Starke Unterleibsschmerzen: Ursachen und Hilfe

Starke Unterleibsschmerzen betreffen vor allem Frauen, aber auch Männer können darunter leiden. Wir erklären die häufigsten Ursachen und was dagegen hilft.

Unterleibsschmerzen: Definition

Wer von Unterleibsschmerzen spricht, meint vorwiegend Beschwerden im Unterbrauch – dieser befindet sich zwischen den tastbaren Hüftknochen und verläuft vom Bauchnabel bis zum Schambereich. Starke Unterleibsschmerzen können sich auf einzelne Partien des Unterbauchs beschränken oder den gesamten Unterleib betreffen und drückend, ziehend oder stechend sein.

Wofür stehen starke Unterleibsschmerzen?

Starke Unterleibsschmerzen werden oft als klassisches Frauenproblem betitelt, weil diese Beschwerden als Begleiterscheinung der Menstruation gelten. Aber auch Männer können von Unterleibsschmerzen betroffen sein. Bei ihnen ist oft eine Prostata- oder Hodenerkrankung Ursache der Beschwerden. Geschlechtsunabhängig kann außerdem eine Erkrankung wie eine Störung des Verdauungssystems oder ein Harnwegsinfekt starke Unterleibsschmerzen auslösen. 

Achtung: Fühlt sich die Bauchdecke sehr hart an und treten gleichzeitig starke Schmerzen bei Berührungen auf, kann ein sogenannter "akuter Bauch" dafür verantwortlich sein. Dieser ist potenziell lebensgefährlich – es sollte sofort der Notarzt verständigt werden!

Ursachen für starke Unterleibsschmerzen

Folgende Ursachen für starke Unterleibsschmerzen sind möglich:

Bei Frauen

  • Menstruationsbeschwerden (dazu zählen auch Krämpfe, eine starke Regelblutung, die Periode bleibt aus, es kommt nur eine Schmierblutung statt Periode, unregelmäßige Blutungen)
  • Endometriose
  • Eileiterschwangerschaft
  • Zysten an den Eierstöcken
  • Absinken der Gebärmutter
  • Entzündung der Gebärmutterschleimhaut, der Eierstöcke oder der Eileiter
  • Gutartige Tumore, z. B. Myome
  • Bösartige Tumore, z B. Gebärmutterhalskrebs oder Eierstockkrebs

Bei Männern

  • Nebenhoden sind entzündet
  • Prostata ist entzündet
  • Prostatakrebs

Geschlechtsunspezifische Ursachen für starke Unterleibsschmerzen

  • Harnwegsinfektion (oft begleitet von Schmerzen beim Wasserlassen)
  • Harnsteine
  • Blasenkrebs
  • Blinddarmentzündung
  • Verstopfung
  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, z. B. Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa
  • Entzündung von Darmausstülpungen
  • Leistenbruch
  • Mastdarmkrebs (Krebs im untersten Darmabschnitt)
  • Darmverschluss
  • Mesenterialinfarkt (Verschluss einer Darmarterie)

Wann sollte ich wegen starken Unterleibsschmerzen zum Arzt?

Nicht jeder Unterleibsschmerz erfordert sofort eine Kontrolle beim Arzt. Bei folgenden Anzeichen ist eine Untersuchung aber sinnvoll:

  • Die Schmerzen werden zunehmend schlimmer statt besser. 
  • Die Bauchdecke fühlt sich hart an und schmerzt bei Berührungen. 
  • Im Stuhl oder Urin befindet sich Blut. 
  • Es treten weitere Symptome auf, z. B. Fieber, Erbrechen oder Übelkeit.
  • Niedriger Blutdruck in Kombination mit schnellem Puls.

Hilfe und Tipps gegen starke Unterleibsschmerzen

Akute Schmerzen lassen sich mit krampflösenden Medikamenten sowie Schmerzmitteln behandeln. Die weitere Therapie wird anhand der Ursache der Unterleibsschmerzen bestimmt. Leichtere Beschwerden können Betroffene aber auch mit Hausmitteln behandeln. Gut eignen sich:

  • Wärme, z. B. eine Wärmflasche auf dem Bauch oder ein warmes Bad
  • Tee mit Bärentraubenblättern bei Krankheiten der Harnwege (z. B. Entzündung der Blase)
  • Sanfte Bauchmassage
  • Ernährung: Schonkost bei Verdauungsbeschwerden

Videotipp: Überraschung! Diese "Bauchschmerzen" veränderten ihr Leben

Überraschung! Diese "Bauchschmerzen" veränderten ihr Leben

   

Wer hier schreibt:

Themen in diesem Artikel
Brigitte-Newsletter

Brigitte-Newsletter

Trends und Tipps aus den Bereichen Mode & Beauty, Reise, Liebe und Kochen - lies zum Wochenstart das Beste von Brigitte.

Neuer Inhalt