6 "unsichtbare" Krankheiten, die ganz real sind

"Unsichtbare" Krankheiten sind schwer zu diagnostizieren, nicht zuletzt, weil sie äußerlich nicht erkennbar sind. Sechs Erkrankungen, die für die Betroffenen mehr als real sind.

Die Betroffenen wirken für Außenstehende gesund und werden oft als Hypochonder abgestempelt. Doch chronische Beschwerden oder Erkrankungen, die schwer zu diagnostizieren sind, sind durchaus real. Gemeint sind Krankheiten wie das chronische Fatigue-Syndrom, Fibromyalgie, das Reizdarmsyndrom oder Lupus, die dem Betroffenen Schmerzen bereiten, aber selten vom Arzt festgestellt werden.

1. Chronisches Fatigue-Syndrom

Totale Erschöpfung, bleierne Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten: Symptome, die viele Ursachen haben können. Wenn die Müdigkeit jedoch chronisch wird und mit anderen Anzeichen wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Gelenkschmerzen und diffusen Schwindel einhergehen, könnte das auch auf ein chronisches Fatigue-Syndrom hindeuten. Zunächst aber muss der Arzt andere Ursachen für die dauerhafte Abgeschlagenheit ausschließen. Nur wenn er dabei nicht fündig wird, darf er die Diagnose "CFS" stellen. Das hat den Grund, dass die Krankheit nicht durch eindeutige Befunde (wie etwa Blutwerte) angezeigt werden kann.

2. Fibromyalgie

Eine weitere "unsichtbare" Krankheit ist die sogenannte Fibromyalgie, von der laut Krankenkassen-Daten rund 0,5 Prozent der Menschen hierzulande betroffen sind. Die Dunkelziffer dürfte jedoch weitaus höher liegen, da viele Symptome andere Erkrankungen imitieren und viele ärztliche Fachgebiete betreffen. Im Blut und im Röntgenbild ist Fibromyalgie leider nicht nachzuweisen. Außerdem müssen auch hier entzündliche und Stoffwechselerkrankungen vom Arzt ausgeschlossen werden. Typische Beschwerden sind: Schmerzen in Armen, Beinen und Rücken, Schwellungen in Händen und Füßen sowie Reizmagen und Reizdarm.

3. Lupus

Die Autoimmunkrankheit Lupus erythematodes beginnt mit recht beliebigen Symptomen wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Fieber, Gelenkschmerzen und Gewichtsverlust – erst allmählich kommen plötzlich auftretende Hautveränderungen hinzu, insbesondere dann, wenn die Hautpartien Sonne ausgesetzt wurden. Im Allgemeinen dauert es sehr lange, bis Lupus erkannt wird, was an den unterschiedlichen Symptomen und der Seltenheit dieser Erkrankung liegt. Bekanntheit erlangte die Erkrankung 2015, als Selena Gomez bekannt gab, an Lupus erkrankt zu sein.

4. Reizdarmsyndrom

Als Reizdarmsyndrom wird eine Funktionsstörung des Darms bezeichnet, für die sich trotz gründlicher ärztlicher Untersuchungen keine körperliche Ursache finden lässt. Zu den Symptomen eines Reizdarms zählen wiederkehrende Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung und Blähungen. Auch bei diesem Syndrom gilt: Die Diagnose "Reizdarm" kann erst gestellt werden, wenn andere Ursachen, wie (Magen-)Darmerkrankungen, Magengeschwüre, Tumore und Nahrungsmittelunverträglichkeiten, für die Beschwerden ausgeschlossen werden. Die Ursache für das Reizdarmsyndrom ist noch immer nicht geklärt, psychischer Stress spielt jedoch eine wesentliche Rolle.

5. Psychosomatische Erkrankungen

Unter psychosomatischen Erkrankungen werden körperliche Beschwerden verstanden, die durch psychische Belastungen oder Faktoren hervorgerufen werden. Der Betroffene verspürt also unterschiedliche Symptome, die medizinisch nicht zu erklären sind. So kann Stress beispielsweise Bluthochdruck auslösen, Angst oder Ärger das Immunsystem schwächen und Unzufriedenheit das Risiko für Rücken- und Kopfschmerzen erhöhen. Folgende Redensarten bringen das Zusammenspiel von Psyche und Körper zum Ausdruck:

  • Etwas geht uns an die Nieren.
  • Etwas geht uns unter die Haut.
  • Liebe geht durch den Magen.
  • Gebrochenes Herz durch Liebeskummer.
  • Etwas liegt uns wie ein Stein im Magen.

6. Wind-Turbinen-Syndrom

Infraschall, also Druckschwankungen unter 20 Hertz, wird durch Windkraftanlagen, Straßenverkehrslärm, Haushaltselektronik oder Maschinen mit hohem Schallpegel ausgelöst. Setzen wir uns diesem Schall in hohen Intensitäten aus, kann das schwerwiegende Folgen für die Gesundheit haben. Erste Anzeichen für eine zu hohe Einwirkung von Infraschall auf den eigenen Körper sind Schlafstörungen, Benommenheit, innere Unruhe und Gleichgewichtsstörungen. Darüber hinaus kann sich das Wind-Turbinen-Syndrom entwickeln – eine "unsichtbare", neurologische Erkrankung, die mit Symptomen wie Kopfschmerzen, Ohrendruck, Übelkeit, Panikattacken und Schwitzen einhergeht.

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