Wadenkrämpfe trotz Magnesium: Was hilft?

Warum treten bei einigen Menschen Wadenkrämpfe trotz Magnesium auf? Hier erfährst du mögliche Ursachen und was gegen die Beschwerden helfen kann.

Wadenkrämpfe trotz Magnesium – was ist der Grund dafür?

Tatsächlich ist ein Magnesiummangel häufig eine naheliegende Ursache für nächtliche Wadenkrämpfe. Denn Magnesium ist für das komplexe Zusammenspiel der Muskeln sehr wichtig: Es sorgt dafür, dass sich die Muskeln nach einer Anspannung wieder entspannen können. Ist im Körper zu wenig Magnesium vorhanden, kommt es durch dessen Gegenspieler Calcium dazu, dass sich die Muskeln unwillkürlich zusammenziehen – ein Krampf beginnt.

Wenn man gut mit Magnesium versorgt ist, aber trotzdem häufig unter Wadenkrämpfen leidet, kann das verschiedene Ursachen haben – beispielsweise können Wadenkrämpfe trotz Magnesium ein Zeichen für verschiedene Krankheiten sein.

Anderer Mineralstoffmangel als Ursache

Nicht nur Magnesium ist wichtig, um die Muskulatur zu unterstützen. Auch Mineralstoffe wie Natrium, Kalium und eben Calcium gehören zu den Elektrolyten, die der Körper braucht. Sind wir damit unterversorgt, ist die Muskelfunktion gestört – was sich unter anderem durch Muskelkrämpfe bemerkbar machen kann.

Wer also weiß, dass er genug Magnesium aufnimmt (Frauen ab 25 sollten z. B. 300 Milligramm täglich aufnehmen), sollte mithilfe eines Tests beim Arzt überprüfen lassen, ob ein anderer Mineralstoffmangel als Ursache für die Wadenkrämpfe infrage kommt. Liegt ein bestimmter Mangel vor, lässt sich dieser oft schon durch eine ausgewogenere Ernährung beheben.

Medikamente als Verursacher von Wadenkrämpfen

Wenn Wadenkrämpfe trotz ausreichender Versorgung mit Magnesium auftreten, lohnt es sich, einen Blick auf die Beipackzettel verschiedener Medikamente zu werfen. Manche Medikamente begünstigen Krämpfe in den Muskeln – entsprechende Hinweise findet man im Abschnitt Nebenwirkungen. Unter anderem können folgende Medikamente für Wadenkrämpfe sorgen:

  • Blutdrucksenker (sogenannte ACE-Hemmer)
  • Diuretika (harntreibende Medikamente)
  • Abführmittel

Lassen sich Beschwerden auf ein solches Präparat zurückführen, sollten Betroffene mit dem Arzt darüber sprechen, ob es alternative Mittel gibt.

Wadenkrämpfe trotz Magnesium: Wenn Erkrankungen schuld sind

Kommen die Beschwerden nicht von einem Magnesiummangel, sollten verschiedene Erkrankungen als mögliche Ursache ausgeschlossen werden. Beispielsweise könnten muskelbedingte Krankheiten Krämpfe begünstigen. Folgende Erkrankungen kommen als Ursache infrage:

  • Neurologische Erkrankungen: Für die Steuerung der Muskeln sind die Signale bestimmter Nerven nötig. Liegt eine neurologische Erkrankung wie beispielsweise eine Nervenlähmung oder ein Bandscheibenvorfall vor, kann dies Wadenkrämpfe begünstigen.
  • Muskelerkrankungen ("Myopathien"): Viele Muskelerkrankungen, die sich oft auf genetische Faktoren zurückführen lassen, ziehen auch eine Muskelschwäche nach sich. Vor allem nächtliche Wadenkrämpfe trotz ausreichend Magnesium treten dadurch auf.
  • Diabetes: Patienten mit Diabetes haben oft einen generell niedrigen Magnesiumspiegel. Das hat zwei Gründe: Zum einen scheiden sie über den Urin vermehrt Magnesium aus, zum anderen müssen sie oft kohlenhydratreiche Lebensmittel, in denen viel Magnesium vorhanden ist, meiden. Menschen, die zuckerkrank sind, sollten deshalb mit ihrem Arzt darüber sprechen, wie sie ihren Magnesiumhaushalt in Balance halten können.
  • Unterfunktion der Nebenschilddrüse: In der Nebenschilddrüse wird ein Hormon gebildet, das den Calciumspiegel im Körper beeinflusst. Liegt eine Unterfunktion der Nebenschilddrüse vor, sinkt der Calciumspiegel – was Krämpfe verursachen kann, die mehrere Stunden dauern können.
  • Nierenerkrankungen: Die Niere ist unter anderem für die Flüssigkeitsregulation des Körpers mit verantwortlich. Bei einer Nierenerkrankung kann es passieren, dass vermehrt wichtige Mineralstoffe über den Urin ausgeschieden werden und so ein kontinuierlicher Mangel entsteht.
  • Durchblutungsstörungen: Auch allgemeine Durchblutungsstörungen können dafür sorgen, dass die Muskulatur nicht mehr richtig arbeiten kann. Durch die mangelnde Durchblutung ziehen die Muskeln sich schneller zusammen und verkrampfen.
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Wadenkrämpfe durch überbelastete Muskeln

