Was Kohlensäure im Körper bewirkt

Mit oder ohne Kohlensäure? Wir entscheiden uns täglich für eine Wasser-Variante - doch welche Wirkung haben die Bläschen überhaupt auf unseren Körper?

Sprudelwasser ist ja ein bisschen aus der Mode gekommen. Wer "achtsam" ist und seinen Magen nicht überstrapazieren möchte, trinkt stilles Wasser. Dabei ist Mineralwasser mit Kohlensäure gar nicht so schlecht wie sein Ruf! Die kleinen, erfrischenden Bläschen - genau genommen in Wasser gelöstes Kohlendioxid - wirken durchaus auch positiv auf unseren Körper.

Wasser mit Kohlensäure - die Vorteile:

  • sorgt für eine bessere Durchblutung der Mund- und Magenschleimhaut
  • reinigt die Geschmackspapillen im Mund, sodass wir besser schmecken können
  • wirkt leicht desinfizierend
  • regt den Speichelfluss an
  • löst im Magen einen leichten Dehnungsreiz aus, bringt so die Magenbewegung in Schwung
  • unterstützt sanft den Darm, da es die Produktion von Verdauungssäften anregt
  • fördert die Nährstoffaufnahme
  • füllt den Magen und mindert so das Hungergefühl - hilft also beim Abnehmen (und hat - natürlich - keine Kalorien)
  • spült die Harnwege und damit auch Bakterien fort, die sonst eine Blasenentzündung oder Harnsteine verursachen können

Und wenn ich wirklich einen sensiblen Magen habe?

Klar, manchen Menschen bekommt Kohlensäure tatsächlich nicht gut. Sie müssen aufstoßen, bekommen Blähungen oder Bauchschmerzen und haben ein unangenehmes Völlegefühl. Grundsätzlich sollte man kohlensäurereiche Getränke nur schluckweise trinken und nicht das Glas auf Ex leeren. Für Sportler oder Menschen, die körperlich arbeiten und daher viel trinken müssen, eignet sich kohlensäurearmes oder stilles Mineralwasser besser.

Auch wer schnell Sodbrennen bekommt, eine geschädigte Magenwand hat oder zu viel Magensäure produziert, sollte Kohlensäure eher meiden, da sie die Produktion von Magensäure anregen und das Aufstoßen fördern kann. Tipp: Wasser mit viel Hydrogencarbonat neutralisiert Säuren.

Eine Frage des Geschmacks

Für einen gesunden Menschen ist Wasser mit viel, wenig oder gar keiner Kohlensäure gleich gut. Letztendlich ist es also eine reine Geschmacksfrage. Wichtiger als der Gehalt an Kohlensäure ist der Mineralgehalt eines Wassers. Ein hoher Gehalt an Calcium (ab 250 mg/l) oder Magnesium (ab 100mg/l) ist empfehlenswert.

Wenn ihr ein Baby habt und ihm die Flasche gebt, achtet darauf, dass auf dem Flaschenetikett der Hinweis "geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung" steht. Denn bei Babys darf der Gehalt an Natrium, Nitrat und Nitrit bestimmte Werte nicht überschreiten.

Gewusst? Wasser mit Kohlensäure als Küchenhelfer

Kohlensäurehaltiges Mineralwasser ist nicht nur zum Durstlöschen gut: Küchenprofis nutzen es zum Beispiel als Zutat für Saucen und Nachspeisen, ersetzen damit beim Backen das Backpulver oder braten so (statt mit Fett) ein Stück Fleisch an.

Ein weiterer Vorteil der Kohlensäure: Sie macht Wasser länger haltbar, weil sie Bakterien abtötet. Dank ihrem konservierenden Effekt bleiben daher auch (unangebrochene) Saftschorlen oder Limonaden lange frisch.

Wie viel sollte ich am Tag trinken?

Darauf gibt es keine Standardantwort, als Faustregel gilt: 30 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht - bei 65 kg wären das zum Beispiel knapp zwei Liter. Wenn ihr euch allerdings körperlich anstrengt, braucht ihr natürlich mehr. Na dann: Prost!

P.S.: Kohlensäure hat nichts mit Übersäuerung zu tun ...

Zugegeben, der Name ist irreführend - aber Wasser mit Kohlensäure wirkt auf unseren Säure-Basen-Haushalt nicht sauer, sondern neutral.

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