Kennen Sie die Warnsignale Ihres Körpers?

Mit der Diagnosemethode So-Shin lernen Sie die Warnsignale Ihres Körpers zu deuten und können so Erkältung und Krankheit vorbeugen. Machen Sie Ihren persönlichen Check-up.

Wenn Sie sonst immer in Ihren Körper hineingehorcht haben, können Sie jetzt getrost das Ganze mal nur von außen betrachten. Denn nach fernöstlicher Tradition spiegelt sich im Gesicht wider, wie sich Organe und Muskeln – einfach der ganze Körper – gerade fühlen. Der "Ist-Zustand" sozusagen auf einen Blick. Ein bisschen länger müssen Sie schon hinschauen, zum Beispiel auf die Form der Lippen, Hautverfärbungen und mögliche Schwellungen. Mit der So-Shin-Methode lernen Sie, die Sprache Ihres Körpers zu verstehen. Sie basiert auf 16 verschiedenen visuellen Diagnosetechniken der japanischen Bo-Shin-Methode und ergänzt sie durch Elemente der Traditionellen Chinesischen Medizin sowie schulmedizinische und ernährungswissenschaftliche Erkenntnisse.

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So-Shin dient als eine Art Vorwarnsystem: Mit einiger Übung können Sie durch Selbstdiagnose frühzeitig ein Ungleichgewicht im Körper entdecken. Denn aus fernöstlicher Sicht wird der Körper krank, wenn er aus der Balance ist. Zur Vorbeugung und Behandlung wird bei So-Shin aber meistens keine Medizin verabreicht, sondern erst mal versucht, Schädliches zu vermeiden. Empfohlen wird zum Beispiel, problematische Lebensmittel wegzulassen. Auch belastende emotionale Einflüsse sollten reduziert oder ganz bewusst umgangen werden.

Über die aufmerksame Betrachtung des Gesichts sowie der Fingernägel können Sie viele Zeichen Ihres Immunsystems selbst erkennen. Gerade in der kühlen Jahreszeit sind Sie dadurch Schnupfen und Erkältung einen Schritt voraus. Blicken Sie also in den Spiegel oder auf Ihre Hände und sehen Sie, wie sich Ihr Körper fühlt:

Die Augen

In ihnen spiegeln sich im Prinzip alle Organe und körperlichen Prozesse wider. Der Bereich rund um die Augen steht für Nieren, Blase, Milz oder Bauchspeicheldrüse.

Ihr Spiegelbild zeigt:

Weiche Schwellungen unter den Augen

Was es bedeutet: So genannte Tränensäcke deuten auf eine Belastung der Nieren hin. Wichtig ist, dass Sie nicht sofort nach dem Aufstehen in den Spiegel schauen, sondern am besten erst eine Stunde nach der ersten Urinausscheidung. Ist die Schwellung dann noch zu sehen, ist im Körper überschüssige Flüssigkeit vorhanden. Das macht es den Nieren schwer, ihren reinigenden Job zu tun, was gerade im Winter leicht zu Infektionen führen kann. Übrigens: Bei lang anhaltenden Belastungen kann es auch zu Haarausfall im Stirnbereich kommen (Geheimratsecken). Wie Sie vorbeugen können: Wenn Sie zu Wassereinlagerungen neigen, trinken Sie am besten nicht mehr als 1,5 Liter pro Tag. Energetisch gesehen, bedeuten diese Schwellungen, dass dem Körper zu viel "Kaltes" zugeführt wurde. Das heißt, nicht kalt im ursprünglichen Sinne, sondern "den Körper von innen kühlend". Diese Wirkung haben zum Beispiel Südfrüchte. Auf der sicheren Seite sind Sie mit regionalen, also den Jahreszeiten entsprechenden Obst- und Gemüsesorten aus der Umgebung. Tipp: Als Kompott oder gedörrt, ist Obst für die Nieren am leichtesten zu verwerten, Gemüse wird idealerweise einfach nur gedünstet.

