Starke Fotoserie: Diese Narben sind kein Makel

Die Fotografin Sophie Mayanne aus England porträtiert in ihrer Fotoserie Behind The Scars Menschen und ihre Narben – und erzählt die Geschichten dahinter.

Viele Menschen versuchen, ihre Narben zu verstecken. Sie werden als entstellender Makel empfunden, den man nicht zeigen, sondern lieber vergessen möchte. Dass es auch anders geht, zeigt die Fotoserie der englischen Fotografin Sophie Mayanne. Für das Projekt Behind The Scars fotografiert sie Menschen mit völlig unterschiedlichen Hintergründen und Geschichten, die aber trotzdem eine Sache gemeinsam haben: Narben.

Liebt euch und euren Körper

Im Gespräch mit ze.tt.de verrät Mayanne, dass sie mit den Fotos vor allem Mut machen möchte: "Wir haben nur diesen einen Körper, also verschwende keine Zeit und Energie damit, ihn zu hassen." Sie lässt die Protagonisten ihre Geschichten zu ihrer Narbe selbst erzählen. Manche dieser Erlebnisse waren erschreckend oder schmerzhaft für die Erzähler, aber das Projekt gab vielen auch die Möglichkeit, sich selbst erneut mit den Narben auseinanderzusetzen – und sie so zu akzeptieren. Die Protagonisten sind keine professionellen Models. Meist finden sie das Projekt eher zufällig oder kennen jemanden, der bereits daran teilgenommen hat und wenden sich dann an die Fotografin. 

Digitale Nachbearbeitung führt Mayanne bei den Fotos nicht durch, auch bei ihren anderen Werken setzt die Fotografin nur noch Licht- und Kontrastbearbeitung ein. "Ich habe sowieso niemals eines der Bilder aus der Behind-The-Scars-Serie digital nachbearbeitet, aber in meinen anderen Arbeiten habe ich das ab und zu getan. Ein Mädchen, das ich vor ungefähr vier Jahren mal fotografiert habe, postete auf Instagram über ihre Erfahrungen mit Anorexie. Als ich sie damals fotografierte, bearbeitete ich die Bilder – und ich fühlte mich, als hätte ich persönlich dazu beigetragen. Von diesem Zeitpunkt an schwor ich mir, meine Bilder nie wieder auf diese Weise zu verändern", so Mayanne.

Auf der Suche nach persönlichen Geschichten

Mittlerweile zählt Mayannes Projekt 443 "Scar Stories" – ihr großes Ziel sind insgesamt 1.000 Fotos. Seit April 2018 arbeitet sie daran – und freut sich über jeden, der bereit ist, seine Geschichte zu erzählen. Du möchtest mitmachen? Dann kannst du über die Projekt-Website behindthescars.co.uk Kontakt mit Sophie Mayanne aufnehmen.

Videotipp: Das steckt hinter dieser Narbe, die viele Menschen am Arm tragen!

Das Geheimnis hinter der Narbe, die manche Menschen am Arm tragen

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