Was tun bei Zeckenbiss? Tipps und Tricks

Sie sind klein, gemein, saugen sich mit unserem Blut voll und übertragen gefährliche Krankheiten. Die Rede ist von Zecken. Aber was tun bei Zeckenbiss?

Zecken entfernen - so machst du es selber

Wenn du an dir eine Zecke entdeckst, kannst du sie selber entfernen. Eigentlich reicht hierzu eine klassische Pinzette. Hiermit packst du dir den Blutsauger und ziehst ihn aus der Haut.

Achtung: Du solltest so nah wie möglich an der Haut zupacken, damit du den Kopf der Zecke erwischst. Ziehst du zu kräftig am hinteren Teil des Körpers, kann es passieren, dass der Kopf bzw. die Mundwerkzeuge steckenbleiben, was das Ansteckungs-Risiko erhöht.

Einfacher kannst du Zecken mit speziellem Werkzeug entfernen. So bekommst du zum Beispiel in der Drogerie oder in der Apotheke Zecken-Zangen, Zecken-Hebel oder Zecken-Schlingen, mit denen du die Biester aus der Haut bekommst. Praktisch für unterwegs ist auch eine sogenannte Zeckenkarte, die im Kreditkartenformat eine kleine Lupe und Ösen enthält, mit der man den Parasiten aus der Haut ziehen kann.

Wenn du Zecken entfernst, zieh sie immer flott und mit gleichmäßigem Zug aus der Haut. Du kannst dabei eine Drehbewegung machen oder sie gerade aus der Haut ziehen, das ist egal. Wichtig ist, dass du den Körper und vor allem die Mundwerkzeuge nicht zerdrückst, damit die Zecke nicht noch mehr Schadstoffe in die Wunde absondert.

Wenn du dich nicht an den kleinen Blutsauger ran traust, kannst du die Zecke auch von einem Arzt entfernen lassen. Dann aber bitte flott - je schneller die Zecke draußen ist, desto besser!

Zeckenbiss - wann muss ich zum Arzt?

Wenn du dich nicht traust, die Zecke zu entfernen, kannst du das einen Arzt machen lassen - aber auch später gibt es Situationen, in denen es ratsam ist, einen Experten zu Rate zu ziehen! Wenn du von einer Zecke gebissen wurdest, solltest du die Stichstelle sorgsam beobachten. Rötet sie sich komisch, wird der Fleck immer größer oder bewegt sich sogar (sogenannte Wanderröte)? Ab zum Doc!

Achtung: Auch wenn du keine Wanderröte an der Einstichstelle feststellst, kann es sein, dass du dir etwas von der Zecke eingefangen hast. Deswegen achte besonders darauf, wie sich die Biss-Stelle verhält und ob du Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindelgefühle oder Gelenkschmerzen bekommst. Im Zweifelsfall: Gehe lieber einmal zu oft zum Arzt, wenn dir irgendetwas komisch vorkommt. Mit Meningoenzephalitis oder Borreliose ist nicht zu Spaßen (mehr zu der Gefahr durch FSME und Borrellien liest du weiter unten)! 

Übrigens: Auch die Zeckenschutzimpfung kannst du von deinem Arzt vornehmen lassen.

Was ist eigentlich eine Zecke?

Zecken sind kleine Biester, die vor allem an Waldrändern und auf Wiesen leben. Sie hausen meist in hohem Gras oder Gebüschen. Zecken sind wandelbare Parasiten: Es gibt weltweit fast 1000 verschiedene Arten. In Deutschland kommt vor allem der Gemeine Holzbock vor.

Warum das Image von Zecken so schlecht ist? Weil sie im wahrsten Sinne des Wortes Blutsauger sind. Sie führen ein faules Leben, bis sie ein Wirtstier finden, auf das sie sich fallenlassen und sein Blut aussaugen können. Und dieses Wirtstier kann eben auch ein Mensch sein.

Zecken sind übrigens keine Insekten, sondern gehören biologisch zu den Spinnentieren (noch ein Grund mehr, sie eklig zu finden!). Und: Auch wenn wir eigentlich immer von einem Zeckenbiss sprechen, wäre wissenschaftlich gesehen die Bezeichnung Zeckenstich richtig, denn die Zecke nutzt einen speziellen Stechrüssel, um durch die Haut ihres Wirts zu kommen - gebissen wird da nicht, auch wenn wir manchmal denken, dass sich die Blutsauger regelrecht "festbeißen".

Warum ist ein Zeckenbiss gefährlich?

Wir alle wissen wohl, dass Zeckenbisse gefährlich und manchmal sogar lebensbedrohlich sind - aber warum eigentlich? Zunächst einmal: Der Biss bzw. Stich an sich ist komplett harmlos. Zeckenbisse tun nicht weh und jucken in der Regel auch nicht - doch genau daher kommt die Gefahr.

