Zimtöl: Wirkung und Anwendung

Zimtöl entfacht ein einzigartiges Aroma und kann bei diversen Krankheiten Abhilfe leisten. Alles zur Wirkung und Anwendung erfährst du hier.

Zimtöl: Herkunft

  • Zimt ist insbesondere in der Weihnachtszeit zuständig für einen unverwechselbaren Duft und leckere Plätzchen. Doch aus Zimt lässt sich auch Öl herstellen.
  • Zimt selbst gehört zu den ältesten Gewürzen. Die Chinesen und Inder verwendeten das Gewürz bereits vor 3000 Jahren. Die Zimtbaumrinde kam auch als Aphrodisiakum und dann als aromatisches Gewürz zur Anwendung.
  • Zimt gehörte zeitweise zu den teuersten Gewürzen überhaupt. Der Kaufmann Anton Fugger verbrannte 1530 im Beisein von Kaiser Karl V. dessen Schuldscheine mit Zimtstangen, um seinen Reichtum zu demonstrieren.

Verschiedene Sorten

Zimt kommt ursprünglich aus Ceylon, dem heutigen Sri Lanka. Dort ist der echte Zimtbaum beheimatet, während weniger guter Zimt oft aus China oder Indonesien stammt. Zimtkassie ist in Japan angesiedelt.

  • Echtes Zimtöl: Enthält ein sehr feines Aroma und ist dickflüssig. Vom Geschmack ist es süß bis scharf. Dieses Öl besteht zum Großteil aus Zimtaldehyd und ist zu Beginn hellgelb und verändert die Farbe bei längerer Lagerung auf hellbraun.
  • Zimtcassienöl: Diese minderwertige Variante ist dünnflüssig und enthält weniger Aroma. Durch die enthaltene Zimtsäure hat dieses Öl eine rötliche Farbe.
  • Zimtblätteröl: Wer einen starken Duft in Kombination mit einem kräftigen Aroma bevorzugt, der ist mit Zimtblätteröl gut bedient.

Zimtöl: Inhaltsstoffe

Echtes Zimtöl (Zimtrindenöl) enthält zu 60-70 Prozent Zimtaldehyd. Das Zimtaldehyd verleiht dem Zimt das prägnante Aroma und den Geschmack. Zimtblätteröl besteht dagegen zu bis zu 80 Prozent aus Eugenol, was für die antibakterielle Wirkung zuständig ist.

  • Zimtaldehyd
  • Phenole
  • Eugenol
  • Monoterpenen
  • Cumarin (Cassia-Zimt)
  • Ester
  • Sesquiterpenen

Wirkung von Zimtöl

  • Wohlbefinden: Durch den vom Zimtaldehyd ausgelösten Duft entfacht Zimtöl eine warme und positive Atmosphäre. Damit verbunden ist eine bessere Konzentrationsfähigkeit sowie ein gesteigertes Leistungs- sowie Erinnerungsvermögen. Um in den Genuss dieser positiven Effekte zu gelangen, kannst du einfach das Aroma von Zimtöl für etwa eine Minute inhalieren.
  • Arthritis: Selbst gemachtes Zimtöl besteht aus einer Mischung aus einem Basisöl, z. B. Olivenöl, sowie dem ätherischen Zimtöl. Bei Arthritis-Beschwerden kannst du das Öl zusätzlich mit einem Massageöl mischen und auftragen.
  • Infektionen: Insbesondere bei Blasen- und Harnwegsinfektionen kann Zimtöl als Teil eines Sitzbads gute Dienste erweisen. Dafür mischt du einfach etwa 15 Tropfen einer ätherischen Ölmischung mit dem Zimtöl. Da die Öle antibakteriell wirken, können sie die Beschwerden der Infektionen lindern.
  • Diabetes: Zimt kann dir helfen, den Blutzuckerspiegel zu senken und die Arbeit der Bauchspeicheldrüse zu fördern. Ein paar Tropfen Zimtöl lassen sich unkompliziert in diversen Gerichten unterbringen, z. B. in Salaten oder Suppen. Bei gekochten Speisen solltest du das Öl erst nach dem Kochen dazu geben, damit die Wirkstoffe optimal eingesetzt werden.
  • Verdauung: Der intensive Geruch von Zimt regt den Appetit an. Gerade Personen, die wenig Appetit haben, können über den Geruchstrick der Nase anzeigen, dass jetzt Nahrung folgt und sich ein Hungergefühl einstellt. Beim Einnehmen von Zimt wird zudem die Verdauung angeregt. Dabei kommt es zu einer verstärkten Produktion der Magensäfte, sodass Speisen besser verarbeitet werden.

Zimtöl: Nebenwirkungen

  • Die Sorte Cassia kann sich negativ auf deine Gesundheit auswirken. Der dort enthaltene Wirkstoff Cumarin ist in der Lage, die Leber zu schädigen.
  • Vor dem Verzehr von hochkonzentriertem Öl solltest du sicher gehen, dass du nicht an einer Allergie oder Empfindlichkeit leidest. Zudem gilt es, dass Öl nicht unverdünnt zu verwenden. Bei Zimt gilt: Die Menge macht das Gift.
  • Eine Überdosis Zimt kann zu Durchfall führen und zudem deine Stimmung negativ beeinträchtigen. Kinder sowie Schwangere sollten das Öl überhaupt nicht konsumieren.
Rezept: Leckere Mini-Zimtschnecken

Zimtöl selber machen

Du kannst Zimtöl auch einfach selber machen, statt es zu kaufen. Der Vorteil: Selbstgemachtes Öl ist oft weniger aufdringlich und kann daher auch unverdünnt eingesetzt werden. Um Zimtöl herzustellen, benötigst du lediglich folgende Zutaten:

  • 5-7 Zimtstangen
  • 2 EL Zimtpulver (alternativ)
  • 300 ml neutrales Trägeröl
  • Glas mit Schraubversschluss

Als Trägeröl eigent sich besonders gut Mandel- oder Leinsamenöl. Aber auch Kokosnussöl stellt eine gute Wahl dar. Bevor du loslegst, spüle das Glas gründlich mit heißem Wasser aus, um Bakterien abzutöten. Danach solltest du es sorgfältig abtrocknen.

  1. Gib die Zimtstangen ins Glas und mische das Öl hinzu (Zimtpulver mit Öl erhitzen und abkühlen lassen).
  2. Je länger du das Öl jetzt ziehen lässt, umso intensiver wird das Aroma und der Geschmack.
  3. Mit einem Filter oder Tuch kannst du das Öl jetzt abseihen. Lagere das Glas an einem dunklen Ort.

Alles zur Anwendung und Wirkung diverser Öle erfährst du bei uns. Wie wäre es zum Beispiel mit Orangenöl oder Distelöl? Wie du einen gesunden Ernährungsplan erstellen kannst, erfährst du hier.

Zimtaldehyd, ätherisches Öl und weitere Fachbegriffe sind dir fremd? Du kannst dich über diverse Themen in unserer BRIGITTE-Community mit anderen Interessierten austauschen.

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