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Serien-Streamen in Endlosschleife Binge-Watching ist gar so nicht ungesund – wenn du eine Sache beachtest

Frau schaut Fernsehen: Binge-Watching ist gar so nicht ungesund – wenn du eine Sache beachtest
© ABO PHOTOGRAPHY / Shutterstock
Ja ja, Mama, zu viel Fernsehen macht viereckige Augen... Dabei ist das Binge-Watchen unserer Lieblingsserien gar nicht unbedingt ungesund. Ein Faktor spielt dabei aber eine entscheidende Rolle.

Kaum vorstellbar, dass wir früher wirklich jeden Tag oder jede Woche zu einer bestimmten Uhrzeit vor dem Fernseher saßen, um unsere Serie zu gucken. In Zeiten von Netflix und Co. müssen wir zum Glück nicht mehr auf einen bestimmten Zeitpunkt warten, sondern können genau das sehen, was wir möchten – und zwar exakt dann, wann es uns passt.

Die Kehrseite des Ganzen: Weil es keinen automatische End-Zeitpunkt mehr gibt, schauen wir gern eine Folge nach der anderen. Und dann noch eine… Mit dem Konzept Streaming kam auch das Binge-Watching in unser Leben. Und das führt nicht immer zu gesunden Verhaltensweisen.

Beim Binge-Watching geht es um Kontrolle

"Netflix ist auf Binge-Watching aufgebaut", erklärt Dr. Emil Steiner, Assistenzprofessor für Journalistik an der Rowan University in Philadelphia, gegenüber der "Deutschen Welle". "So möchte es das eigene Angebot vom Fernsehen abheben. Das Interessante daran ist: Die Zuschauer nutzen die Kontrolle, die sie durch Streaming-Plattformen haben, so, dass sie so viel wie möglich konsumieren."

Besonders unser Schlaf kann unter dem endlosen Streamen leiden, wie diverse Studien nachweisen konnten. Aber ist das Binge-Viewing wirklich immer ungesund? Nicht unbedingt, wie Dr. Schneider uns versichert. Es hängt nämlich einfach davon ab, WIE wir gucken. Hier unterscheiden Expert:innen zwischen "Cringe-Watching" und "Feast-Watching".

Cringe-Watching vs. Feast-Watching: Wann Seriengucken unserer Gesundheit nicht (so stark) schadet

Definitiv nicht gesund ist das sogenannte Cringe-Watching. Cringe heißt im Englischen so viel wie "schaudern, zurückschrecken, sich schämen". Die wichtigsten Merkmale dieser Art des Serien-Streamens sind, dass wir es allein tun, zufällig und abgelenkt. Man lässt hier also eher nebenbei etwas laufen und ist vielleicht noch mit dem Smartphone beschäftigt (hallo Second Screen!).

Dr. Emil Steiner und sein Team haben herausgefunden, dass das unserer Gesundheit alles andere als zuträglich ist. "Wir können voraussagen, dass man Cringe-Watching hinterher bereuen wird. Wir haben empirische Daten, die das zeigen." Das Cringe-Watchen hinterlässt hinterher oft ein schlechtes Gefühl.

Gesünder ist das sogenannte Feast-Watching – angelehnt an das englische Wort für "Festmahl, Feierlichkeit". Der große Unterschied ist hier, dass wir etwas ganz bewusst schauen. Wir planen das Streamen unserer Shows oft im Voraus und verabreden uns möglicherweise mit dem:der Partner:in oder der liebsten Freundin dafür. Sehr aufmerksamer Konsum unserer Lieblings-Shows bewahrt uns also davor, das Binge-Watching im Nachhinein zu bereuen. Stattdessen freuen wir uns vorher darauf und genießen es dann auch so richtig.

Das richtige Maß beim Streamen finden

Trotzdem sollte das Streamen in einem gewissen zeitlichen Rahmen bleiben, denn sonst wird es wieder schädlich für die Gesundheit – egal, wie bewusst und aufmerksam wir schauen. "Wie bei jedem Festmahl gilt: Wenn man zu viel isst, hat man das Gefühl, nicht mehr die Kontrolle zu haben", erklärt Dr. Steiner. "Beim Binge-Watching geht es also um das Austarieren der Kontrolle, die dem Zuschauer wie noch nie zuvor gegeben wurde."

Verwendete Quelle: spektrum.de, Deutsche Welle

Brigitte

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