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Wadenwickel So wendest du sie richtig an

Wadenwickel: Wadenwickel an Unterschenkeln
© granata68 / Shutterstock
Wadenwickel sind ein altbewährtes Hausmittel, das bei Fieber angewendet werden kann. Wir erklären, was ihr dabei beachten müsst! 

Wadenwickel: Hilfe bei Fieber

Fieber ist meist eine Begleiterscheinung bei Krankheiten wie einer Erkältung. Daher sollte man bei Fieber auf jeden Fall einen Arzt konsultieren und die Ursache abklären lassen! In Absprache mit dem Arzt können Wadenwickel sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern aber eine unterstützende Maßnahme sein, um das Fieber auf sanfte Art zu senken. Achtung: Bei Kindern sollte man Wadenwickel frühestens in einem Alter von etwa 18 bis 24 Monaten verwenden.

Wirkung von Wadenwickeln

Durch die feuchten Wickel werden die Unterschenkel gekühlt. Mit diesem Kältereiz wird das vegetative Nervensystem des Körpers angekurbelt. Der Sympathikus sorgt zuerst für eine Anregung des Stoffwechsels, eine Steigerung des Blutdrucks und eine Vertiefung der Atmung. Sobald die Wickel warm werden, wird der Parasympathikus aktiviert, welcher für Schmerzlinderung und Entspannung sorgt. Zu diesem Zeitpunkt sollten die Wadenwickel entfernt werden.

So werden Wadenwickel angewendet

Zusätzlich zu fiebersenkenden Mitteln und in Absprache mit dem Arzt können Wadenwickel als Hausmittel dazu beitragen, die Körpertemperatur z. B. bei einer Erkältung mit hohem Fieber (ab 39 Grad Celsius) um ein halbes bis ein Grad langsam zu senken. Außerdem wirken sie beruhigend und können bei Kopfschmerzen helfen. 

Utensilien:

  • zwei Innentücher: Baumwoll- oder Leinentücher wie zum Beispiel Stoffwindeln oder Geschirrhandtücher. Keine Kunstfasern, da diese zu einem Wärmestau führen können!
  • zwei größere Zwischentücher: Baumwoll- oder Leinentücher
  • ein größeres Außentuch zum Abdecken: zum Beispiel Molton-Tuch
  • gegebenenfalls Bettschutz: zum Beispiel Woll- oder Frotteetuch; kein Plastik

Wichtig:

  • Handwarmes Wasser verwenden! Bei Kindern sollte die Temperatur 28 bis 32 Grad betragen, bei Erwachsenen reicht eine Behandlung mit kühlem Wasser von etwa 16 bis 20 Grad Celsius. Zu kaltes Wasser führt dazu, dass das Schwitzen unterbrochen und somit das Zurückführen der Körpertemperatur gebremst wird.
  • Vor den Wickeln und eine halbe Stunde danach Fieber messen!
  • Bettruhe beachten!

Durchführung von Wadenwickeln

So wendest du Wadenwickel richtig an:

  • Gegebenenfalls Bettschutz unterlegen
  • Innentücher befeuchten und auswringen
  • Tücher faltenfrei um beide Unterschenkel (Fußgelenk bis Kniekehle) anlegen
  • Trockene Zwischentücher um die Innentücher wickeln
  • Außentuch darunterlegen oder um Beine wickeln
  • Wadenwickel zehn bis 20 Minuten wirken lassen 
  • Nach der Anwendung 20 Minuten Pause einlegen
  • Insgesamt drei Durchgänge mit Pausen durchführen
  • Wickel können bis zu zwei Mal pro Tag erfolgen

Achtung:

  • Bei hohem Fieber sowohl Auflagezeit als auch Pausen verkürzen.
  • Friert der Patient, Wadenwickel abnehmen!
  • Generell bei kleinen Kindern die Wadenwickel nicht länger als zehn Minuten durchführen.
  • Wenn die Wickel Hauttemperatur erreicht haben, fühlen sie sich nicht mehr kalt an und müssen abgenommen werden.
  • Ist die Körpertemperatur um bereits ein Grad Celsius gesenkt worden, sollten besser keine weiteren Wadenwickel durchgeführt werden.

Unterstützende Zusätze für Wadenwickel

Es ist möglich, die Wirkung der Wadenwickel mit Zusätzen noch zu verstärken. Dafür eignet sich beispielsweise Essig – er wirkt nicht nur beruhigend und erfrischend, sondern unterstützt die Wadenwickel auch bei der Wärmeableitung. Dazu einfach etwas Essigessenz zum Wasser hinzugeben. Faustregel: fünf Esslöffel Essigessenz auf einen Liter Wasser. Alternativ kann man gegen Entzündungen auch Heilerde verwenden. Dazu einfach Heilerdebrei messerdick auf die feuchten Tücher verstreichen und die Wickel wie beschrieben anlegen.

Wann kann ich Wadenwickel noch anwenden?

Abgesehen von der Anwendung bei Fieber kann man Wadenwickel auch noch in folgenden Fällen verwenden:

  • bei lokalen Entzündungen, beispielsweise der Venen
  • Nach einer hohen Belastung der Beine, beispielsweise nach langem Stehen oder Laufen
  • Spannungsschmerzen in den Beinen
  • bei rheumatischen Schüben
  • bei Arthrose

Wann dürfen Wadenwickel nicht angewendet werden?

Die Wickel auf keinen Fall anwenden bei:

  • Kalten Waden
  • Kalten Füßen und Händen
  • Blasenentzündung
  • Ansteigendem Fieber
  • Schüttelfrost
  • Bei starker Unruhe
  • Durchblutungsstörungen in den Beinen
  • Beschwerden am Ischiasnerv

Bei Fragen und Unklarheiten immer Rücksprache mit dem Arzt halten! Das gilt auch, wenn die Beschwerden trotz der Behandlungen durch Wadenwickel über längere Zeit anhalten oder gar schlimmer werden.

Du interessierst dich für weitere Themen rund um Gesundheit? Hier klären wir auf zum Thema: Ab wann habe ich Fieber und hier im Speziellen zu Fieber bei Kindern. Hier erfährst du außerdem, mit welchen Hausmitteln du zusätzlich Fieber senken kannst. 

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Quellen

Baumgärtner, U. und Merk, B.: Wickel und Auflagen – Naturheilkundliche Pflegemethoden erfolgreich anwenden, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2014

Thüler, M.: Wohltuende Wickel, Wickel und Kompressen in der Kranken- und Gesundheitspflege, Thüler Maya Verlag, 2013

Bachmann R, Schleinkofer B: Natürlich gesund mit Kneipp, Stuttgart Trias-Verlag 2013

Kunze P, Weigert V: Wickel, Tees und Mutterliebe. Die besten Hausmittel für kranke Kinder, München Gräfe und Unzer Verlag 2012  

Brüggemann, W. (Hrsg.): Kneipp-Therapie – Ein Lehrbuch, Springer-Verlag, 1980

Brigitte

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