Neue Antibaby-Pille birgt höheres Thrombose-Risiko

Neu ist nicht gleich besser: Wie ein Bericht der Techniker Krankenkasse zeigt, sind die Nebenwirkungen der neuen Antibaby-Pillen höchst bedenklich. Demnach vergrößern die Pillen das Thrombose-Risiko.

Pillen-Generationen im Vergleich

Die Antibaby-Pillen der dritten und vierten Generation versprechen reinere Haut und eine Linderung der Schmerzen während der Periode. Besser sind die neuen Präparate deshalb noch lange nicht. Das zeigt ein in Berlin veröffentlichter "Pillenreport", der in Zusammenarbeit der Techniker Krankenkasse (TK) mit der Universität Bremen erstellt wurde. Demnach seien Präparate der zweiten Generation wie Trisiston, Novastep oder Illinia genauso sichere Verhütungsmittel wie die neu auf den Markt gebrachten Antibaby-Pillen.

Grundsätzlich haben die Antibaby-Pillen der früheren Generationen zwar ein geringeres Thrombose-Risiko, ganz ohne unerwünschte Nebeneffekte bleiben diese aber ebenfalls nicht. So klagten etwa einige Frauen über Zwischenblutungen oder dauerhafte Menstruationsbeschwerden.

Thrombose-Gefahr deutlich erhöht

Dass die Pille ein Thrombose-Risiko birgt, ist schon länger bekannt. Weniger bekannt sind hingegen die Zahlen, die für sich sprechen: Auf 10.000 Nutzerinnen kommen neun bis zwölf Gefäßverschlüsse. Das sind etwa 1,5 bis zwei Mal mehr Thrombose-Fälle als bei der Pille der zweiten Generation. Doch nicht nur die Dritte, sondern auch vierte Generation der Antibaby-Pillen wie Cyproderm, Belara oder Petibelle birgt das Risiko, ein solches Blutgerinnsel bzw. einen Thrombus in einem Blutgefäß oder im Herzen auszulösen. Der Blutpropf behindert den Blutstrom und kann - je nachdem, wo er liegt - im schlimmsten Fall zu einer Lungenembolie oder einen Schlaganfall führen.

Um auf der sicheren Seite zu sein, empfiehlt Professor Gerd Glaeske, unter dessen Leitung der Report entstanden ist: "Pillen der zweiten Generation bleiben die Mittel der Wahl zur oralen Verhütung, bei allen anderen sind die Risiken höher oder schwerer einschätzbar – und beides birgt unübersehbare Gefahren für Frauen, die solche Pillen schlucken!"

Nutzen überwiegt Risiken

Auch wenn die Pillen der neueren Generationen unerwünschte bereithalten, bekamen im vergangenen Jahr laut TK circa 76.290 Versicherte eine Pille verschrieben, die ein unklares Gesundheitsrisiko haben. 40.577 Frauen griffen zum altbewährten Präparat. Belegbare Daten zu an Thrombose erkrankten Frauen – und welche Pille sie nahmen – konnte die Krankenkasse nicht nennen.

Grundsätzlich ist es sinnvoll, dass sich Erstanwenderinnen von ihrem Frauenarzt über die Risiken aufklären sollten. "In diesen Fällen muss die ärztliche Beratung auch darauf abzielen, dass Verhütungspillen keine Lifestyle-Produkte sind, sondern Arzneimittel, die mit Risiken verbunden sein können", betonte ein Sprecher des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn.

