Was plötzlicher Koffeinentzug mit deinem Körper macht

Kaffeejunkies aufgepasst: Wir erklären, warum du nicht von heute auf morgen komplett auf Koffeinentzug gehen solltest und was die Abgewöhnung bewirkt.

Hilfe, Koffeinentzug!

Gehörst du auch zu den Menschen, die ohne eine Tasse Kaffee nicht mal aus dem Haus, geschweige denn bis ins Büro kommen, ohne durchzudrehen? Und die den Satz "Die Kaffeemaschine ist kaputt" mit der untersten Ebene der Hölle gleichsetzen? Dann hast du bestimmt auch schon mal über einen kalten Koffeinentzug nachgedacht – schließlich gilt Kaffee in Maßen als sehr gesund, mehr als vier bis fünf Tassen pro Tag können aber negative Folgen haben. Und welcher richtige Kaffeejunkie trinkt denn nur vier Tassen täglich?

Gesundheit: Bin ich süchtig nach Kaffee? 

Aus einer täglichen Tasse Kaffee werden über die Zeit oft ganz schnell mal ein paar mehr – und je mehr wir trinken, desto höher wird unsere Toleranz gegenüber dem Koffein. Kurz gesagt: Wir müssten immer mehr und mehr trinken, um den wachmachenden Effekt des Aufputschmittels auf Dauer auf einem konstanten Level zu erhalten, denn der Körper gewöhnt sich an die Zufuhr. Ärzte streiten zwar darüber, ob Koffein tatsächlich zu einer medizinischen Abhängigkeit führen kann, dass durch einen plötzlichen Kaffee-Entzug Symptome auftreten können, ist aber belegt.

Symptome: So wirkt sich ein Koffeinentzug auf deinen Körper aus

Wenn du den Koffeinentzug von heute auf morgen schon mal getestet hast, hast du ihn vermutlich genauso schnell wieder aufgegeben und erneut zum Kaffee gegriffen. Denn fehlendes Koffein kann sich durch einige sehr unangenehme Entzugserscheinungen bemerkbar machen. Dazu zählen:

Wirkung: Was macht Koffein eigentlich im Körper?

Es dauert gerade mal 30 Minuten, bis die geliebte Tasse Kaffee wirkt. Und sie pusht unseren Körper bis zu vier Stunden, indem sie:

  • Das Herz schneller schlagen lässt,
  • den Puls und den Blutdruck erhöht,
  • die Konzentration steigert,
  • die Müdigkeit senkt,
  • die Blutgefäße verengt, was Kopfschmerzen lindert
  • und die Sauerstoffversorgung der Muskeln verbessert.

Kein Wunder, dass der Körper anfängt zu quengeln, wenn das Koffein plötzlich ausbleibt, oder?

Aber warum passiert das?

Verschiedene Rezeptoren im Gehirn sind dafür verantwortlich, dass wir uns entspannen und uns nicht überfordern. Dazu zählen auch die sogenannten Adenosinrezeptoren: Dockt sich der Stoff Adenosin an diese an, fahren wir quasi herunter und es wird die Produktion von Dopamin und Noradrenalin, die uns normalerweise pushen, gedrosselt. Die Wirkung: Der Herzschlag wird beruhigt, wir finden eher zur Ruhe. Trinken wir Kaffee, dockt sich statt Adenosin Koffein an die Rezeptoren an. Das hat genau den gegenteiligen Effekt – der Körper möchte Ruhe, wird jedoch aufgeputscht. 

Wer jeden Tag eine Menge Kaffee trinkt, gewöhnt den Körper wie gesagt daran und versetzt ihn in Dauerstress. Das Gehirn reagiert darauf mit der Produktion von noch mehr Adenosin, um seine geforderte Ruhe durchzusetzen. Kommt es jetzt zu einem plötzlichen Koffeinentzug, herrscht ein Ungleichgewicht zwischen Adenosin und den dazu gehörenden aktivierenden Botenstoffen. Dieses Ungleichgewicht macht sich durch die genannten Symptome beim Kaffee-Entzug bemerkbar.

Koffein reduzieren: Wie geht der Entzug richtig?

Wegen der möglichen Beschwerden solltest du nicht von heute auf morgen komplett auf Kaffee verzichten. Stattdessen ist es sinnvoll, das Koffein quasi auszuschleichen: Ersetze zunächst nur eine deiner täglichen Tassen Kaffee, zum Beispiel mit Kräutertee. Alle zwei bis drei Tage ersetzt du einen Kaffee mehr mit Tee. 

Tipp: Starte die Entwöhnung einen bis zwei Tage vor dem Wochenende, damit du mit den dadurch möglicherweise auftretenden Kopfschmerzen nicht auf der Arbeit sitzen musst. Achte außerdem darauf, dass du generell genügend Flüssigkeit aufnimmst – am besten natürlich Wasser, aber auch Tee ist erlaubt. Ansonsten lenkst du dich am besten so gut wie möglich vom Gedanken an Kaffee ab – die Entzugserscheinungen sollten nach einigen Tagen, maximal zwei Wochen abgeklungen sein.

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