So vermeidet ihr schwitzige Hände

Sie haben ein wichtiges Vorstellungsgespräch. Der Personalchef kommt auf Sie zu, streckt Ihnen seine Hand entgegen und Sie merken: Ihre eigenen Hände sind nass vor Schweiß. Was nun? Möglichst unauffällig an der Hose abwischen? Oder kann man sonst noch was gegen schwitzige Hände tun?

Uwe Schlese hat sich als Facharzt für Hautkrankheiten auf die Probleme stark Schwitzender spezialisiert. Im Forum von Hyperhidrose e.V. und in seiner Praxis in Oldenburg hilft er Betroffenen mit Ratschlägen und medizinischen Verfahren:

"Dass man in einer Stresssituation feuchte Hände bekommt, ist erst einmal eine ganz natürliche Reaktion des Körpers. Wer Angst hat, produziert verstärkt Schweiß an Händen und Füßen sowie in den Achseln. Entwicklungsgeschichtlich lässt sich das so begründen: Mit feuchten Händen und Füßen kann man schneller fliehen, weil die Bodenhaftung verbessert wird. Dieses Schwitzen wird deshalb auch als 'emotionales Schwitzen' bezeichnet.

In der Situation selbst kann man sehr wenig dagegen machen - außer vielleicht, sich die Hände an der Hose abzuwischen. Wenn man aber weiß, dass man in Stresssituationen stark schwitzt, kann man sich vorher darauf vorbereiten.

Zum einen kann es hilfreich sein, die entsprechende Situation vorher mehrmals für sich selbst durchzuspielen. So fühlt man sich darin mehr zu Hause und hat weniger Angst davor. Denn die Angst verschlimmert das Schwitzen nur, weil sie das vegetative - also nicht beeinflussbare - Nervensystem anregt.

Auch durch Entspannung kann man auf das vegetative Nervensystem einwirken. Deshalb ist es zweitens sinnvoll, sich Entspannungstechniken wie Yoga oder autogenes Training anzueignen. Einige Atemübungen lassen sich auch kurz vor einem Bewerbungsgespräch gut durchführen, zum Beispiel eine tiefe Bauchatmung oder aktives Ausatmen.

Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, die Schweißproduktion durch Deos einzudämmen. Entsprechende Deos enthalten Aluminiumsalze. Dieser Wirkstoff sorgt dafür, dass sich ein Pfropf in der Pore bildet, so dass der Schweiß nicht mehr in gleichem Maße hinauslaufen kann. Für Menschen, die nur leicht schwitzen, reichen oft schon Produkte, die nur zu einem geringen Anteil Aluminiumsalze enthalten und ansonsten aus Pflegestoffen bestehen. Solche Deos gibt es im Drogeriemarkt oder in der Apotheke - man muss ausprobieren, welche Dosierung individuell benötigt wird.

Wer unter starker Schweißbildung leidet, kann sich vom Dermatologen Spezialprodukte verschreiben lassen. Diese Gels, Cremes oder Tinkturen wirken besonders gut auf den Händen. Meist sollte man sie aber regelmäßig verwenden, um den Körper daran zu gewöhnen, ansonsten können Hautreizungen entstehen. Unter einer wirklich krankhaften Schweißbildung, der so genannten Hyperhidrose, leiden vermutlich mehr Menschen, als Statistiken belegen - diese liegen zwischen 0,7 und drei Prozent der Bevölkerung. Diesen Menschen kann außer mit Medikamenten auch durch Strombehandlungen, Injektionen oder Operationen geholfen werden."

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