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Berührend! Todkranke Menschen erzählen: Darum hat mir die Diagnose Glück gebracht

Todkranke Menschen erzählen: Krebskranke Frau mit Blumen
© ABO PHOTOGRAPHY / Shutterstock
Kann es etwas Gutes haben, zu erfahren, dass man unheilbar krank ist und bald sterben wird? Einige Betroffene auf Quora finden: ja. Und erzählen ihre Geschichte.

Wie fühlt es sich an, wenn man von seinen Ärzten erfährt, dass man unheilbar krank ist und bald sterben wird? Und wie geht man damit um? Mit diesen Fragen haben sich einige User auf der Seite Quora beschäftigt. Ein anonymer Threadersteller berichtet dort, wie er mit seiner eigenen Diagnose umgegangen ist und wie er es schafft, trotzdem sein Leben so gut es geht zu leben.

Der Mann erzählt, dass er seinen Tumor selbst entdeckt und ihn anschließend über ein Jahr hinweg einfach ignoriert habe. Er habe sich eingeredet, dass der tastbare Knoten sicher nichts Schlimmes sei. Doch gerade deshalb sei die letztendliche Diagnose, dass er unheilbaren Krebs habe, für ihn kein allzu großer Schock mehr gewesen. Und: Er habe mit seiner Krankheit Frieden geschlossen.

Witzigerweise sorge ich mich nicht allzu sehr um mich selbst. Ich habe fast die ganze Welt bereist und Menschen unter wesentlich schlimmeren Umständen leben sehen. Ich habe bisher ein sehr gutes Leben und viel Glück gehabt.

Der Threadersteller ist in seinen Dreißigern und sicher, dass er seine Vierziger noch erreichen wird. Und in gewisser Weise ist er für seine Diagnose dankbar: "Dass ich vielleicht noch fünf oder zehn Jahre leben kann, gibt mir die Gelegenheit, noch viele coole Dinge zu tun und das Leben zu genießen – was ich wirklich tue! Zumindest verbringe ich nun mehr Zeit mit meiner Familie als in der Vergangenheit, unternehme viel mit meinem Partner, reise viel und habe sogar mehr Spaß als zuvor. Und ich streiche noch einige Sachen von meiner Bucket List."

Die Geschichte des anonymen Mannes wurde vielfach von anderen Betroffenen kommentiert – und auch einige andere finden tatsächlich etwas Gutes an ihrer Diagnose. Wir haben einige Auszüge der Userkommentare zusammengestellt:

Ric Steel: "Ich habe tödlichen Gehirn- und Knochenkrebs und tat mir selbst als erstes einfach nur leid. Aber entweder akzeptiert man die Situation oder man ertrinkt in Verzweiflung. Man muss die Diagnose nicht mögen, sobald man sie aber akzeptiert, erkennt man auch, dass man nicht die unzerstörbare Kraft ist, für die man sich selbst gehalten hat. Es fühlt sich ein wenig an, als würde einem das Gewicht der ganzen Welt von den Schultern genommen. Es ist seltsam, aber von Anfang an gewusst zu haben, dass meine Krankheit unheilbar ist, hat der ganzen Situation ihren Stress genommen."

Trude Anabell Emmanuelsen: "Normalerweise ist es nicht die Diagnose selbst, die uns glücklich macht. Aber dass man überhaupt eine Diagnose bekommt, macht glücklich. Es geht darum, nach einem langen schmerzhaften Weg das zu finden, wonach man gesucht hat. Einfach um die Bestätigung zu haben, dass das, was man durchmacht, real ist. Dass man gesehen und gehört wird. Dass man die Hilfe und Unterstützung bekommt, die man benötigt. (…) Also ja, glücklich zu sein, ist vollkommen normal. (…) Das ist wie die Suche nach einem verlorenen Elternteil: Du weißt, dass du vielleicht schlechte Nachrichten bekommst. Aber diese Nachricht erleichtert dich auch, weil sie dir sagt, wer du bist. Und wir wollen ja alle wissen, wer wir sind."

Carol Flemming: "Ich bin ein Stufe IV-Krebspatient, was bedeutet, dass mein Krebs zwar behandelbar, aber nicht heilbar oder operabel ist. Als ich die Diagnose bekam, fühlte ich mich anfangs wie ein Reh, das vom Scheinwerferlicht geblendet wird. Als der Schock abklang, wurde es eine Angelegenheit der Einstellung. Eine positive Einstellung zu behalten hilft, eine unheilbar tödliche Erkrankung zu bekämpfen und damit umzugehen.

Es hilft natürlich auch, sich zu informieren. Sei nicht zurückhaltend: Dein Ärzteteam, inklusive deines Onkologen, ist DEIN Ärzteteam. Teile deine Gedanken und Ideen über mögliche Behandlungen und deine Pläne. Sieh deine Erkrankung nicht als Todesurteil. Eine Sache, die am Leben definitiv stimmt, ist, dass wir irgendwann alle sterben, aber wir wissen nicht wann, wo oder wie. Bis dahin sollten wir unser Leben bestmöglich leben und jeden Tag genießen."

Dina Evan: "(…) Ich habe eine solche Diagnose und kann damit leben. Ich glaube, dass man hierher – zu dieser Schule namens Erde – kommt, um herauszufinden, wer man ist, zu tun, was man zu tun hat und wenn man glaubt, dass man das erledigt hat, einfach glücklich zu leben. Also flieg los, wenn du bereit bist – Liebe ist das einzige, was dich erwartet."

sp

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