Omas Tipps: Die häufigsten Hausmittel-Irrtümer

Die Gesundheitstipps von Oma sind oft Gold wert. In einigen Fällen können sie aber auch böse Folgen haben. Wir haben fünf populäre Hausmittel-Irrtümer entlarvt.

Butter und Mehl helfen bei Verbrennungen

Das Backblech war heiß, das Nudelwasser ist beim Abgießen über den Arm geschwappt - was nun? Omas Erste-Hilfe-Trick: Butter oder Mehl auf die Wunde. Bloß nicht, sagen Ärzte heute. Beides behindert die Wundheilung, es können sogar hässliche Narben entstehen.

Durch Butter oder anderes Fett auf der Wunde (auch fetthaltige Salben) kann es zu einem Hitzestau kommen. Außerdem können gefährliche Keime in die Wunde hineingelangen. Mehl verklebt die Wunde - der Arzt muss die Schicht mühsam entfernen, um die Verbrennung versorgen zu können.

Besser: Lauwarmes Wasser über die betroffene Stelle laufen lassen, abtrocknen und dann locker verbinden. Bei größeren Verbrennungen sofort zum Arzt!

Bei Vergiftungen soll man Milch trinken oder erbrechen

Vergiftungen sind gefährlich - sofort den Giftnotruf anrufen und nicht selbst dran rumdoktern! Denn je nach Gift sind andere Sofortmaßnahmen nötig.

Bestenfalls ist Omas gut gemeinter Rat nutzlos und vergeudet Zeit. Er kann aber sogar gefährlich sein: Durch Erbrechen kann Gift in die Atemwege gelangen, ätzende Flüssigkeiten wie Abflussreiniger können die Speiseröhre ein zweites Mal verätzen. Milch enthält Fett, das die Aufnahme vieler Gifte im Körper fördert - geben Sie dem Betroffenen stattdessen stilles Wasser, Saft oder Tee zu trinken.

Zecken kann man mit Öl und Kleber loswerden

Zecken können Krankheiten übertragen, etwa Borreliose oder die gefährliche Frühsommer-Meningo-Enzephalitis, kurz FSME. Wer einen der Blutsauger am eigenen Körper entdeckt, hat daher meist nur einen Wunsch: die Zecke schnell loswerden. Omas Methode: Zecken mit Öl oder Kleber töten.

Ein gefährlicher Irrtum, denn im Todeskampf sondern die Tiere besonders viel Speichel ab oder erbrechen sich gar in die Einstichstelle - dadurch steigt die Gefahr, dass sie Erreger übertragen.

Besser: Ziehen Sie die Zecke mit einer Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange heraus - ohne sie zu quetschen. Wird die Zecke zuvor mit Vereisungsspray betäubt, lässt sie sich leichter entfernen.

Bei Nasenbluten soll man den Kopf in den Nacken legen

Wenn die Nase blutet, legen wir schon aus Reflex den Kopf in den Nacken - schließlich wollen wir keine Blutflecken auf unserer Kleidung. Den Blutfluss stoppt das aber nicht - und die Nebenwirkungen können unangenehm sein: Laufen größere Mengen Blut durch den Rachen und werden verschluckt, kann Übelkeit die Folge sein.

Besser: den Kopf nach vorn beugen (ein Tuch für das Blut bereit halten) und ein kaltes Tuch in den Nacken legen.

Knoblauch hilft gegen Scheidenpilze

Knoblauch, aber auch Essigwasser oder Teebaumöl werden immer wieder als Hausmittel gegen Scheidenpilze genannt. Sie sind jedoch viel zu aggressiv, können die empfindliche Scheidenflora noch weiter aus dem Gleichgewicht bringen und die Schleimhäute reizen.

Naturjoghurt kann tatsächlich helfen, das Scheidenmilieu zu stärken. Durch die Joghurt-Behandlung können aber auch Keime in die Scheide gelangen - ist die Schleimhaut durch die Pilzinfektion ohnehin angegriffen, haben die Erreger ein leichtes Spiel. Zusatz- oder Konservierungsstoffe im Joghurt können die Scheide reizen.

Besser: rezeptfreie Antipilzmittel aus der Apotheke. Außerdem sollten Sie luftdurchlässige Unterwäsche tragen und die Scheide nach dem Waschen und nach dem Toilettenbesuch trockenföhnen. PH-neutrale Seifen sorgen dafür, dass das Scheidenmilieu nicht weiter geschwächt wird. Unterwäsche und Handtücher sollte man oft wechseln und bei mindestens 60 Grad waschen, um die Pilze abzutöten.

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