Tipps für Allergiker

Ganz lassen sich Allergene selten vermeiden. Macht nichts, schließlich kann man ihnen meistens aus dem Weg gehen. Hier verraten wir, wie das geht.

Pollenallergiker

Pollenallergiker haben kaum Chancen, den Allergenen, die draußen herumschwirren, zu entgehen. Trotzdem können sie sich wappnen. Wer nur gegen bestimmte Pollen allergisch ist, sollte die aktuellen Pollenfluginformationen verfolgen. Unter www.pollenstiftung.de finden Sie einen Pollenflugkalender sowie einen Telefonservice mit einer Pollenflugvorhersage für jedes einzelne Bundesland.

In ländlichen Gebieten erfolgt die größte Pollenausschüttung in den frühen Morgenstunden. Dort sollten die Fenster in dieser Zeit geschlossen bleiben. Die beste Zeit zum Lüften ist hier abends. Anders sieht es in den Städten aus: Hier tritt die geringste Pollenkonzentration in der Luft in den Morgenstunden auf. Daher sollte bevorzugt in dieser Zeit gelüftet werden.

Weitere Tipps

  • Autofahrer sollten ihren PKW mit einem Pollenfilter ausstatten
  • Möglichst jeden Abend vor dem Zubettgehen die Haare waschen und die Straßenkleidung außerhalb des Schlafzimmers ablegen, um keine Pollen ins Schlafzimmer einzuschleppen
  • Pollenschutzgitter vor den Fenstern können die Pollenkonzentration im Wohnraum verringern
  • Sonnenbrillen können sehr empfindliche Bindehäute vor übermäßigem Lichteinfall schützen, gut geeignet sind Modelle, die um die Augen herum dicht abschließen
  • Rauchen vermeiden, da die Allergene durch die ständige Reizung der Atemwege noch viel besser an den Schleimhäuten angreifen können

Milbenallergiker

Leiden Sie an einer Allergie gegen Hausstaubmilben? Für Matratzen und Bettwäsche gibt es allergendichte Überzüge, so genannte "Encasings", die wasserdampf- und luftdurchlässig sind, aber keine Milben und deren Exkremente und Allergene durchlassen. Empfehlenswert sind Oberbetten, die bei mindestens 60 Grad waschbar sind. Die Bettwäsche sollte jede Woche gewechselt werden.

Wichtig ist auch regelmäßiges Lüften, mindestens vier- bis fünfmal am Tag (Stoß- bzw. Querlüftung). Sie sollten auf keinen Fall Luftbefeuchter aufstellen. Die Zimmertemperatur sollte nach Möglichkeit nicht über 20 Grad liegen, die Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent.

Nach einer Studie, die der Deutsche Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB) gemeinsam mit der Gesellschaft für Umwelt- und Innenraumhygiene (GUI) durchgeführt hat, steigt das Risiko einer Feinstaubbelastung in Innenräumen bei Verwendung eines glatten Bodenbelags deutlich, während Teppichböden dieses Risiko minimieren. Glatte Bodenbeläge bieten den Hausstaubmilben zwar schlechtere Lebensbedingungen als Teppiche, allerdings wird der Hausstaub auf glatten Böden viel mehr aufgewirbelt und gelangt so leichter in die Atemluft. Kurzflorige Teppichböden binden den Staub besser, bis er abgesaugt wird. Für Allergiker sind glatte Böden nur günstiger, wenn sie häufig gewischt werden (mindestens jeden zweiten Tag).

Verzichten Sie auch auf Staubfänger wie Pflanzen und offene Bücherregale, Gardinen, Kissen und Wandbehänge. Als Alternative für textile Polstermöbel bieten sich Glattledersofas an.

Lebensmittelallergiker

Für Lebensmittelallergiker lautet die wichtigste Regel: bei starken Reaktionen den auslösenden Stoff konsequent meiden. Allerdings ist das oft sehr schwierig. In Brot, Kuchen, Fertigsoßen oder Säften können sich Soja oder Geschmacksverstärker verstecken, ein scheinbar harmloses Blumenkohlgericht im Restaurant kann mit einer Würzmischung versehen sein, die ein Allergen enthält. Obst, Gemüse und Getreide sollten Sie vor dem Verzehr kurz aufkochen. Dadurch wird das Allergen teilweise oder sogar ganz zerstört.

Allergien gegen Tiere

Hunde, Meerschweinchen, Kaninchen und Vögel können Allergien auslösen. Die stärksten Allergene aber stecken in den Speichel-, Talg- und Analdrüsen, in Hautschuppen und der Tränenflüssigkeit von Katzen und werden durch das Lecken über das gesamte Fell verteilt. Katzenallergene werden durch Luft und Kleidung auch in Räume transportiert, in denen sich nie eine Katze aufgehalten hat.

Zieht ein Katzenallergiker in eine Wohnung, in der vorher eine Katze gelebt hat, kann er selbst nach intensiven Reinigungsmaßnahmen mit starken Beschwerden reagieren. Durch die außerordentlich guten Schwebeigenschaften ist das Allergen auch noch Monate bis Jahre nach der Entfernung der Katze aus der Wohnung in der Luft nachweisbar.

Schimmelpilzallergiker

Schimmelpilzallergiker sollten Räume mit feuchtwarmer Luft meiden. Achten Sie auf die Luftfeuchtigkeit. Sie sollte zwischen 40 und 60 Prozent liegen und kann mithilfe eines "Hygrometers" gemessen werden. Hängen Sie keine Luftbefeuchter auf, sie bieten ideale Bedingungen für Schimmelpilze. Dasselbe gilt für Topfpflanzen, besonders mit Hydrokulturen.

Bei Schimmelpilzschäden in der Wohnung muss die Ursache ermittelt und der Schaden umgehend saniert werden. Wichtig ist auch, dass die Außenwände des Hauses gut isoliert sind. Lassen Sie nie angeschimmelte Nahrungsmittel in der Wohnung liegen. Das Schimmelpilzwachstum wird durch hohe Luftfeuchtigkeit gefördert. Regelmäßiges Stoß- oder Querlüften ist daher wichtig, um die Raumluftfeuchte zu reduzieren.

Allerdings gibt es auch im Freien Schimmelpilzsporen, sie können zum Beispiel beim Rechen von Laub aufgewirbelt werden. Auch Kompostanlagen sollten Betroffene meiden.

Zum Weiterlesen

Die Stiftung Warentest und die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen haben ein neues sehr informatives Buch zum Thema Allergien herausgegeben.

"Allergien - Diagnose, Vorbeugung, Behandlung". Preis: 19,90 Euro, zu bestellen über www.test.de.

Fachliche Beratung: Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB). Stand: März 2007

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