Uran im Trinkwasser: Angst vorm Wasserhahn?

Dürfen wir unseren Babys jetzt kein Leitungswasser mehr geben? Eine Foodwatch-Studie verunsichert Eltern.

Das Leitungswasser in manchen Regionen Deutschlands soll deutlich stärker mit Uran belastet sein als bisher bekannt. Das berichtet das ARD-Magazin Report München und beruft sich dabei auf eine Erhebung der Verbraucherrechtsorganisation Foodwatch. Das Bundesgesundheitsministerium will nun einen Grenzwert für das giftige Schwermetall im Trinkwasser festlegen.

Auch laut einer älteren Studie des Instituts für Pflanzenernährung und Bodenkunde liegt der Urangehalt in insgesamt 13 süddeutschen Städten über zwei Mikrogramm pro Liter. Das wiederum ist der gesetzlich vorgeschriebene Höchstwert für Mineralwasser, das für Säuglinge geeignet ist. Die Festlegung dieses Wertes hatte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vor zwei Jahren auf den Weg gebracht.

Dessen Sprecherin, Dr. Irene Lukassowitz, wirkt allerdings über die aktuelle Diskussion eher irritiert. "Was mich daran ärgert, ist die Verunsicherung insbesondere von Eltern." Es werde - wenn von Uranbelastung die Rede sei - immer suggeriert, es handele sich um ein Strahlenrisiko. Dabei gehe es um ein chemisches Risiko. Uran könne in sehr hohen Dosen - "weit über 20 Mikrogramm" beispielsweise die Nieren schädigen. Dies wisse man durch Tierversuche. Aber: "Es ist überhaupt kein Risiko, Kinder mit Wasser aus dem Hahn zu versorgen."

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Man habe den Grenzwert für Säuglingsmineralwasser nicht aus gesundheitlichen Aspekten festgelegt, sondern damit sich speziell für Säuglinge angebotene Wasser überhaupt von anderen Mineralwassern unterscheiden. "Wir sind vom worst, worst case ausgegangen und haben diesen Wert sicherheitshalber noch mal durch zwei geteilt."

Das Umweltbundesamt gibt einen Leitwert von zehn Mikrogramm pro Kubikmeter Leitungswasser an. Dieser sei, so Andreas Deffner vom Bundesgesundheitsministerium, ausgesprochen niedrig angesetzt, sogar niedriger als der von der WHO empfohlene.

Beim Umweltbundesamt wie auch beim BfR begrüßt man es indes, dass das Gesundheitsministerium voraussichtlich bis Herbst dieses Jahres einen Gesetzesentwurf für einen bundeseinheitlichen Uran-Grenzwert im Trinkwasser erarbeiten will.

Text: Daniela Barth Foto: iStockphoto
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