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Dunkle Schatten/Verfärbungen unter den Augen

Was es bedeutet: In den meisten Fällen ist die Ursache nur "energieloser" Schlaf und ein daraus folgender Yin-Mangel. Yin ist wichtig für die Entspannung und die daraus gezogene Energie. Das Immunsystem aber braucht erholsamen Schlaf und viel Yin, denn nur dann kann es sich regenerieren und beschädigte Zellen reparieren. Wichtig: Viele Farbschattierungen unter den Augen sind harmlos. Allerdings können lila-rötliche Verfärbungen auf die Schwellung von Blutgefäßen in den Nieren hindeuten. In diesem Falle ist ein Arztbesuch empfehlenswert. Wie Sie vorbeugen können: Am erholsamsten ist der Schlaf in der Zeit zwischen 22 und 6 Uhr. Tipp: Essen Sie Wurzel- und Knollengemüse (außer Kartoffeln) zum Abendessen, möglichst vor 18 Uhr, denn das verstärkt den Erholungseffekt. Gut zum Einschlafen ist ein Fußbad mit anschließender Fußmassage. So geht's: Füße in sehr warmes Wasser stellen, das bis über die Knöchel reicht. Das stimuliert die zahlreichen Meridiane (Leitbahnen), die an den Füßen verlaufen. Sie signalisieren dem zentralen Nervensystem Ruhe, wodurch die Aktivitäten der Großhirnrinde gebremst werden. Das entspannt und macht schläfrig. Danach noch eine kleine Fußmassage: Den linken Fuß auf das rechte Knie legen, Zehen mit der linken Hand so weit wie möglich zurückbiegen. Gleichzeitig mit der rechten Hand die "sprudelnde Quelle", einen Akupressur-Punkt in der Vertiefung des Fußsohlen-Zentrums, in kleinen Kreisen so lange massieren, bis er sich heiß anfühlt. Das Gleiche anschließend mit dem rechten Fuß wiederholen. Wichtig ist auch die Stellung des Bettes: In der Traditionellen Chinesischen Medizin stehen die Kräfte der natürlichen Energien, wie zum Beispiel die Erdanziehungskraft, für Yin. Um diese zu stärken, schlafen Sie am besten mit dem Kopf Richtung Norden.

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Trübes, milchiges bis gelb-liches Augenweiß Was es bedeutet: Diese "Schlieren" in den Augen sind ein Hinweis darauf, dass sich im Körper krank machende Substanzen angesammelt haben – meistens im Darm. Oft handelt es sich um Fettablagerungen, sie überfordern die Verdauungsorgane. Das stresst den Stoffwechsel, weil er so mehr Energie aufwenden muss, um sein Gleichgewicht zu wahren. Und das wiederum ermüdet den ganzen Körper, der mit Antriebsschwäche und Lustlosigkeit reagiert. Wie Sie vorbeugen können: Vermeiden Sie einen übermäßigen Konsum von Milchprodukten, Eiern und Weichkäse. Diese Lebensmittel können zu "verklebten" Darmzotten führen, und das erschwert die Aufnahme von Nährstoffen. Greifen Sie statt dessen lieber zu Wintergemüse wie Rettich, Kohlrabi und Kohl sowie zu gekochtem Getreide und weißem Tee. Übrigens: Süßigkeiten können ähnlich problematisch sein. Wichtig: Sollten die Verfärbungen nicht innerhalb von zehn Wochen nach Ernährungsumstellung verschwinden, ist eine Urin- und Blutuntersuchung angeraten.

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Harte Schwellungen unter den Augen

Was es bedeutet: Ist die Schwellung ein Dauerzustand und fühlt sich fest an, spricht man von "harten Ablagerungen", was in erster Linie auf Rückstände von gehärteten Fetten aus der Nahrung zurückzuführen ist. Die normale Ausscheidungsfähigkeit des Körpers ist vermindert. Wie Sie vorbeugen können: Essen Sie weniger Milcheiweißprodukte wie Milch, Quark und Käse. Diese können nämlich zur Entstehung von so genanntem kaltem Schleim führen, der sich im Körper ablagert und dann unter den Augen sichtbar wird.

Der Mund

An ihm lässt sich der Zustand des Magens und des Darms ablesen. Die Art der Ernährung soll im Laufe des Lebens sogar die Lippenform verändern.

