippe impfen lassen.

Und wenn ich mich nicht impfen lassen will oder kann?

Auch eine Infektion mit dem Virus bedeutet keine akute Lebensgefahr. Bisher verläuft die Schweinegrippe in den meisten Fällen relativ milde, in Deutschland ist es bis jetzt zu keinem einzigen Todesfall gekommen.

Da die Zahl der Infizierten momentan schnell steigt, wird es aber irgendwann auch hierzulande Menschen geben, bei denen es zu schweren Komplikationen kommt und die an der Grippe sterben. Die meisten Kranken stecken sich übrigens bisher nicht in Deutschland an, sondern bringen die Krankheit aus dem Urlaub mit.

Von einer Massenimpfung, wie sie dann ab Herbst stattfinden soll, profitieren übrigens auch Ungeimpfte: Sie dämmt die Verbreitung des Virus ein und senkt damit die Wahrscheinlichkeit, sich anzustecken.

Wird die Schweinegrippe denn gefährlicher?

Wie sich das Virus entwickeln wird, ist nicht abzusehen. Es besteht die Gefahr, dass es mutiert und dadurch schwerere Erkrankungen verursachen kann. Auch ein Zusammentreffen mit der jährlichen, saisonalen Grippewelle könnte die gesundheitlichen Auswirkungen der Schweinegrippe verändern.

Text: Antje Kunstmann Foto: Fotolia.com

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