Hormone beeinflussen – und endlich wieder wohlfühlen

Erst himmelhochjauchzend, dann zu Tode betrübt – unsere Hormone haben ziemlich großen Einfluss auf unser Leben. So kannst du sie zu deinen Gunsten steuern!

Manchmal ist es wie verhext: Eben dachtest du noch, du hast alles im Griff – und dann wächst dir plötzlich alles über den Kopf. Tränenausbruch inklusive. Und wer ist schuld daran? In vielen Fällen unsere Hormone. Diese steuern nämlich alle möglichen Vorgänge in unserem Körper und beeinflussen auch unsere Laune ungemein. Dabei gilt: Sind die Hormone im Gleichgewicht, fühlen wir uns meist ebenfalls entspannt, gut gelaunt und ausgeglichen. Kommt diese Balance durcheinander, können wir in ein tiefes Loch fallen, sind gestresst und bedrückt, leiden unter Schlafstörungen und ärgern uns obendrein über schlechte Haut.

Stress ist ein Glückskiller

Besonders schwierig hat es der Körper, eine gute Hormonbalance zu halten, wenn wir unter Stress stehen. Denn dann wird vermehrt das Stresshormon Cortisol ausgeschüttet, das für viele unspezifische Symptome sorgen kann – die wir manchmal gar nicht richtig deuten können. Das können vermehrte innere Unruhe oder Schlafstörungen in der Nacht sein, ein nervöser Magen oder eine schlechtere Verdauung. Es ist auch erwiesen, dass dauerhafter Stress eine Gewichtszunahme begünstigen und Abnehmversuche torpedieren kann.

Was macht Stress mit unseren Hormonen?

Dauerhafter Stress fährt auch unseren Organismus auf das Minimum herunter – eine evolutionäre Schutzreaktion, die dafür sorgen soll, dass wir uns unsere Kräfte einteilen und nicht zu schnell in einen Erschöpfungszustand fallen. Das Problem: Dadurch kommt der Hormonhaushalt durcheinander – der Stress lässt uns schlechter schlafen, wir sind weniger fit und leiden unter Konzentrationsstörungen.

Neben Cortisol gibt es natürlich noch andere Hormone, die unser Wohlbefinden beeinflussen. Dazu zählen beispielsweise glücklich machende Endorphine, Insulin, das unser Hungergefühl mitsteuert, das Schlafhormon Melatonin und die Sexualhormone Progesteron und Östrogen. Immerhin: Wir sind diesem Hormoncocktail nicht völlig ausgeliefert – mit ein paar kleinen Kniffen kannst du deine Hormone sogar zu deinen Gunsten beeinflussen.

Es gibt 7 Beschwerden, die du ganz einfach mit der richtigen Schlafposition los wirst

So tust du Gutes für deine Hormone

1. Bewegung 

Klingt für viele Sportmuffel erstmal seltsam, aber: Sport macht happy, denn er sorgt dafür, dass vermehrt die glücklich machenden Endorphine ausgeschüttet werden. Allerdings solltest du dein Workout nicht am späten Abend durchführen. Denn das sorgt für eine erhöhte Ausschüttung an Stresshormonen, was wiederum zu schlechterem Schlaf führen kann.

2. Schlafen

Apropos Schlaf: Kaum etwas ist für ein gesundes und glückliches Leben so wichtig, wie ausreichend zu schlafen! Der Schlaf sorgt dafür, dass unser Körper sich regenerieren kann und dass wir am nächsten Tag ausgeruht sind. Deshalb ist es sinnvoll, dem Schlafhormon Melatonin ein wenig unter die Arme zu greifen – indem wir den Körper gezielt in den Ruhemodus versetzen. Dabei helfen beispielsweise Schlafrituale, außerdem sollten wir Handy, PC und Co. mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen ausstellen – das von den Geräten ausgehende blauwellige Licht hemmt nämlich die Melatoninproduktion. Auch auf zu schwere Mahlzeiten am Abend sollten wir verzichten – denn dann ist der Magen-Darm-Trakt noch lange mit der Verdauung beschäftigt, was den Schlaf stören kann.

3. Präbiotika

Schonmal den Begriff "Bauchhirn" gehört? Der kommt nicht von ungefähr – tatsächlich ist unser Darm eng mit unserem Gefühlszentrum verknüpft und kann den Hormonhaushalt durcheinanderbringen, wenn er nicht die Nährstoffe bekommt, die er braucht. Dann reagiert er zum Beispiel mit einer trägen Verdauung oder unspezifischen Bauchschmerzen. Eine gesunde Darmflora besteht aus bestimmten Bakterien – und diese wiederum können sich am besten dank sogenannten Präbiotika vermehren und wachsen. Dabei handelt es sich um eine bestimmte Gruppe von Ballaststoffen, die unter anderem in Spargel, Knoblauch, Zwiebeln, Artischocken und Bananen enthalten sind. Täglich sollten wir mindestens fünf Gramm Präbiotika zu uns nehmen, um den Darm – und damit den Hormonhaushalt – bestmöglich zu unterstützen.

4. Entspannung

Da Stress der Hormon-Balance-Killer schlechthin ist, ist es besonders wichtig, dauerhaften Stress am besten zu vermeiden oder zumindest abzubauen. Viele Menschen müssen dafür lernen, sich Zeit für sich selbst zu nehmen und Verantwortung auch mal abzugeben – Hauptsache, du hörst auf dich und deinen Körper! Wenn du das Gefühl hast, dass alles zu viel ist, dann ist da wahrscheinlich auch was dran. Also schaffe dir Raum für mehr Me-Time und traue dich auch, darüber zu sprechen, wenn du das Gefühl hast, Unterstützung zu brauchen.

5. Hautpflege

Wohl fast jede Frau kennt das Problem: Rückt die Zeit der Periode näher, sprießen plötzlich überall kleine Pickelchen, die Haut rötet sich und wird trocken. Grund ist das Wechselspiel zwischen den Hormonen Östrogen und Progesteron: Der Östrogenspiegel sinkt in der zweiten Zyklushälfte, gleichzeitig wird mehr Talg produziert, was zu Hautunreinheiten führen kann. Hier hilft die richtige und vor allem regelmäßige Hautpflege. Leichte Feuchtigkeitscremes sind gerade in der zweiten Zyklushälfte optimal – achte aber darauf, dass die Produkte nicht fetten, denn das kann die Poren verstopfen. Extra-Tipp: Wer in dieser Zeit sparsam mit Make-up umgeht, tut seiner gestressten Haut einen großen Gefallen.

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