Sportler leiden vergleichsweise häufig an Wadenkrämpfen. Das hat mehrere Gründe. Besonders Leistungssportler tendieren oft dazu, sich und ihren Muskeln zwischen den Trainingseinheiten zu wenige Ruhepausen zu gönnen. Die Muskulatur steht also unter dauerhafter Anspannung und neigt eher dazu, zu verkrampfen. Wer viel trainiert, scheidet außerdem durch stärkeres Schwitzen mehr Magnesium aus und kann so in einen Magnesiummangel fallen.

Wadenkrämpfe durch unterbelastete Muskeln

Auch das Gegenteil zum vorherigen Punkt ist möglich: Wer sich im Alltag gar nicht oder zu wenig bewegt, baut nicht nur Muskeln ab, sondern muss auch damit rechnen, dass die Muskeln bei jeder plötzlichen Anstrengung mit Krämpfen reagieren.

Muskelkrämpfe in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft steigt das Risiko für Muskelkrämpfe, vor allem in den Waden. Schwangere haben einen deutlich erhöhten Bedarf an Mineralstoffen, dazu gehört auch Magnesium. Wird dieser Bedarf nicht gedeckt, kommt es eher zu Wadenkrämpfen, vor allem in der Nacht. Mit fortschreitender Schwangerschaft kann außerdem die Gebärmutter auf verschiedene Nervenbahnen drücken – auch dadurch können Verkrampfungen entstehen.

Drogen- und Alkoholmissbrauch begünstigen Wadenkrämpfe

Der Missbrauch von Drogen und Alkohol hat viele schädliche Effekte auf den Körper. Auch die Muskulatur kann dadurch Schaden nehmen. Neben Krämpfen kann es auch zu unkontrollierbarem Muskelzucken und/oder zu Kribbeln oder Taubheitsgefühlen kommen.

Was kann ich tun, wenn Wadenkrämpfe trotz Magnesium auftreten?

Entstehen nur hin und wieder vereinzelt Krämpfe, ist das nicht direkt ein Grund zur Beunruhigung. Treten Muskel- oder Wadenkrämpfe aber regelmäßig immer wieder auf, sollte ein Arzt nach möglichen Ursachen forschen und diese behandeln. Kommt beispielsweise eine Grunderkrankung in Betracht, muss diese zunächst therapiert werden. Auch folgende Maßnahmen helfen dabei, Krämpfe zu verhindern:

  • Ausgewogen ernähren, d. h. viel Obst und Gemüse sowie Fisch, ballaststoffreiche Lebensmittel (z. B. Vollkorn), mageres Fleisch und ein paar Milchprodukte essen.
  • Regelmäßiger Sport, oft reicht es dazu schon, jeweils dreimal pro Woche je 30 Minuten radzufahren oder zu schwimmen.
  • Mineralstoffmangel verhindern, wobei unter anderem die gesunde Ernährung hilft. Besonders Schwangere sollten darauf achten, ihren erhöhten Bedarf zu decken.
  • Medikamente durch andere Präparate ersetzen, wenn Muskelkrämpfe eine Nebenwirkung sind.
  • Alkohol- und Drogenmissbrauch einstellen.
  • Tägliche Lockerungsübungen durchführen, damit die Muskeln entspannt bleiben.
  • Durchblutung verbessern, beispielsweise durch Wechselduschen oder sanfte Massagen.

Lesetipps: Hier erfährst du alles über Muskelkrämpfe und Wadenkrämpfe nachts. Außerdem erklären wir, wie du deine Durchblutung fördern kannst.

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