VG-Wort Pixel

Zeckenimpfung Sollte ich mich gegen FSME impfen lassen?

Zeckenimpfung: Frau wird geimpft
© BlurryMe / Shutterstock
Bei einer Zeckenimpfung handelt es sich eigentlich um eine Impfung gegen die Krankheit FSME. Doch ist diese überhaupt sinnvoll? Und was passiert dabei?

Inhaltsverzeichnis

FSME – Risiko durch Zecken

Sie lauern im Gras, saugen sich an unserer Haut fest und wollen unser Blut: Zecken. Ein Zeckenstich kann Krankheiten übertragen – Borreliose oder auch die seltenere, aber potenziell gefährlichere Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME. Eine Zeckenimpfung kann vor den FSME-Viren schützen. Übrigens: Umgangssprachlich ist bei Zecken oft von einem Biss die Rede – tatsächlich stechen Zecken aber.

Wovor schützt die Zeckenimpfung?

Die Zeckenimpfung ist sinnvoll, wenn du in Risikoregionen lebst oder Urlaub machen und dich dort in der freien Natur aufhalten willst. Sie schützt vor dem von Zecken übertragenen FSME-Virus, das zu einer Hirnhautentzündung führen kann. Daher spricht man medizinisch in der Regel von einer FSME-Impfung. Hier erfährst du außerdem, wie die Zeckenimpfung Kinder schützt.

Was genau ist FSME und wie gefährlich ist die Krankheit?

Eine mit dem FSME-Erreger infizierte Zecke kann mit ihrem Stich die Krankheit auf den Menschen übertragen, wenn keine Impfung dagegen vorliegt. Bei sieben von zehn Infizierten ist der Erreger dann zwar im Blut nachweisbar, die Betroffenen merken aber gar nicht, dass sie sich mit FSME angesteckt haben. Die übrigen Gebissenen fühlen sich, als hätten sie eine Grippe: Sie haben Fieber und Kopfschmerzen, müssen erbrechen. Bei jedem Dritten aus dieser Gruppe entzünden sich ohne Impfung nach der Fieber-Attacke Hirnhaut oder Gehirn – die eigentliche FSME. 

Woran erkenne ich eine Hirnhautentzündung?

Folgende Symptome treten in der Regel bei einer Hirnhautentzündung auf:

Wichtig: Bei diesen Symptomen solltest du dich unverzüglich ärztlich untersuchen lassen!

Wann wird FSME richtig gefährlich?

Bei der gefährlicheren Variante der FSME kommt es zu einer Entzündung des Gehirns und manchmal auch des Rückenmarks. Dann treten Bewusstseinsstörungen und Lähmungen auf, manche Patient:innen fallen ins Koma. In schweren Fällen, vor allem bei älteren Menschen, sind durch die FSME-Viren bleibende neurologische Beschwerden möglich, vereinzelt führt FSME auch zum Tod.

Wie wahrscheinlich ist es, dass ich mich ohne Zeckenimpfung mit FSME anstecke?

Maximal jede 20. Zecke ist mit dem Virus infiziert – in der Regel macht aber auch nicht jeder Stich einer infizierten Zecke tatsächlich krank. Je früher man einen Zeckenbiss erkennen und die Zecke entfernen kann, desto geringer die Gefahr, sich anzustecken. 

Ist eine FSME-Impfung überall in Deutschland nötig?

Außerdem übertragen Zecken nicht überall in Deutschland das FSME-Virus – wichtig ist die Beachtung von Risikogebieten. Wer etwa in Norddeutschland lebt, ist vor dem Erreger ziemlich sicher und muss sich nicht unbedingt impfen lassen. Vor allem in Bayern und Baden-Württemberg tragen Zecken FSME in sich, zudem wurden Infektionen aus vereinzelten Regionen in Südhessen, Thüringen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland gemeldet. Das Robert-Koch-Institut (RKI) weist die FSME-Risikogebiete jedes Jahr neu auf einer Karte aus. 

