Zahnpflege in den Wechseljahren: Saures hilft

Viele Frauen spazieren ohne Beschwerden durch die Wechseljahre. Andere kämpfen mit Hitzeattacken und Stimmungsschwankungen. Wir haben Ärztinnen und Therapeuten gefragt, was ihnen jenseits der üblichen Symptome an Frauen ab 40 auffällt.

Diesen Monat: 

Dr. Susann Eggers, Zahnärztin in Hamburg, über brennende Zungen, Zahnfleischprobleme und Zitronenbonbons

"Dass Hormone auch in der Zahnarztpraxis, also bei Zähnen und Zahnfleisch, eine Rolle spielen, da kommt man erst mal nicht drauf, viele Zahnärzte und -ärztinnen eingeschlossen: In unserer Ausbildung findet das Thema so gut wie nicht statt. Dabei ist es ja gar nicht erstaunlich, schließlich haben wir es auch hier mit Schleimhaut zu tun. Und wenn diese mit nachlassender Östrogenproduktion im Genitalbereich trockener wird, tut die Mundschleimhaut das ebenso, denn es wird weniger Speichel produziert.

Die Zahnärztin klärt auf und gibt Tipps

Mir fällt auf, dass mehr 45-jährige Frauen über wunde Stellen im Mund klagen als 25-jährige. Pilzerkrankungen werden ebenfalls häufiger, genau wie Mundgeruch, alles aus dem genannten Grund. Die gute Nachricht: Ganz einfache Zitronenbonbons können den Unterschied machen, zuckerfrei natürlich. Denn Saures regt den Speichelfluss an. Ersatzweise kann Kaugummikauen sehr hilfreich sein. Im Einzelfall sogar Kunstspeichel aus der Apotheke, den man sich wie ein Feuchtigkeitsgel vorstellen kann. Das sicherlich Lästigste ist aber ein Zungenbrennen, meist an der Spitze und an den Rändern. Das ist immer ein Grund, auch zum Hausarzt zu gehen, es könnte zum Beispiel ein Diabetes oder eine Autoimmunerkrankung dahinterstecken.

Speichelproduktion ankurbeln

Auch Karies hat es leichter, wenn weniger Speichel im Umlauf ist. Denn dann kommt es zu angetrockneten Belägen, die sich noch schlechter mit der Zahnbürste wegputzen lassen. Zahnfleischproblemen sind diese Beläge ebenfalls sehr zuträglich. Es gibt sogar den Begriff der Wechseljahrsgingivitis, einer Zahnfleischentzündung infolge von Hormonschwankungen, wie sie etwa bei Jugendlichen vorkommen. Dabei blutet das Zahnfleisch schnell, was oft zur Folge hat, dass weniger geputzt wird. Das wiederum führt dann zu mehr Belägen und Entzündungen, da kann ganz schnell ein Teufelskreis entstehen.

Man muss also vorsichtig weiterputzen: Wer drei Wochen trotz Zahnfleischbluten putzt, hat es meist geschafft. Im Zweifel sollte man natürlich zum Zahnarzt gehen. Es empfiehlt sich, ab dem 40. Geburtstag jedes halbe Jahr eine professionelle Zahnreinigung machen zu lassen, dabei werden solche problematischen Beläge entfernt. Und Zahnseide sowie Zahnzwischenraumbürsten in sein Leben zu lassen. Denn bei allen Maßnahmen geht es immer um den Erhalt der Zähne. Wir haben schließlich noch mehrere Jahrzehnte vor uns, in denen wir gut kauen und abbeißen können möchten.

Hausmittel: So hellst du deine Zähne natürlich auf

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BRIGITTE WOMAN 04/2020

Wer hier schreibt:

Diana Helfrich
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