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Hämorrhoiden: Hausmittel Die besten im Überblick

Hämorrhoiden: Schale mit Mörser, Creme aus Calendula im Tiegel und kleines Fläschchen daneben
© rawf8 / Shutterstock
Was hilft schnell gegen Hämorrhoiden? Über Hämorrhoiden Hausmittel können die Beschwerden eingedämmt werden. Wir verraten dir die besten Mittel und Wege.

Ursachen und Hämorrhoiden Hausmittel

Jeder Mensch hat Hämorrhoiden (auch: Hämorriden). Nämlich das sogenannte Hämorrhoidal-Geflecht nahe dem Darmausgang: Dieses gut durchblutete ringförmige Gewebepolster hat die Aufgabe, den Enddarm sicher nach außen abzudichten. Zum Hämorrhoidenleiden kommt es, wenn die Polster krankhaft vergrößert sind. Das passiert, wenn auf die Blutgefäße längere Zeit Druck ausgeübt wird, das Blut nicht mehr abfließen kann, die Adern sich erweitern und das Bindegewebe sozusagen ausleiert. Als Ursache für vergrößerte Gewebepolster gilt zu starkes Pressen bzw. Nachpressen beim Stuhlgang. Das kann besonders bei (chronischer) Verstopfung der Fall sein.

Hämorrhoiden: Symptome im Überblick

Woher weiß ich, ob ich Hämorrhoiden habe? Folgende Symptome deuten darauf hin:

  • Nässe im Analbereich
  • Toilettendrang vorhanden trotz Stuhlgang
  • Druckgefühl Nachschmieren von Stuhl
  • Spuren von hellrotem Blut beim Stuhlgang
  • Brennende Schmerzen und Juckreiz am After

Hämorrhoiden: Hausmittel für zu Hause

Die besten Hausmittel gegen Hämorrhoiden können die Beschwerden lindern. Diese Tipps helfen auf sanfte Art gegen die Beschwerden und machen den Stuhlgang wieder leichter:

1. Ballaststroffreich essen

Eine ballaststoffreiche Ernährung macht den Stuhl weicher und kann Verstopfungen vorbeugen. Zu den geeigneten Lebensmitteln zählen:

  • Vollkornprodukte
  • Leinsamen
  • Flohsamen
  • Gemüse und Obst

Auch Oliven- oder Leinöl fördert die Verdauung. Dazu nach der Mahlzeit einen Esslöffel davon zu sich nehmen.

2. Flüssigkeitsaufnahme

Nur mit ausreichend Flüssigkeit kann der Darm richtig funktionieren. Gerade bei ballaststoffreicher Ernährung ist viel trinken wichtig. Dadurch können die Quellstoffe im Darm gut aufquellen und so überhaupt wirken. Ansonsten ist auch hier das Risiko hoch, Verstopfung zu bekommen.

3. Viel Bewegung

Bewegung unterstützt den Darm, da die leichten Muskelbewegungen den Darminhalt weiter befördern. Ohne sportliche Aktivität wird der Darm träge und Verstopfung droht.

4. Kissen 

Ein Hämorrhoiden-Kissen ist bei Schmerzen durchaus sinnvoll. Dieser aufblasbare Ring belastet beim Sitzen die betroffene Region nicht.

5. Sitzbad

Besonders bei nässenden Hämorrhoiden und Juckreiz bietet ein Sitzbad wohltuende Linderung. Dazu sind Sitzbäder mit entzündungshemmenden Gerbstoffen wie Eichenrindenextrakt (z. B. aus der Apotheke) geeignet.

6. Abduschen 

Nach dem Stuhlgang den After kurz mit kaltem Wasser abduschen und vorsichtig trocken tupfen.

7. Ringelblumensalbe 

Auch die Ringelblume ("Calendula") wirkt entzündungshemmend, fördert die Wundheilung und pflegt die gereizten Schleimhäute.

8. Andere Salben 

Bei einem Hämorrhoidalleiden kann auch eine Behandlung mit anderen Salben helfen, die folgende Wirkstoffe enthalten:

  • Zinkoxid
  • Hamamelis
  • Tannine (z. B. Eichenrinde)
  • Lidocain & Cortison (beides verschreibungspflichtig)

Beachte dabei, dass Cremes und Salben die Beschwerden zwar lindern, aber nicht heilen. Um schlimmere Ursachen – also andere Krankheiten – auszuschließen, ist ein Besuch beim Arzt unumgänglich.

Hämorrhoiden-Hausmittel: Dinge, die du meiden solltest

Nicht jedes Mittel ist für die Behandlung geeignet. Folgende angebliche Hausmittel solltest du besser vermeiden:

  • Abführmittel: Bei Abführmitteln ist Vorsicht geboten, da sie – nach längerer Einnahme – den Darm träge machen können und somit wieder Verstopfung droht. Lebensmittel wie Sauerkraut und Trockenpflaumen wirken auf natürliche Weise abführend.
  • Stopfende Lebensmittel: Stopfendes Essen, wie z. B. Süßigkeiten und Weißmehlprodukte, sind ebenfalls schlecht für den Darm.
  • Kaffee und scharfes Essen: Beides kann beim Verlassen des Darms die Schleimhaut reizen – alles andere als angenehm bei einem Hämorrhoidalleiden. 
  • Alkohol: Alkohol regt die Durchblutung an, was dazu führt, dass die Hämorrhoiden weiter anschwellen und sich die Beschwerden verschlimmern. 
  • Feuchtes Toilettenpapier: Das feuchte Toilettenpapier kann durch seine Zusatzstoffe die Hämorrhoiden weiter reizen – daher lieber weglassen und einen feuchten Lappen nehmen.

Das begünstigt Hämorrhoiden

Am besten ist es, Hämorrhoiden von vorneherein zu vermeiden. Diese Faktoren begünstigen Hämorrhoiden:

  • Verstopfung: Es ist bereits mehrfach angeklungen – Verstopfungen begünstigen Hämorrhoiden-Beschwerden durch zu starkes Pressen beim Stuhlgang. 
  • Bindegewebsschwäche: Eine angeborene Bindegewebsschwäche führt zur Erschlaffung der Schließmuskeln. Das betrifft allerdings nur einen geringen Prozentsatz der Betroffenen. 
  • Bewegungsmangel: Langes Sitzen und generell wenig Bewegung sind schlecht für den Darm. Daher ist es wichtig, Ausgleich zu schaffen und die Darmbewegung zu fördern, sodass der Darm nicht träge wird.
  • Übergewicht: Übergewicht ist eine Belastung für den Beckenboden. Das Gewicht drückt auf den Enddarm und erschwert den Blutkreislauf – dadurch können sich die Gefäße im Analbereich vergrößern. Auch wenn es nicht von heute auf morgen geht: Abnehmen durch gesunde Ernährung und Sport ist der beste Weg, Übergewicht zu reduzieren.

Lesetipps: Wie du deine Verdauung anregen kannst, erfährst du hier. Außerdem erklären wir typische Ursachen von Bauchschmerzen und welche Hausmittel gegen Bauchschmerzen wirksam sind.

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Quellen

Jänicke, C. & Grünwald, J.: Alternativ heilen, Gräfe und Unzer Verlag, 2006

Gesenhues, S. et al.: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin, Elsevier/Urban & Fischer Verlag, 7. Auflage, 2014

Aumüller, G. et al.: Duale Reihe Anatomie, Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2010

jd

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