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Studie Du schläfst gerne mit Licht? Warum das deiner Gesundheit schaden kann

Warum das Schlafen mit Licht deiner Gesundheit schaden kann
© realstock1 / Adobe Stock
Eine US-Uni hat untersucht, ob und wie Licht den Schlaf stören und unser Krankheitsrisiko erhöhen kann. Die Ergebnisse bringen keine guten Nachrichten für Nachtlicht-Fans.

Gehörst du auch zu den Menschen, die viiiel besser schlafen, wenn im Zimmer ein kleines Licht brennt? Oder schlummerst du gerne beim Fernsehen ein – und lässt das TV-Gerät (oder den Laptop) dann einfach laufen? Das solltest du noch mal überdenken, denn mit Licht zu schlafen, kann unserer Gesundheit schaden – das haben nun Forschende der Northwestern University in Chicago herausgefunden. 

Für die Studie haben die Wissenschaftler:innen sich die Frage gestellt, welche biologischen Auswirkungen verschieden helle Lichtquellen in der Nacht haben können. Dafür haben sie 20 junge Erwachsene für drei Tage und zwei Nächte in ein Schlaflabor eingeladen. Dort haben die Teilnehmenden unter unterschiedlichen Lichteinflüssen geschlafen und in regelmäßigen Abständen Blutproben abgegeben, die die Forschenden untersucht haben. Außerdem wurde den Proband:innen der Blutdruck sowie der Puls gemessen und mithilfe eines speziellen medizinischen Geräts die Schlafqualität analysiert.

Herz-Kreislauf-System + Zuckerstoffwechsel leiden unter Schlafen bei Licht

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass schon wenig Licht sowohl die Regulierung unseres Zuckerstoffwechsels als auch unser Herz-Kreislauf-System negativ beeinflussen kann. Die Proband:innen hatten ab einer bestimmten Lichtintensität eine erhöhte Herzfrequenz sowie einen erhöhten Puls. Außerdem wiesen sie eine gesteigerte Insulinresistenz auf. Daraus schlossen die Forschenden, dass Lichteinstrahlung während des Schlafens das Risiko für Herzerkrankungen und Diabetes erhöhen kann.

Eine der Autorinnen der Studie, Dr. Phyllis C. Zee, erklärte im Gespräch mit "Medical News Today" drei mögliche Gründe für diesen Zusammenhang. Die erste mögliche Ursache sei, dass Licht uns aufwecken und erschrecken könne, was den Puls in die Höhe treiben könne. Der zweite mögliche Grund hängt mit unserem Schlaf-Wach-Rhythmus zusammen: "Licht kann unseren zirkadianen Rhythmus sowie die Melatonin-Produktion beeinflussen", so Zee. Melatonin ist ein Hormon, das uns schläfrig macht und so den genannten Rhythmus reguliert. Der macht uns im Idealfall abends müde und tagsüber wach.

Mögliche Erklärungen für das erhöhte Krankheitsrisiko durch zu helles Licht während der Nacht

Zee hält allerdings die dritte mögliche Deutung für die wahrscheinlichste: "Wir vermuten, dass Licht Hirnregionen aktiviert, die das autonome Nervensystem regulieren. Denn es gab einen Zusammenhang zwischen der Herzfrequenz und der Insulinresistenz", so die Wissenschaftlerin.

Obwohl dieser Zusammenhang zwischen Lichteinflüssen beim Schlafen und dem Risiko für Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems sowie Diabetes eine spannende Entdeckung ist, sind die Ergebnisse mit Vorsicht zu genießen. Das liegt einmal an der Demografie der Proband:innen – alle waren junge, gesunde Menschen. Wie sich Licht auf den Schlaf und die Gesundheit von Menschen aus anderen Altersgruppen auswirkt, bleibt offen. Außerdem war das Experiment für einen kurzen Zeitraum von nur zwei Nächten angesetzt – zu kurz, um langfristige Schlüsse daraus ziehen zu können.

Wir schlafen besser mit wenig Licht

Trotz aller Unsicherheiten empfehlen die Forschenden der Northwestern University, in einem möglichst dunklen Raum zu schlafen. Dabei können etwa Vorhänge oder (Verdunklungs-)Rollos helfen. Auf Nachtlichter und andere Lichtquellen solltest du verzichten, ebenso auf Fernseher oder Laptop. Falls es dir nicht möglich ist, dein Schlafzimmer komplett abzudunkeln, könnte eine Schlafmaske helfen, besser zu schlafen und so Krankheitsrisiken zu mindern.

Verwendete Quelle: medicalnewstoday.com, zentrum-der-gesundheit.de

mbl Brigitte

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