Auch im Ausland kann man sich mit FSME anstecken – der Erreger kommt etwa in Österreich oder der Schweiz vor, in den baltischen Ländern und in Teilen Nord- und Osteuropas. Bei einer:m auf Reiseimpfungen spezialisierten Ärzt:in kann man sich beraten lassen, ob eine Zeckenimpfung für das gewünschte Reiseziel nötig ist.

FSME-Risikogebiete: Wer sollte sich gegen eine FSME-Erkrankung impfen lassen?

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt die FSME-Impfung für Personen, die in FSME-Risikogebieten mit Zecken in Kontakt kommen können. Das gilt etwa für Förster:innen und Landwirt:innen, die viel in der Natur unterwegs sind, aber auch für Urlauber:innen, die wandern oder radeln. Ob sich eine Impfung lohnt, hängt letztlich davon ab, wie oft man im Freien unterwegs ist. Auch das Alter wird bei einer FSME-Impfung in Betracht gezogen: Jüngere Menschen mit starkem Immunsystem und einem gesunden Körper verkraften einen Zeckenstich meist eher ohne schwerere Komplikationen, sodass der Impfstoff nicht unbedingt zwangsweise bei ihnen nötig ist.

FSME kommt nicht nur im Frühjahr vor

Anders als der Name Frühsommer-Meningoenzephalitis nahelegt, besteht die Gefahr einer Infektion mit FSME nicht nur im Frühsommer, sondern von April bis November. Die meisten Erkrankungen gibt es im Hochsommer.

Wie läuft die FSME-Impfung ab und wie lange hält der Impfschutz?

Die FSME-Impfung besteht aus drei Spritzen: Die zweite gibt es ein bis drei Monate nach der ersten, ab diesem Zeitpunkt ist man zu 87 Prozent vor FSME geschützt. Die dritte Impfung erfolgt ungefähr fünf Monate bis zu ein Jahr später und sorgt für den Langzeitschutz von zehn Jahren. Danach ist für weiteren Impfschutz eine Auffrischung nötig.

Muss ich mit Nebenwirkungen bei der Impfung rechnen?

Wie bei anderen Impfungen auch, kann es bei einer Zeckenimpfung zu Nebenwirkungen kommen. Dazu zählen:

  • Generelle Schmerzen
  • Abgeschlagenheit
  • Müdigkeit
  • Fieber  

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten einer Zeckenimpfung?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine FSME-Impfung für Menschen, die in den Risikogebieten leben. Wenn du einen Urlaub in einer Zecken-Region planst, frage bei deiner Krankenkasse nach, ob sie die Kosten als Reiseschutzimpfung trägt – viele bieten diese Leistung an.

Wie kann ich mich sonst vor Zecken schützen?

Egal ob du eine Impfung gegen FSME hast oder nicht – um dich generell vor Zecken zu schützen, helfen folgende Tipps:

  • Ziehe feste Schuhe, Socken und lange Hosen an, wenn du im Wald unterwegs bist. 
  • Auch ein Hemd mit langen Ärmeln schützt unseren Körper. So machst du es den Zecken schwer, die Haut zu erreichen. 
  • Auf heller Kleidung erkennst du herumkrabbelnde Zecken leichter.

Wer nicht auf Chemie setzen möchte, kann auch Kokosöl gegen Zecken oder Schwarzkümmelöl gegen Zecken testen – sie wirken allerdings nur kurzzeitig.

Du konntest dir jetzt ein gutes Bild über FSME und die davor schützende Impfung machen. Noch mehr Tipps gegen Zecken bekommst du im Artikel Zeckenbiss – was tun.

Quellen

Hof, H. & Dörries, R.: Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2009

RKI: Antworten auf häufig gestellte Fragen zur FSME-Impfung 

Brigitte

Mehr zum Thema