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Tennisarm: Ursachen und Behandlungswege

Tennisarm: Frau hält sich den Arm
© siam.pukkato / Shutterstock
Ein Tennisarm entsteht meist, wenn ein Arm oft einseitigen Belastungen ausgesetzt wird. Hier erfährst du, welche Ursachen ein Tennisarm hat und was hilft.

Was ist ein Tennisarm? 

Bei einem Tennisarm (auch: Tennisellenbogen) kommt es zu Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens, die in den ganzen Arm ausstrahlen können. Oft entsteht das Phänomen durch starke und / oder einseitige Belastungen – zum Beispiel beim Handwerken oder eben durch Schlägersportarten. Es kann mehrere Monate dauern, bis ein Tennisarm geheilt ist. Kräftigende Übungen für den Unterarm und das Handgelenk können den Heilungsprozess beschleunigen.

Ursachen und Risikofaktoren für einen Tennisarm

Es ist noch nicht restlos geklärt, warum ein Tennisarm entsteht. Früher dachte man, eine Muskelentzündung könnte dafür verantwortlich sein. Mittlerweile gehen Experten eher davon aus, dass es durch verschiedene Beanspruchungen zu winzigen Verletzungen und Verschleißerscheinungen am Ansatz der Sehnen unserer Muskeln kommt. Gerade plötzliche und starke Belastungen bei einer gleichzeitig unterentwickelten Unterarmmuskulatur können einen Tennisarm begünstigen. Wird ein Arm dauerhaft einseitig beansprucht, kann aber auch das zu einem Tennisellenbogen führen. Diese Auslöser und Risikofaktoren gibt es:

  • Schweres Heben, z. B. von Möbeln beim Umzug
  • Sportarten wie Tennis oder Rudern
  • Handwerksarbeiten, z. B Malen oder Schreinern
  • Überlastung durch PC-Arbeit
  • Spielen von Musikinstrumenten wie Geige

Obwohl der Name "Tennisarm" darauf hindeutet, dass die Schmerzen vor allem durch diese Sportart auftreten, ist Tennis im Vergleich eher ein seltenerer Auslöser für die Krankheit.

Welche Symptome treten bei einem Tennisarm auf?

Die Beschwerden beim Tennisarm machen sich bei fast allen Bewegungen des Armes, z. B. beim Beugen, Strecken, Drehen oder beim Heben sowie bei Berührungen bemerkbar. Schon kleine Belastungen wie das Greifen von Gegenständen können zu Schmerzen in der Hand führen. Folgende Symptome sind beim Tennisarm typisch:

  • Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens, die in den ganzen Arm ausstrahlen können und bei Belastungen verstärkt werden
  • Schwierigkeiten beim Zugreifen und Halten
  • Eingeschränkte Beweglichkeit
  • Schlafstörungen durch Schmerzen in der Nacht

Oft lassen die Beschwerden nach, wenn der Arm ruhig gehalten wird, die Schmerzen können aber auch in der Nacht auftreten. Übrigens kann es auch zu Schmerzen auf der Innenseite des Ellbogens kommen – das spricht für den sogenannten Golfer Arm, der ähnlich wie der Tennisarm behandelt wird.

Therapie: Welche Behandlung hilft beim Tennisarm?

Manchmal bessern sich die Schmerzen schon nach wenigen Wochen, in den meisten Fällen halten sie aber mehrere Monate an. Manche Patienten haben auch nach einem Jahr noch mit dem Tennisellenbogen zu kämpfen.

Bei der Behandlung geht es vor allem darum, den Arm und das Handgelenk möglichst beweglich zu halten und die Schmerzen einzudämmen. Es gibt dafür viele verschiedene Methoden, die von Ärzten eingesetzt werden, aber nicht für alle liegen Studien vor, die belegen, dass die jeweilige Therapie wirksam ist. Folgende Behandlungsmöglichkeiten kommen oft zum Einsatz:

  • Übungen zur Kräftigung von Unterarm und Handgelenk ("exzentrische Trainingstherapie")
  • Krankengymnastik
  • Tragen von Bandagen zur Schonung der Muskulatur
  • Kortisonspritzen gegen Schmerzen – sie können den Heilungsprozess aber verzögern
  • Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac

Es gibt keine Belege für eine Wirkung von Injektionstherapien (z B. mit Eigenblut), Laser- oder Stoßwellentherapien, Massagen oder Akupunktur. Auch der Nutzen einer Operation bei einem Tennisarm ist umstritten – dennoch wird sie manchmal angeboten, wenn die Schmerzen über Monate hinweg nicht gelindert werden können.

Lese-Tipps: Hier verraten wir noch, wie Autogenes Training sowie die Progressive Muskelentspannung funktionieren und wie Stressmanagement gelingt.

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