Selbstbewusst trotz Lymphödem: "Ich trage trotzdem einen Bikini!"

Isa-Bella lebt seit ihrer Geburt mit einem seltenen Gendefekt, der ihr Bein anschwellen lässt. Doch statt sich zu verstecken, genießt die 19-Jährige ihr Leben und hat sich und ihre Krankheit akzeptiert. Diese starke, junge Frau ist ein Vorbild für viele.

Isa-Bella Leclairs ist eine wunderhübsche junge Frau. Und doch unterscheidet sie sich von ihren Freundinnen. Denn die 19-Jährige leidet an einem Lymphödem. Seit ihrer Geburt sammelt sich in ihrem rechten Bein Flüssigkeit an – 18 Kilogramm bringt ihr Bein so auf die Waage. Doch Isa-Bella lässt sich davon nicht unterkriegen: Sie geht selbstbewusst mit ihrer Krankheit um und würde – wenn sie könnte – nicht einmal etwas daran ändern.

"Echte Schönheit kommt von innen. Man muss lernen, sich selbst zu lieben, bevor man andere lieben kann. Wenn ich die Wahl hätte, mit oder ohne diese Krankheit zu sein, dann würde ich mich für diese Krankheit entscheiden. Denn sie hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin", erzählt die Kanadierin im Gespräch mit RTL.

My two favorite women in the world ❤️ Thanks to John LeBlanc for the picture :)

Gepostet von Isa-Bella Leclair am Donnerstag, 16. Juli 2015

Eine Heilung für diesen seltenen Gendefekt gibt es bisher nicht und Isa-Bella hat oft starke Schmerzen. Bei dem Lymphödem handelt es sich um einen Nebeneffekt des Parkers-Weber-Syndroms, einer Erbkrankheit, bei der es zu Fehlbildungen des Blut- und Lymphgefäßsystems kommt.

Eine spezielle Therapie soll der lebensfrohen, jungen Frau aber helfen. Bei einer Lymphdrainage soll das angestaute Wasser ausgeschwemmt werden. Und tatsächlich: Durch die Behandlung ihres Lymphsystems konnte der Umfang ihres rechten Beins um sechs Zentimeter verringert werden, sie verlor zudem vier Liter Wasser.

Die 19-Jährige ist glücklich darüber, dass ihr geholfen werden kann und dennoch hat sie sich an ihr Leben und ihre Krankheit gewöhnt: "Ich hatte keine andere Wahl, als mich daran zu gewöhnen, dass Menschen mich anstarren oder Fragen stellen. Von klein an habe ich mir deswegen immer gesagt, dass Seltenheit normal ist. Und dass das Einzige, was helfen kann, Bewusstsein ist. Also lernte ich zuerst selbst alles über meine Krankheit, um dann anderen Kindern davon erzählen zu können, noch bevor die mich fragen konnten“, schreibt Isa-Bella im Blog ‘The Lymphie Life‘.

Sie hat gelernt, ihr Leben in vollen Zügen zu genießen und einfach so zu sein, wie jeder andere Teenager auch. "Mein Zustand definiert mich nicht und er wird mich niemals davon abhalten, einen süßen Bikini zu tragen. Ich passe nicht in Skinny-Jeans oder ausgefallene Schuhe, also muss ich mir Alternativen suchen. Doch am Ende fühle ich mich super in meinem Körper. Selbstvertrauen ist das Wichtigste. Denn wenn Menschen jemanden treffen, der Selbstbewusstsein ausstrahlt - trotz einer Behinderung - dann haben sie kein Mitleid, sondern Bewunderung. Und das ist die Chance, ein guter Einfluss zu sein und die Standards der Schönheit zu verändern.“

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