Model verliert beide Beine - weil es Tampons benutzt hat

Weil sie Tampons benutzt hat, erlitt Lauren ein Toxisches Schocksyndrom. Die junge Frau verlor zunächst ihr rechtes Bein - nun muss ihr auch das linke abgenommen werden.

Tampons brachten ihr fast den Tod

Das Leben hatte es gut mit ihr gemeint: 1,80 Meter groß, hübsch, sportlich, aufgewachsen unter kalifornischer Sonne. Das Model Lauren Wasser (heute 29) war ein It-Girl in Los Angeles, fuhr täglich 60 Kilometer Rad und bekam ein Basketball-Stipendium angeboten. Doch sie entschied sich für ihre Modelkarriere: Schon als Zweijährige war sie auf dem Cover der italienischen "Vogue" zu sehen.
Dann lag sie mit 24 plötzlich mit 41 Grad Fieber im Bett. Zuvor hatte sie das Gefühl gehabt, eine Erkältung zu bekommen. Noch wusste sie nicht, dass es vermutlich Tampons waren, die ihr fast den Tod bringen würden.

Angewohnheit mit fatalen Folgen: Junge ernährt sich jahrelang nur von Pommes

Ihre Mutter, die im Krankenhaus lag, machte sich irgendwann Sorgen, weil ihre Tochter sich nicht meldete, und schickte die Polizei und einen Freund bei ihr vorbei. Sie fanden Lauren mit dem Gesicht nach unten auf dem Schlafzimmerboden. Zehn Minuten später wäre sie tot gewesen, sagten die Ärzte. Lauren hatte einen Herzinfarkt erlitten, andere Organe waren kurz vor dem Versagen. Die Diagnose: Toxisches Schocksyndrom (TSS).

Lauren wurde in ein künstliches Koma versetzt und überlebte knapp. Danach hatte sie unerträglich brennende Schmerzen in Händen und Füßen. Die Infektion hatte zu einem Gangrän geführt. Damit sie überlebt, mussten die Ärzte ihr das rechte Bein unterhalb des Knies amputieren. "Ich habe mich so für mein Bein geschämt", sagte sie zu später zu "People". "Ich habe mich so geschämt, und ich wusste nicht, wie die Leute reagieren würden, denn die alte Lauren hatte diesen Makel nicht."

Doch Laurens Leidensgeschichte endet hier nicht. Auch wenn sie jahrelang tapfer und lebensfroh ihren Weg ging und als Model die Laufstege der Welt auch mit nur einem Bein eroberte, wurde sie wieder vom Schicksal eingeholt. Fünf Jahre nach der ersten Infektion steht nun fest: Lauren wird auch ihr anderes Bein verlieren.

"Es gibt nichts, was ich dagegen tun könnte," schreibt die 29-Jährige in einer Kolumne. Schon damals hätten die Ärzte ihr gesagt, es bestehe eine 50/50-Chance, dass sie das linke Bein behalten kann - damals rieten sie ihr dazu, direkt beide Beine amputieren zu lassen.


Die synthetischen Fasern sind der ideale Nährböden für Bakterien

Das Toxische Schocksyndrom wurde erstmals in den 80er Jahren beschrieben, als mehrere junge Mädchen starben, weil sie Tampons verwendet hatten. Bei dem Syndrom wird der Körper von Staphylokokken befallen, die toxische Stoffe produzieren.
Nach den Todesfällen wurde die Aufnahmefähigkeit von Tampons reglementiert. Denn die gefährliche Infektion tritt vor allem bei Tampons auf, die viel Blut aufnehmen können – weil sie statt reiner Baumwolle synthetische Fasern enthalten. Die sind zwar besonders saugfähig, bieten Bakterien aber auch einen idealen Nährboden.

Lauren will auf die Gefahr aufmerksam machen

Die künstlich hergestellten Bestandteile machen Tampons so gefährlich. Lauren hat den Tampon-Hersteller "Kimberley-Clark-Corporation" und die Drogeriekette, bei der sie ihre Tampons gekauft hatte. Sie hofft, mit der Klage auf die Gefahren von synthetischen Materialien in Tampons aufmerksam zu machen.

Die Hersteller begnügen sich mit Warnhinweisen auf den Beipackzetteln, obwohl "seit 20 Jahren Materialien zur Verfügung stehen, die Tampons sicherer machen würden. Sie werden eben bloß nicht verwendet", so Laurens Anwalt Hunter J. Shkolnik zu "Vice".

"Man bezeichnet die Tampons als ‚natürlich‘, obwohl es die künstlich hergestellten Bestandteile sind, die sie so gefährlich machen. Dieses Marketing lässt junge Frauen glauben, dass Tampons aus natürlicher Baumwolle bestehen, aber sie sind weder natürlich noch aus Baumwolle. Wäre das der Fall, dann würde das Risiko eines toxischen Schocks gegen Null gegen," so Shkolnik. Die Tampons, die Lauren verwendete, hatten den klangvollen Namen "Kotex Natural Balance."

sar; Foto: Jennifer Rovero / Camraface
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