Sonnenstich bei Kindern: Was wirklich hilft

Ein Sonnenstich bei Kindern kann schnell entstehen, da die Kleinen oft nicht merken, dass ihnen zu warm ist. Auf diese Warnzeichen sollten Eltern achten!

Wie entsteht ein Sonnenstich bei Kindern?

Durch die Sonneneinstrahlung auf Kopf und Nacken werden die Hirnhäute gereizt. Die ersten Symptome zeigen sich bei einem Sonnenstich aber meist erst Stunden später, wenn das Kind längst nicht mehr in der Sonne oder der Hitze ist. Auf folgende Sonnenstich-Anzeichen sollten Eltern achten:

  • Heißer und geröteter Kopf (sonstige Temperaturen am Körper eher unauffällig)
  • Kopfschmerzen
  • Steifer Nacken / Nackenschmerzen
  • Innere Unruhe
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Bewusstseinsstörungen
  • Babys schreien meist laut und schrill

Warum passiert ein Sonnenbrand oder ein Sonnenstich bei Kindern so leicht?

Kinder und Säuglinge sind neben älteren Menschen am empfindlichsten für einen Sonnenstich. Dafür gibt es verschiedene Gründe:

  • Kopfbeschaffenheit: Neugeborene besitzen keine vollständig geschlossene Schädeldecke, sondern verschiebbare Knochenplatten. Zwischen diesen befinden sich Lücken – die sogenannten Frontanellen. Die Größte von ihnen, die direkt oberhalb der Stirn verläuft, wächst erst nach zwei bis drei Jahren endgültig zu. Solange ist diese Stelle am Kopf besonders empfindlich. Zusätzlich haben Kinder generell im Verhältnis zu Erwachsenen einen größeren Kopf und damit auch mehr empfindliche Hautoberfläche.
  • Haare: Je jünger das Kind, desto weniger Haare hat es beziehungsweise desto lichter sind diese. Und Haare fungieren unter anderem als Schutz vor der Sonne.
  • Schwitzfähigkeit: Babys und Kinder können ihren Wärmehaushalt noch nicht ausreichend selbst regulieren. Gerade die lebenswichtige Fähigkeit zu schwitzen, durch die die Haut gekühlt wird, entwickelt sich bei Babys erst im Laufe von mehreren Monaten. Außerdem heizen sie generell schneller auf als Erwachsene – oft, ohne es selbst zu merken.

Erste Hilfe: Was tun, wenn ich einen Sonnenstich bei Kindern vermute?

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die man ergreifen kann, wenn ein Sonnenstich beim Kind vermutet wird:

  • Das Kind sollte zur Sonnenstich-Behandlung in den Schatten gebracht werden, sofern nicht schon geschehen.
  • Das Kind sollte sich mit hochgelagertem Oberköper und Kopf in kühler, schattiger Umgebung ausruhen. 
  • Kalte und feuchte Umschläge helfen, Nacken und Kopf zu kühlen.
  • Sofern das Kind bei Bewusstsein ist und nicht erbrechen muss, sollte es Flüssigkeit zu sich nehmen – am besten Mineralwasser. Das Kind nicht alleine lassen, es beobachten und beruhigen.
  • Wird das Kind bewusstlos, verbessert sich der Zustand innerhalb von 20 Minuten nicht oder verschlechtert sich sogar, sollte sofort der Notarzt gerufen werden.

Noch schlimmer als der Sonnenstich: Vorsicht vor dem Hitzschlag!

Ist die Haut nicht nur am Kopf, sondern am ganzen Körper gerötet, trocken und heiß und leidet das Kind an erhöhter Körpertemperatur bis Fieber (oft über 40 Grad), könnte ein Hitzschlag vorliegen (mehr über Hitzschlag-Symptome erfährst du hier). Dieser ist lebensbedrohlich – es muss sofort der Notarzt gerufen werden. Bis dieser kommt, sollte das Kind ausgezogen und überall mit feuchten Tüchern vorsichtig gekühlt werden. Trinken darf es nur, wenn es bei Bewusstsein ist und nicht an Brechreiz leidet.

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