Natürliche Verhütung: Methoden im Überblick

Ihr wollt nicht mehr zu hormonellen oder mechanischen Verhütungsmitteln greifen? Dann ist vielleicht eine der drei nachfolgenden Methoden eine gute und natürliche Alternative.

Welche Vor- und Nachteile hat die natürliche Verhütung?

Bei der natürlichen Verhütung geht es im Grunde darum, seine fruchtbaren und unfruchtbaren Tage selbst zu ermitteln. Unfruchtbar ist eine Frau in der Zeit nach ihrem Eisprung und vor der nächsten Periode. Fruchtbar ist sie an knapp sechs Tagen des Zyklus, an denen zusätzlich mit Kondom verhütet wird. Vorausgesetzt, das Paar möchte keine Kinder. Wer sich für die natürliche Verhütung entscheidet, lernt seinen Körper und insbesondere seinen Zyklus gut kennen - ein Körperbewusstsein entsteht. Und das ist für die Sicherheit dieser Verhütungspraxis genauso wichtig wie ein regelmäßiger Zyklus, eine gesunde Lebensweise sowie persönliche Disziplin.

Der Vorteil von natürlicher Verhütung liegt auf der Hand: Die Frau muss sich keinen künstlichen Hormonen aussetzen, die eventuell unerwünschte Nebenwirkungen mit sich bringen. Der Nachteil: Es ist unbedingt notwendig, dass die Maßnahmen regelmäßig und richtig angewandt werden. Faktoren wie Alkohol, Medikamente, Schlafmangel und Reisen müssen berücksichtigt werden, denn die beeinflussen den Zyklus. Und auch spontaner Sex dürfte Mangelware werden.

Was ist der Pearl-Index?

Der Pearl-Index wurde entwickelt, damit die unterschiedlichen Verhütungsmethoden in puncto Sicherheit miteinander verglichen werden können. Grundlage der Berechnung sind 100 oder 1000 Frauen im gebärfähigen Alter, die über ein Jahr ein Verhütungsmittel ihrer Wahl verwenden. Liegt der Index nach diesem Jahr bei 1, bedeutet das, dass eine oder zehn Frauen in diesem Zeitraum schwanger wurden. Ein Index von 0 bedeutet optimale Sicherheit. Grundsätzlich gilt also: Je niedriger der Pearl-Index, desto sicherer die jeweilige Verhütungsmethode.

Übrigens: Sterilisation, Hormonimplantate sowie hormonelle Methoden wie Antibabypille und Vaginalring zählen zu den sichersten Verhütungsmethoden. Sie liegen meist zwischen 0 und maximal 1,5. Doch wie hoch ist der Index bei den natürlichen Methoden zur Verhütung?

Wie funktioniert die Temperaturmethode?

Wer sich für die Temperaturmethode entscheidet, greift jeden Morgen direkt nach dem Aufwachen zum Thermometer. Die sogenannte Aufwach- oder Basaltemperatur wird immer an derselben Stelle gemessen, zum Beispiel im Mund oder in der Scheide. In der ersten Zyklushälfte ist die Körpertemperatur relativ gering – zwischen 36,5 und 36,8 Grad. Innerhalb von 48 Stunden nach dem Eisprung steigt sie jedoch um 0,2 bis 0,5 Grad an. Bis zur Menstruation bleibt die Temperatur dann konstant auf diesem Level.

Wichtig bei der Temperaturmethode: Die Aufzeichnungen sind täglich und über einen längeren Zeitraum erforderlich, damit die Temperaturkurve gut sichtbar ist. Grundsätzlich ist die Methode allerdings nur in Kombination mit anderen Verhütungsmitteln sinnvoll, da sie von Faktoren wie Stress, Schlafdefizite und Erkrankungen abhängig ist. Der Pearl-Index liegt zwischen 1 und 3.

Wie sicher ist die Zervixschleim-Methode?

Die Zervixschleim-Methode geht auf das Ärztepaar Billings zurück – und zielt darauf ab, den Eisprung anhand der Konsistenz des Zervixschleims festzustellen. Und so funktioniert's: Mit einem Tupfer wird die Flüssigkeit direkt am Scheideneingang oder auch in der Scheide aufgenommen. Farbe und Beschaffenheit geben dann Auskunft, wann die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage stattfinden. Einige Tage vor dem Eisprung wird der Schleim spürbar. Er ist flüssiger, klarer und schließlich fadenziehend. Nach dem Eisprung nimmt er wieder eine milchig-trübe und zähe Konsistenz an.

Mit einem Pearl-Index von 3 bis 5 ist diese Methode nicht sicher genug. Auch hier empfiehlt es sich demnach, auf weitere Verhütungsmittel oder Methoden zurückzugreifen.

Was kann die symptothermale Methode?

Die symptothermale Methode ist eine Kombination aus Temperaturmethode und Zervixschleim-Methode. Sie hat aus diesem Grund eine zentrale Bedeutung für die natürliche Verhütung beziehungsweise die natürliche Familienplanung. Wer diese Methode anwendet, lernt den Zyklus in all seinen Facetten kennen und kann verändernde Körperzeichen durch regelmäßige Beobachtung deuten. Neben der Temperaturmessung und einem Abstrich eures Zervixschleims sollte auch der Gebärmutterhals oder Muttermund abgetastet werden. Denn: In der fruchtbaren Zeit ist Letzterer weicher, leicht geöffnet und verlagert sich nach oben.

Im Optimalfall liegt der Pearl-Index bei 0,4 bis 2,3.

Wie sinnvoll ist ein Menstruationskalender?

Ein Menstruationskalender eignet sich bestens als Unterstützung für die natürliche Verhütung. Besonders praktisch sind sogenannte Zyklus-Apps, mit deren Hilfe die Frauen Daten über Dauer und Zeitpunkt der nächsten Menstruation sowie Infos über PMS, Ausfluss und Schmerzen bekommt. Je mehr Daten die App bekommt, desto genauer ist die Prognose über den Zyklus.

Nichtsdestotrotz eignen sich technische Menstruationskalender nicht zur Verhütung, sondern sollten lediglich als praktische Ergänzung verstanden werden. Grundvoraussetzung für jede Form der natürlichen Verhütung ist übrigens, dass der Zyklus nicht unregelmäßig ist.

jg
Themen in diesem Artikel

Unsere Empfehlungen

Brigitte-Newsletter

Brigitte-Newsletter

Trends und Tipps aus den Bereichen Mode & Beauty, Reise, Liebe und Kochen - lies zum Wochenstart das Beste von Brigitte.

Neuer Inhalt

Diesen Inhalt per E-Mail versenden

Natürliche Verhütung: Methoden im Überblick

Ihr wollt nicht mehr zu hormonellen oder mechanischen Verhütungsmitteln greifen? Dann ist vielleicht eine der drei nachfolgenden Methoden eine gute und natürliche Alternative.

Du kannst mehrere E-Mail-Adressen mit Komma getrennt eingeben

Deine Mail wurde versendet
Deine Mail konnte leider nicht versendet werden