Werbung macht Kinder dick!

Dass Werbung auf Kinder besonders viel Einfluss hat, ist schon länger bekannt. Nun zeigt eine Langzeitstudie, wie spürbar Werbung ihrer Gesundheit schadet.

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Übergewicht: Ein Massenproblem

Kinder, die an Übergewicht leiden, sind nach wie vor ein großes Problem in Europa: Jedes fünfte Kind wird nach aktuellen Untersuchungen als "zu dick" eingestuft, in Deutschland sind es, je nach Bundesland, um die zehn Prozent der Kinder, die zu viel auf die Waage bringen. Dabei geht es natürlich nicht darum, dass nur noch gertenschlanke Model-Kinder auf den Schulhöfen herumtoben, sondern vor allem um gesundheitliche Probleme. Diabetes, Asthma, Kreislaufprobleme - die Liste von zum Teil gefährlichen Erkrankungen, die durch Übergewicht entstehen ist lang. Nicht zu vergessen: Bei Kindern wird die Körpergewichts-Einstellung fürs restliche Leben vorgenommen. Wer als Kind chronisch zu viele Kilos mit sich herumträgt, hat als Erwachsener oft keine Chance mehr, sie je loszuwerden.

Werbungs-Einfluss stärker als erwartet

Natürlich ist Übergewicht bei Kindern von vielen Faktoren abhängig - oft sind schon die Eltern oder das komplette Umfeld entsprechend geprägt. Aber eine europaweite Langzeitstudie zeigt jetzt, wie viel Einfluss die Werbung inzwischen auf das Gewicht von Kindern hat. Kinder, die regelmäßig Werbespots für süße oder fettige Snacks ausgesetzt sind, werden sie automatisch auch konsumieren - selbst, wenn die Eltern es eigentlich verbieten. Klar: Erstens schmeckt Junk-Food gut, zweitens will jeder mal gegen seine Eltern rebellieren - und drittens funktioniert schlicht Werbung genau so: Das Unterbewusstsein mit der Kaufempfehlung zupflastern, bis man gar nicht mehr anders kann. Besonders erschreckend: Viele Kinder entschieden sich in der Studie für Snacks, die sie eigentlich gar nicht mochten - das Werbeversprechen, dass es ihnen doch schmecken müsste, war stärker als das eigene Geschmacksempfinden!

Ist die Politik gefragt?

Ernährungswissenschaftler weisen nun wieder darauf hin, dass sich die Politik stärker für gesundes Essen an Schulen und generell bessere Aufklärung über schlechte Ernährung einsetzen sollte. Aber machen wir uns nichts vor: Eine Plakatkampagne mit Angela Merkel, die genussvoll in einen Brokkoli beißt, ist niemals so effektiv wie Eltern, die selbst stärker auf die Ernährung ihrer Kinder achten. Daher hilft alles nichts: Wenn wir an diesem Problem etwas ändern wollen, müssen wir selbst unseren Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit Essen und Ernährung vermitteln. Und, noch viel wichtiger: Es wird ein vernünftiges Verhältnis zu Werbung, die Kindern natürlich Spaß macht, aber ein gesundes Bewusstsein von "Die erzählen dir auch viel Quatsch, Kind!" benötigt.

heh
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