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Sehr trockene, teilweise aufgesprungene Lippen, die nicht auf Kälte zurückzuführen sind

Was es bedeutet: Meist steckt ein überlastetes Verdauungssystem dahinter, das mit Durchfall zu kämpfen hat. Grund dafür ist, dass der Darm versucht, den Körper vor Schadstoffen zu schützen, indem er sie verstärkt entsorgt. Dies ist immer mit einem Wasserentzug verbunden, was zu rissigen Lippen führt. Wie Sie vorbeugen können: Meiden Sie Lebensmittel mit viele Konservierungsstoffen. Denn häufig ist der Darm mit der Verarbeitung von allzu vielen naturfremden Substanzen (wie Pestizid-Rückständen in Gemüse oder Hormonspuren in Fleisch) sowie natürlichen Kulturen (unter anderem Bakterien aus schnell verderblichen Lebensmitteln) überfordert. Grundsätzlich gilt deshalb: Essen Sie überwiegend Obst und Gemüse aus kontrolliertem Anbau sowie Fleisch aus artgerechter Haltung. Tipp: Ist der Darm schon in Aufruhr, hilft Milchreis schnell und unkompliziert. Einfach eine Hand voll Milchreis in 2 Liter Wasser mit einer Prise Meersalz kochen und dann essen. Die bereits aufgesprungenen Lippen lassen sich am besten mit Bienenwachs-Creme geschmeidig machen.

Ihr Spiegelbild zeigt: Die Unterlippe ist geschwollen oder auffällig nach außen gewölbt

Was es bedeutet: Nach der So-Shin-Diagnose ist das ein erstes Indiz für einen trägen Darm, der zu viel Energie braucht, um die Verdauung aufrechtzuerhalten. Diese Energie fehlt dem Körper dann an anderer Stelle, zum Beispiel zur Stärkung der Abwehrkräfte. Wie Sie vorbeugen können: Halten Sie Ihren Darm auf Trab. Am einfachsten geht das, indem Sie täglich ballaststoffreiche Produkte essen (siehe Rezepte auf den Seiten 62–70), ausreichend trinken und sich viel bewegen. Essen Sie Weißmehl nur in Maßen, da das darin enthaltene Gluten zu einer Verklebung der Darmzotten führen kann. Die wiederum haben dann Probleme, Nährstoffe aufzunehmen. Tipp: Besonders "darmfreundlich" ist es, jeden Bissen rund 30-mal zu kauen – das vermindert Blähungen und Sodbrennen.

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Dauerhaft weißlich oder bläulich verfärbte Lippen

Was es bedeutet: Wenn die Blutzirkulation im Darmbereich sehr schwach ist und somit die Nährstoffe aus dem Essen nicht richtig verwertet werden, verfärben sich die Lippen oft weißlich. Bläuliche Verfärbungen dagegen können ein Hinweis auf einen Blutstau im Verdauungstrakt sein. Das bedeutet, dass wichtige Organe nicht ausreichend versorgt werden. Dadurch steigt ihre Anfälligkeit für alle Arten von Infektionen.

Wie Sie vorbeugen können: Der Darm hat es mit der Nahrung, die er zu verdauen hat, einfach zu schwer. Er wird langsamer, arbeitet nicht mehr so präzise und kneift manchmal auch hier und da. Richtig helfen kann da eigentlich nur eine grundlegende Ernährungsumstellung. Zu Beginn wird empfohlen, auf Schweinefleisch, Zucker und stark konservierte Produkte zu verzichten, da vor allem diese Nahrungsmittel das gesamte Verdauungssystem übermäßig belasten. Danach heißt es: Langsam wieder rantasten. Starten Sie mit kleinen Portionen, und stellen Sie so fest, in welcher Menge das einzelne Lebensmittel für Sie verträglich ist. Von Mensch zu Mensch ist das nämlich sehr unterschiedlich.

Tipp

In der aktuellen BRIGITTE Balance (Heft 2/2005) lesen Sie noch mehr: Was Ihre Haut, Ihre Nase und die Fingernägel über Ihre Gesundheit verraten.

Text: Verena Stirn BRIGITTE Balance 02/2005
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