Hast du den Sommerblues?

Schon mal was von Summer Sadness gehört? Das ist tatsächlich eine Krankheit, die vor allem Frauen trifft. Was hinter dem Sommerblues steckt – und was hilft.

I got that summertime, summertime sadness.

Na, auch direkt den schwermütigen Ohrwurm von Lana Del Rey im Ohr? Offensichtlich hat sich die Künstlerin bei diesem Song von einem Krankheitsbild inspirieren lassen – denn die sogenannte Summer Sadness gibt es wirklich, wie italienische Forscher mithilfe einer Studie herausfanden. Vor allem Frauen ab 35 leiden unter diesem Sommerblues – und entwickeln depressive Verstimmungen, Panikattacken und ein gestörtes Essverhalten. Einige Frauen ertränken ihre schlechte Stimmung mit Alkoholexzessen. Aber wie kommt es überhaupt zur Summer Sadness?

Bleib mir doch weg mit dem Licht!

Die Erklärung für den Sommerblues ist genauso erstaunlich wie die Krankheit selbst: Wir leiden an einer Überdosis Licht. Experten erklären sich das so: Langanhaltende, starke Helligkeit dringt durch die Augen bis zum Hirn und stört dort die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin. Wenn dieses aus der Balance gerät, schlafen wir nicht nur schlechter, sondern sind auch mieser gelaunt.

Diese 5 Anzeichen deuten auf einen Sommerblues hin

Du bist nicht sicher, ob du den Sommerblues hast? Dann prüfe doch mal, ob du unter folgenden Beschwerden leidest:

1. Du schläfst schlecht

Wie schon erwähnt beeinflusst die Helligkeit die Produktion von Melatonin. Das kann für verschiedene Schlafstörungen sorgen: Einige Frauen liegen wegen des niedrigen Melatoninspiegels lange wach, andere wachen mehrmals in der Nacht auf und wieder andere bekommen kurz vor der Schlafenszeit nochmal einen richtigen Energieschub. Hier hilft es am besten, den Körper auf die Nachtruhe umzuprogrammieren: Zwei Stunden vor dem Schlafengehen solltest du elektronische Medien ausschalten. Das Handy wird aus dem Schlafzimmer verbannt – das blauwellige Licht, das es ausstrahlt, stört erwiesenermaßen den Schlaf. Rituale helfen dem Körper ebenfalls, zur Ruhe zu kommen: Beispielsweise tut ein Tee mit verschiedenen schlaffördernden Kräutern wie Baldrian oder Hopfen gut.

Depression & Co.: So wirkt sich Sport auf deine psychische Gesundheit aus

2. Du hast keinen Hunger

Zugegeben: Wenn es draußen heiß ist, verspüren die meisten Menschen nur wenig Appetit. Wer unter dem Sommerblues leidet, kriegt aber auch dann kaum etwas runter, wenn es im Sommer bewölkt ist. Denn: Der Körper steht dann permanent unter Stress. Und ein hohes Stresslevel stört das Verdauungssystem. Der beste Tipp dagegen: Du solltest dich nicht auf die drei klassischen großen Mahlzeiten konzentrieren – die belasten den Magen nur. Stattdessen helfen kleine gesunde Snacks über den Tag verteilt, genug Energie aufzunehmen. Es eignen sich beispielsweise Gemüsesticks, Obst wie Melonenstücke und Nüsse. Achte auch darauf, genug zu trinken: Bis zu drei Liter Wasser täglich sind im Sommer optimal.

3. Du fühlst dich (grundlos) erschöpft

Auf der Arbeit läuft alles gut, du hast eigentlich genug Zeit für Freunde, Familie und Me-Time – und trotzdem fühlst du dich ständig müde und erschöpft? Auch das lässt auf einen generell erhöhten Stresslevel schließen, der vom Sommerblues ausgelöst wird. Am besten ist es, wenn du jetzt tief in dich hineinhorchst – und nur noch das tust, wozu du wirklich Lust hast. Traue dich, auch mal eine Einladung abzusagen, wenn dir nicht danach ist – und gönne dir stattdessen zum Beispiel einen ruhigen Abend, an dem du früh zu Bett gehst.

4.  Du möchtest am liebsten allem aus dem Weg gehen

Bei Sonnenschein und hohen Temperaturen fühlen wir uns meist gezwungen, vor die Tür zu gehen und etwas zu unternehmen. Du würdest lieber im angenehm klimatisierten Wohnzimmer sitzen? Verständlich, denn wer schwitzt schon gerne in übervollen U-Bahnen oder erkämpft sich seinen Platz im Freibad mit Ellenbogen? Die gute Alternative: Aktivitäten in die Abendstunden verlegen, wenn es nicht mehr so heiß ist. Und auf den öffentlichen Nahverkehr oder das Auto verzichten – Fahrräder, die jetzt zugelassenen E-Roller oder bei kurzen Entfernungen auch die eigenen Füße bringen einen ebenso gut an den gewünschten Zielort. Und man spart sich unangenehmes Kuscheln mit möglichen Sitznachbarn in der vollen Bahn.

5. Du sehnst den Herbst herbei

Alle stöhnen beim Gedanken an den bevorstehenden Herbst und das damit meist verbundene schlechte Wetter – nur du machst einen Luftsprung? Das ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass dich der Sommerblues voll erwischt hat. Tipp für alle, die es nicht erwarten können: Jeden überstandenen Tag im Kalender ankreuzen – und sich Anfang September selbst etwas Gutes tun. Dann klappt es auch wieder mit der Fröhlichkeit!

Wer hier schreibt:

Themen in diesem Artikel
Brigitte-Newsletter

Brigitte-Newsletter

Trends und Tipps aus den Bereichen Mode & Beauty, Reise, Liebe und Kochen - lies zum Wochenstart das Beste von Brigitte.