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Kommentare (5)

Kommentare (5)

  • Anonymer User
    Anonymer User
    Es geht ja nicht so sehr darum, dass die Pille nicht auch gut vertragen wird. Das ist sicherlich für einige Frauen der Fall. Das Problem ist aber, dass sie auch viele Risiken und Nebenwirkungen mit sich bringt, die einfach verharmlost werden von den Herstellern - und noch darüber hinaus als Lifestyle-Produkt vermarktet werden. Ich kenne eben auch Frauenärzte, die Patientinnen überhaupt nichts zum Thromboserisiko fragen, geschweige den testen, und es dann einfach verschreiben. Und da finde ich es gut, dass dann wenigstens auch hier in dieser Form mal darüberaufgeklärt wird - auch wenn das eigentlich schon alles bekannt ist. Je öfter es gesagt wird, umso besser!
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Nuja, ihr lasst dem ganzen aber wirklich gar nichts Gutes...

    Ja, es besteht die bekannte Gefahr, steht aber doch meistens mit anderen Ursachen in Verbindung oder Wechselwirkung. Und ja, es kann depressiv machen. MUSS es aber nicht. Ich nehme seit 14Jahren die Pille, immer das gleiche Präparat, und habe keine Probleme damit, besser noch: einen endlich geregelten Zyklus und weniger Schmerzen als ohne die Pille. Und es wirkt sich auch nicht auf meine Libido oder mein emotionales Empfinden aus. Also im Klartext sollte jeder einfach für sich selbst den passenden Weg finden und alle Risiken abschätzen. Manchmal hilft vielleicht auch ein Test auf Gefährdung durch Thrombose bevor man sich für die Pille entscheidet.



    Ein rätselhafter Text bleibt es alle mal, da keine klare Abgrenzung der diversen Generationen an Pillen gegeben wird. Ansich also nicht wirklich Neues, was noch keine vorher wusste.
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Hallo,



    also leider lese und bekomme ich immer noch so oft mit, wie viele Mädels, die trotz aller Nebenwirkungen, aber einfach aus "Faulheit" weiterhin die Pille nehmen. Ich muss sagen, dass ich froh bin, recht schnell diese Nebenwirkungen gemerkt zu haben, sodass ich schnell für mich eine Verhütung ohne Hormone in Angriff genommen habe und nun eeeeendlich seit fast 2 Jahren glücklich mit der Kupferkette mein Liebesleben ausleben kann. Ich hoffe, dass einige Mädels es irgendwann realisieren und merken werden, dass das Problem "Thrombose" eine langfristige Krankheit ist und nicht unbedingt von einem Tag auf den anderen auftritt. Damit will ich nur sagen, was ihr eurem Körper mit einer Pille jetzt antut, kann er euch dann mit einer Thrombose zurückzahlen...egal wann.
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Wen juckt's? Pimpern kommt eh aus der Mode. Welche Frau weiß den schon, wie man den Ganghebel bedient? Die lassen sich eh lieber bedienen und fragen selten, was sie für den Kerl tun könnten. Also ich kann den jungen Herren nur raten, laßt die Finger von den Mädels. Bringt nur Ärger mit den Zicken. Kauft Euch nen Sportwagen und genießt das Leben. Ohne Frauen. Sonst habt Ihr irgendwann Kinder, eine nölende Frau und KEINEN Sportwagen. Das werdet Ihr sonst Euer Leben lang bereuen.
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Na, so neu ist die Erkenntnis auch nicht. Das wusste man auch schon vor einem Jahr - trotzdem gut, dass es hier nochmals aufgegriffen wird. Viele wissen einfach nicht, welchen Risiken sie sich mit der Pille aussetzen - gerade junge Mädchen, die sich dadurch Beauty-Treatments erhoffen. Thrombose ist immer so das Angstwort, dabei hat die Pille mit Depressionen, Stimmungsschwankungen, Panikattacken, Libidoverlust etc. noch viele andere krasse Nebenwirkungen im Petto. Ich hab's auch erst gemerkt, als es zu spät war und ein emotionales Wrack war. Da war's für mich dann genug. Pille in den Müll geschmissen und verhüte seitdem sehr glücklich hormonfrei mit dem cyclotest: Einfach, sicher, ohne Nebenwirkungen - warum sollte man sich die Pille antun, wenn es doch so viele andere, gute hormonfreie Alternativen gibt?!

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