Zeckenimpfung Kinder: Wie sinnvoll ist das?

Zeckenimpfung Kinder: Brauchen auch Babys und Kleinkinder bereits eine Impfung gegen die Krankheit FSME? Wir erklären, was du darüber wissen solltest.

Was Eltern wissen sollten: Was ist eigentlich FSME?

Die durch Viren ausgelöste Krankheit FSME ("Frühsommer-Meningoenzephalitis") kann für eine Entzündung des Gehirns, der Gehirnhaut oder des Rückenmarks sorgen. In der Regel wird sie (wie Borreliose) durch einen Zeckenstich übertragen – deshalb ist der richtige Zeckenschutz sehr wichtig.

Neben der Vermeidung des Stichs (beispielsweise durch Kokosöl gegen Zecken oder Schwarzkümmelöl gegen Zecken) schützt im tatsächlichen Stichfall eine Zeckenimpfung vor FSME. Aber kann eine Zeckenimpfung Kinder ebenfalls vor der Übertragung bewahren – und ist die Impfung überhaupt nötig?

FSME bei Kindern: Symptome und Verlauf

Generell verläuft FSME bei Kindern oft etwas leichter als bei Jugendlichen oder Erwachsenen. Bei etwa einem Viertel der betroffenen Kinder kann die Erkrankung aber auch einen schweren Verlauf nehmen – in etwa zwei bis drei von 100 Fällen entstehen Langzeitschäden am Gehirn oder an den Nerven. Zum Vergleich: Bei Jugendlichen und Erwachsenen liegt das Risiko für eine schwere Erkrankung bei 30 bis 40 Prozent. Folgende Symptome treten durch die Krankheit bei Kindern auf:

Meist halten die Beschwerden ein paar Tage an und bilden sich dann folgenlos zurück. Bei einem schweren Krankheitsverlauf mit Hirnhautentzündung gibt es einen zweiten Krankheitsgipfel: Das Fieber steigt nochmal an, zusätzlich zu den bereits vorhandenen Symptomen kommt oft ein steifer Nacken. FSME selbst ist nicht behandelbar – lediglich die Beschwerden können gemindert werden.

FSME-Impfung für Kinder nötig?

Die Ständige Impfkommission ("STIKO") empfiehlt einen generellen Impfschutz für alle Personen, die sich in Risikogebieten für FSME aufhalten – sei es in Form eines Urlaubs oder weil man dort wohnt. Gerade diejenigen, die sich viel draußen aufhalten, beispielsweise Förster und Gärtner, aber auch Wanderer sollten die FSME-Impfung durchführen – ebenso wie Kinder, da diese oft draußen spielen.

Für Babys ist die Impfung nicht zugelassen, aber Kinder ab einem Jahr können gegen die Erkrankung geimpft werden. Bei bis zu 15 Prozent der Kinder unter drei Jahren kommt es als Teil von Nebenwirkungen nach der Impfung zu Fieber – Eltern sollten daher das individuelle Ansteckungsrisiko des Kindes vorab mit dem Arzt abklären.

Wann ist eine Impfung gegen FSME zeitlich sinnvoll?

Da Zecken bereits im April aktiv sind, ist es sinnvoll, zum Schutz schon in den Wintermonaten mit der Impfung zu beginnen. Ein bis drei Monate nach der ersten Impfung folgt eine zweite Dosis, eine dritte ist nach fünf bis zwölf Monaten vorgesehen. Nach der ersten Immunisierung sollte der Schutz nach drei Jahren aufgefrischt werden, danach alle fünf Jahre.

FSME-Impfung: Risikogebiete mit Zecken

FSME ist nicht in allen Bundesländern vertreten – gerade im nördlicheren Teil von Deutschland sind nur Einzelfälle bekannt. Häufig tritt die Erkrankung in folgenden Bundesländern auf:

  • Badem-Württemberg
  • Bayern
  • Südliches Hessen
  • Südliches Sachsen
  • Südöstliches Thüringen

Das Robert-Koch-Institut veröffentlicht jedes Frühjahr eine Karte über aktuelle FSME-Risikogebiete.

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