Denn: Zecken können gefährliche Krankheiten übertragen. Wenn sie Blut saugen, hängen sie stunden-, manchmal tagelang an ihren Wirtstieren. Das geht, weil ihr Speichel ein Betäubungsmittel enthält, damit der Wirt die Attacke nicht bemerkt. Dabei besteht immer die Gefahr, dass sich dieses Wirtstier ansteckt, weil die Zecke während des Saugens auch teilweise verdaute Nahrung in die Wunde zurückspuckt.

Für Menschen sind insbesondere Borreliose und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) gefährlich, die durch Zecken übertragen werden. Während man sich gegen FSME  impfen lassen kann, gibt es noch keine Zeckenimpfung, die uns vor Borreliose schützt, die von Borrellien ausgelöst wird. Borrelien sind Bakterien, die viele Zecken in sich tragen.

Wo sind die Risikogebiete in Deutschland? 

Während die Gefahr, sich mit Borreliose-Erregern zu infizieren, in ganz Deutschland gegeben ist (die Gefahr liegt nach einem Zeckenbiss bei 1:40, in Süddeutschland sogar bei 1:15), ist das Risiko, nach einem Zeckenbiss an FSME zu erkranken, vor allem in den so genannten Risikogebieten hoch. 

Je weiter südlich wir uns in Deutschland bewegen, desto höher ist das Ansteckungsrisiko. Die Quote hier liegt bei etwa 1:150. Doch auch, wer nicht in einem Risikogebiet wohnt, sollte immer vorsichtig sein und - sollte er gebissen werden - die Zecke so schnell wie möglich komplett entfernen.

Was tun, wenn mein Hund eine Zecke hat?

Viele Hundehalter (und auch Katzenbesitzer) kennen Zecken vor allem von ihren vierbeinigen Freunden. Auch sie sind ideale Wirtstiere für die Parasiten - teilweise noch bessere, als wir Menschen, weil sie öfter durchs Gras streifen.

Und auch wenn dein Hund und deine Katze nicht so sehr durch übertragbare Krankheiten gefährdet sind, solltest du die Parasiten schnell aus ihrem Fell entfernen. Denn die Biester lassen sich, wenn sie fertig Blut gesaugt haben, einfach wieder fallen - und greifen schon bald den nächsten Wirt an. Das kannst dann zum Beispiel du sein. Deswegen sollten wir eine Zecke, die wir uns über unsere Haustiere in die Wohnung holen, schnell unschädlich machen.

Wie kann ich mich vor einem Zeckenbiss schützen?

Nach dem Zeckenbiss ist vor dem drohenden nächsten Zeckenbiss - und am besten lässt du es jetzt gar nicht mehr so weit kommen. Damit du optimal vor den Blutsaugern geschützt bist, solltest du beim nächsten Ausflug in die Natur lange Kleidung (vor allem Hosen) tragen. Noch besser bist du gerüstet, wenn du deine Hosenbeine in die Socken steckst oder zum Beispiel mit einem Hosengummi abdichtest (egal, wie es aussieht - es geht um deine Gesundheit!).

Wenn deine lange Hose dann auch noch hell ist (zum Beispiel weiß oder hellgrau), kannst du die kleinen Plagegeister noch besser entdecken, wenn sie versuchen, an dir hochzukrabbeln. Nach deinem Ausflug solltest du dich immer gründlich absuchen. Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, ziehst du dich in einem separaten Zimmer aus, statt die Hose einfach auf den Schlafzimmer-Teppich zu werfen.

Zecken suchen sich feuchte und warme Stellen deines Körpers, um zuzubeißen. Deswegen suche dich am ganzen Körper ab, beliebte Biss-Stellen sind etwa unter den Achseln oder in den Kniekehlen. Am besten hilft dir eine Vertrauensperson, die Körperstellen absucht, die für dich selber nicht so gut einsehbar sind.

Sterben Zecken in der Waschmaschine?

Wenn du deine Wanderhose ausgezogen hast und direkt in die Waschmaschine schmeißt, sterben die Viecher ab, oder? Nein! Zecken sind extrem belastbar - auch eine Vollwäsche bei 40 Grad kann ihnen nichts anhaben. Selbst im Gefrierfach überleben die Parasiten 24 Stunden lang.

Du merkst: Die Spinnentiere sind richtig anstrengende kleine Plagegeister! Am besten hältst du deshalb nach jedem Ausflug in die Natur die Augen auf und gibst ihnen damit gar nicht erst die Chance, dein Blut auszusaugen!

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