Weiblicher Orgasmus: Das passiert in eurem Gehirn

Gibt es ein Orgasmus-Zentrum? Unterscheidet sich der Höhepunkt bei Mann und Frau? Wissenschaftler zeigen zum ersten Mal, was im Gehirn passiert, wenn wir kommen.

Was passiert in unserem Gehirn, wenn wir einen Orgasmus haben? Dieser spannenden Frage sind der Neurowissenschaftler Professor Barry Komisaruk und sein Forschungsteam von der Rutgers University in New Jersey nachgegangen.

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Vom Gehirn-Scan zum Film

Für die Orgasmus-Studie hat Komisaruk die Gehirnareale seiner Teilnehmerinnen im Magnetresonanztomographen (MRT) gescannt. Kameras nahmen alle zwei Sekunden Bilder der verschiedenen Gehirnareale auf. Sie bilden mittels einer Farbskala von rot (geringste Erregung) über orange und gelb (mittlere Erregung) bis weiß (größte Erregung) die Gehirnprozesse beim weiblichen Orgasmus ab. Während des Scans haben sich die Frauen selbst stimuliert und konnten dabei ihre eigene Gehirnaktivität über einen Bildschirm verfolgen.

Aus den Einzelaufnahmen hat der Doktorand und Sexualtherapeut Nan Wise einen fünfminütigen Animationsfilm kreiert. Dieser zeigt zum ersten Mal, was bei einem weiblichen Orgasmus im Gehirn passiert: von der Erregung einzelner Kleinareale über das große Finale, das sich über beide Gehirnhälften ausbreitet - bis zur totalen Entspannung.

Mittels der Scans und des Films kamen die Wissenschaftler zu folgenden Ergebnissen ...

Die bisherigen Forschungsergebnisse auf einen Blick

1. Beim Orgasmus wird das gesamte Gehirn aktiviert. Es gibt kein Orgasmus-Zentrum.

2. Weiblicher Orgasmus vs. männlicher Höhepunkt: Das Gehirn macht dabei keinen Unterschied.

3. Der Orgasmus wirkt wie ein Schmerzmittel im Körper.

4. Orgasmen scheinen sich auf Angstzustände und das Impulsverhalten des Menschen positiv auszuwirken.

5. Es gibt Menschen, die über die bloße Vorstellung eines Orgasmus einen Höhepunkt erleben können - ohne körperliche Stimulation.

6. Dass Frauen sich nur über die klitorale Stimulation zum Orgasmus bringen können, ist ein Mythos.

7. Es gibt Menschen, die aufgrund von sexuellen Fehlfunktionen keinen Orgasmus haben können.

Mehr Wissen über den weiblichen Körper

Komisaruks Studie ist noch nicht abgeschlossen. Er und sein Team wollen unter anderem herausfinden, was bei sexuellen Fehlfunktionen im Gehirn schiefläuft. „Wir benutzen den Orgasmus dazu, Erregung, Lust und Vergnügen zu spüren. Wenn wir lernen, wie wir die entsprechenden Areale im Gehirn aktivieren können, kann das positive Auswirkungen auf uns und unseren Körper haben“, hofft Komisaruk.

KG
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