Verhütungsring – das solltest du wissen

Der Verhütungsring ist einfach anzuwenden und gilt als ähnlich sicher wie die Pille. Was du noch über die hormonelle Verhütungsmethode wissen solltest, erfährst du hier. 

Verhütungsring – hormonelle Verhütung

Der Verhütungsring besteht aus Kunststoff, hat einen Durchmesser von etwa 40-64 mm und enthält wie die Kombinationspille Hormone (Östrogen und Gestagen), die er in der Scheide abgibt. Die Hormone verhindern den Eisprung und verdicken den Schleim des Gebärmutterhalses, um ihn für Spermien undurchdringbar zu machen.

Verhütungsring: wie sicher ist er?

Der Vaginalring schützt ähnlich sicher wie die Pille vor einer Schwangerschaft: bei einer korrekten Anwendung liegt die Versagerquote bei unter 1 Prozent. Wird der Verhütungsring am ersten Tag des Zyklus eingeführt, besteht direkt Verhütungsschutz. Wird er zwischen dem zweiten und dem fünften Zyklustag verwendet, sollte die nächsten 7 Tage zusätzlich mit einem Kondom verhütet werden.

Wo kann ich den Verhütungsring bekommen?

Der Verhütungsring wird nach einer Untersuchung bzw. einem Gespräch mit deiner Ärztin oder deinem Arzt verschrieben. Ausgehändigt bekommst du den Ring in der Apotheke.

Verhütungsring – die Kosten

Der Preis des Vaginalrings variiert je nach Packungsgröße: für drei Monate liegt er zwischen 35 und 48 Euro und für 6 Monate zwischen 64 und 79 Euro. Die Kosten für den Verhütungsring werden in der Regel nicht von der Krankenkasse übernommen, als Kassenrezept ist also eine Zuzahlung fällig.

Wie wende ich einen Verhütungsring an?

Die Anwendung des Verhütungsringes ist relativ leicht: Am ersten Tag der Monatsblutung wird der Kunststoffring von der Frau selber in die Scheide eingeführt – wie bei einem Tampon. Dazu den Ring leicht mit Daumen und Zeigefinger zusammendrücken und einführen. Dort verbleibt der Ring 21 Tage, also drei Wochen lang und wird dann selbst wieder entfernt. Nach einer siebentägigen Pause, in der die Periode einsetzt, wird ein neuer Ring eingeführt, am besten zur selben Uhrzeit wie bei der ersten Anwendung. Damit der Empfängnisschutz gewährleistet ist, muss die Kontinuität bei der Anwendung strikt eingehalten werden! Auch während der ringfreien Woche bleibt der Schutz weiter bestehen, vorausgesetzt natürlich, der Ring wurde korrekt verwendet. Für gewöhnlich spürt die Frau den Verhütungsring generell und auch beim Geschlechtsverkehr nicht. Sollte er dennoch mal stören oder sich unerwartet lösen, darf der Vaginalring maximal drei Stunden aus dem Körper entfernt werden! Und muss dann natürlich wieder eingesetzt werden. Vorher nur (!) mit lauwarmem Wasser abspülen.

Verhütungsring – darauf solltest du achten

  • Der Kunststoffring darf nicht länger als drei Stunden pro 24 Stunden entfernt werden.
  • Der neue Ring sollte nach der Pause nicht später als sieben Tage und drei Stunden eingesetzt werden.
  • Einige Medikamente können die Wirkung beeinträchtigen. Bespreche das mit deinem Frauenarzt.
  • Wie bei der Pille sind auch hier Nebenwirkungen möglich (u. a. Kopfschmerzen, Brustschmerzen oder Übelkeit)
  • Der Vaginalring bietet keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten.
  • Damit der Verhütungsring nicht aus Versehen herausgezogen werden kann, ist beim Geschlechtsverkehr, beim Wechseln des Tampons oder beim starken Pressen beim Stuhlgang Vorsicht geboten. Ist der Ring zu lange außerhalb des Körpers, ist kein Empfängnisschutz mehr gegeben.
  • Das Risiko für Thrombose steigt. Ob du dafür anfällig bist, kannst du mit deiner Ärztin besprechen.    

Vorteile des Vaginalrings

Ein großer Vorteil bei dieser Verhütungsmethode gegenüber der Pille ist, dass nicht jeden Tag daran gedacht werden muss, diese einzunehmen. Auch beeinträchtigen Magen-Darm-Probleme (wie Durchfall und Erbrechen) die Wirkung des Ringes nicht, da die Hormone nicht über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden müssen. Und: Stellt sich irgendwann ein Kinderwunsch ein, schwindet der Verhütungsschutz durch entfernen des Ringes relativ schnell.

Auf unserer Themenseite Verhütung klären wir Fragen wie  "Ab wann wirkt die Pille?" und informieren z. B. über den hormonfreien Ovularing und die Pille für den Mann

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jd
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