Zeckenimpfung: wirklich sinnvoll oder nicht?

Bei einer Zeckenimpfung handelt es sich eigentlich um eine Impfung gegen die Krankheit FSME. Doch ist diese überhaupt sinnvoll? Und was passiert dabei?

FSME – Risiko durch Zecken

Sie lauern im Gras, saugen sich an unserer Haut fest und wollen unser Blut: Zecken. Ein Zeckenstich kann Krankheiten übertragen – Borreliose oder die seltenere, aber potenziell gefährlichere Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME. Eine Impfung kann davor schützen.

Wovor schützt die Zeckenimpfung?

Die Zeckenimpfung ist sinnvoll, wenn du in Risikoregionen lebst oder Urlaub machen und dich dort in der freien Natur aufhalten willst. Sie schützt vor dem von Zecken übertragenen FSME-Virus, das zu einer Gehirnhautentzündung führen kann. Daher spricht der Arzt in der Regel von einer FSME-Impfung. Hier erfährst du außerdem, wie die Zeckenimpfung Kinder schützt.

Was genau ist FSME und wie gefährlich ist die Krankheit?

Eine mit dem FSME-Erreger infizierte Zecke kann mit ihrem Biss die Krankheit auf den Menschen übertragen, wenn keine Impfung dagegen vorliegt. Bei sieben von zehn Infizierten ist der Erreger dann zwar im Blut nachweisbar, die Betroffenen merken aber gar nicht, dass sie sich mit FSME angesteckt haben. Die übrigen Gebissenen fühlen sich, als hätten sie eine Grippe: Sie haben Fieber und Kopfschmerzen, müssen erbrechen. Bei jedem Dritten aus dieser Gruppe entzünden sich ohne Impfung nach der Fieber-Attacke Hirnhaut oder Gehirn – die eigentliche FSME. 

Woran erkenne ich eine Hirnhautentzündung?

Folgende Symptome treten in der Regel bei einer Hirnhautentzündung auf:

Wann wird FSME richtig gefährlich?

Bei der gefährlicheren Variante der FSME kommt es zu einer Entzündung des Gehirns und manchmal auch des Rückenmarks. Dann treten Bewusstseinsstörungen und Lähmungen auf, manche Patienten fallen ins Koma. In schweren Fällen, vor allem bei älteren Menschen, sind bleibende neurologische Beschwerden möglich, vereinzelt führt FSME auch zum Tod.

Wie wahrscheinlich ist es, dass ich mich ohne Zeckenimpfung mit FSME anstecke?

Maximal jede 20. Zecke ist mit dem Virus infiziert – in der Regel macht aber auch nicht jeder Stich einer infizierten Zecke tatsächlich krank. Je früher man einen Zeckenbiss erkennen und die Zecke entfernen kann, desto geringer die Gefahr, sich anzustecken. 

FSME-Impfung: Überall in Deutschland nötig?

Außerdem übertragen Zecken nicht überall in Deutschland das FSME-Virus – wichtig ist die Beachtung von Risikogebieten. Wer etwa in Norddeutschland lebt, ist vor dem Erreger ziemlich sicher und muss sich nicht unbedingt impfen lassen. Vor allem in Bayern und Baden-Württemberg tragen Zecken FSME in sich, zudem wurden Infektionen aus vereinzelten Regionen in Südhessen, Thüringen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland gemeldet. Das Robert-Koch-Institut (RKI) weist die FSME-Risikogebiete jedes Jahr neu auf einer Karte aus. 

Auch im Ausland kann man sich mit FSME anstecken – der Erreger kommt etwa in Österreich vor, in den baltischen Ländern und in Teilen Nord- und Osteuropas. Bei einem auf Reiseimpfungen spezialisierten Arzt kann man sich beraten lassen, ob eine Zeckenimpfung für das gewünschte Reiseziel nötig ist.

FSME-Risikogebiete: Soll ich mich gegen FSME impfen lassen?

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt die FSME-Impfung für Personen, die in FSME-Risikogebieten mit Zecken in Kontakt kommen können. Das gilt etwa für Förster und Landwirte, die viel in der Natur unterwegs sind, aber auch für Urlauber, die wandern oder radeln.

Ob sich eine Impfung lohnt, hängt letztlich davon ab, wie oft man im Freien unterwegs ist. Auch das Alter sollte man bei einer FSME-Impfung in Betracht ziehen: Jüngere Menschen mit starkem Immunsystem und einem gesunden Körper verkraften einen Zeckenstich meist eher ohne schwerere Komplikationen, sodass der Impfstoff nicht unbedingt zwangsweise bei ihnen nötig ist.

FSME kommt nicht nur in Frühjahr vor

Anders als der Name Frühsommer-Meningoenzephalitis nahe legt, besteht die Gefahr einer Infektion mit FSME nicht nur im Frühsommer, sondern von April bis November, die meisten Erkrankungen gibt es im Hochsommer.

Wie läuft die FSME-Impfung ab und wie lange hält der Impfschutz?

Die FSME-Impfung besteht aus drei Spritzen: Die zweite gibt es ein bis drei Monate nach der ersten, ab diesem Zeitpunkt ist man vor FSME geschützt. Die dritte Impfung erfolgt ungefähr ein Jahr später und sorgt für den Langzeitschutz von drei bis fünf Jahren. Danach ist für weiteren Impfschutz eine Auffrischung nötig.

Wie bei anderen Impfungen auch kann es auch bei einer Zeckenimpfung zu Nebenwirkungen kommen. Dazu zählen:

  • Generelle Schmerzen
  • Abgeschlagenheit
  • Müdigkeit
  • Fieber

Zeckenimpfung: Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine FSME-Impfung für Menschen, die in den Risikogebieten leben. Wenn du einen Urlaub in einer Zecken-Region planst, frage bei deiner Krankenkasse nach, ob sie die Kosten als Reiseschutzimpfung trägt – viele bieten diese Leistung an.

Wie kann ich mich sonst vor Zecken schützen?

Der beste Zeckenschutz, egal ob du eine Impfung gegen FSME hast oder nicht: Ziehe feste Schuhe, Socken und lange Hosen an, wenn du im Wald unterwegs bist. Auch ein Hemd mit langen Ärmeln schützt unseren Körper. So machst du es den Zecken schwer, die Haut zu erreichen. Auf heller Kleidung erkennst du herumkrabbelnde Zecken leichter. Wer nicht auf Chemie setzen möchte, kann auch Kokosöl gegen Zecken oder Schwarzkümmelöl gegen Zecken testen – sie wirken allerdings nur kurzzeitig.

Noch mehr Tips gegen Zecken bekommst du im Artikel Zeckenbiss – was tun.

Videotipp: Kein Scherz: Ein Biss dieser Zecke macht dich zur Vegetarierin

Kein Scherz: Ein Biss dieser Zecke macht dich zur Vegetarierin


sp

Wer hier schreibt:

Monika Herbst
Themen in diesem Artikel
Brigitte-Newsletter

Brigitte-Newsletter

Trends und Tipps aus den Bereichen Mode & Beauty, Reise, Liebe und Kochen - lies zum Wochenstart das Beste von Brigitte.