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Blasenentzündung-Hausmittel Diese 5 helfen wirklich

Hausmittel bei Blasenentzündung: Frau in Decke eingehüllt trinkt eine Tasse Tee
© Africa Studio / Shutterstock
Manchmal reichen sanfte Blasenentzündung-Hausmittel zur Behandlung. Welche dir wirklich helfen und wann du zum Arzt gehen solltest, erfährst du hier. 

Ursachen einer Blasenentzündung 

Eine Blasenentzündung ("Zystitis") wird meistens durch eine Infektion verursacht. Auslöser für diese Infektion der Harnwege sind oft Bakterien, die von außen über die Harnröhre in die Blase gelangen. Häufig führen Escherichia coli-Bakterien zu einer Entzündung. Diese kommen in der natürlichen Darmflora vor und gelangen über sexuellen Kontakt oder über falsches Säubern nach dem Wasserlassen in die Harnröhre. Seltener sind Viren oder Pilze Verursacher der Entzündung. In der Schwangerschaft sind Frauen Hormonveränderungen ausgesetzt, dadurch weiten sich die Harnwege und die Erreger gelangen leichter in die Blase.

Blasenentzündung: Ein Frauenproblem?

Gut die Hälfte aller Frauen leidet mindestens einmal im Leben an einer schmerzhaften Blasenentzündung. Bei ihnen sind Bakterien besonders häufig die Auslöser. Der Grund: Bakterien siedeln sich zwar im Darm an, können bei Frauen aber leicht in die Blase gelangen. Denn die Harnröhre ist bei Frauen eher kurz und öffnet sich nah am Darmausgang.

Blasenentzündung: Symptome im Überblick

Folgende Symptome können bei einer Blasenentzündung auftreten:

  • Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen
  • Schmerzen im Unterleib
  • Häufiger Harndrang
  • Urin ist evtl. getrübt und riecht unangenehm
  • Manchmal Blut im Urin

Formen einer Blasenentzündung

In der Medizin werden die unkomplizierte Zystitis und die komplizierte Zystitis voneinander unterschieden:

  • Unkomplizierte Zystitis: Dabei handelt es sich um eine Blasenentzündung, bei der keine Risikofaktoren wie beispielsweise eine Vorerkrankung oder eine generell schwache Immunabwehr eine Rolle spielen.
  • Komplizierte Zystitis: Eine geschwächte Immunabwehr, beispielsweise durch Medikamente, eine vergrößerte Prostata oder Blasenfunktionsstörungen begünstigen diese Art der Blasenentzündung.

Blasenentzündung-Hausmittel bei leichten Beschwerden

Leichte Beschwerden einer unkomplizierten Blasenentzündung lassen sich durch Blasenentzündung-Hausmittel gut behandeln – nicht immer sind Antibiotika erforderlich. Damit es gar nicht erst soweit kommt, solltest du es schon bei den ersten Anzeichen einer Blasenentzündung mit Hausmitteln und anderen natürlichen Maßnahmen probieren.

Blasenentzündung-Hausmittel: Was wirklich hilft

Folgende Hausmittel können die Beschwerden einer Blasenentzündung mindern:

  • Häufiges Wasserlassen: Klingt im ersten Moment wie eine schlechte Idee, da pinkeln ja bei einer Blasenentzündung schmerzhaft ist. Doch der Körper versucht auf diese Weise, die krankmachenden Erreger heraus zu spülen. Also: oft zur Toilette gehen! 
  • Viel trinken: Damit der Körper die Krankheitserreger ausscheiden kann, hilft es, viel zu trinken. So werden die Harnwege gut durchgespült und die Bakterien können den Körper leichter verlassen. Wer den Toilettendrang zurückhält, begünstigt die Vermehrung der Krankheitserreger – diese können sich dadurch auf Harnleiter und Nierenbecken ausweiten und schwere Entzündungen auslösen. Verzichte auf Kaffee, Zitronensaft und Alkohol – sie reizen die Blase nur zusätzlich. Stattdessen liegst du bei einer Blasenentzündung bei Wasser oder ungesüßten Tees genau richtig. 
  • Kräutertees: Kräutertees enthalten Stoffe, die der Entzündung entgegenwirken können, wie z. B. Nieren- und Blasentees. In ihnen findest du unter anderem Bärentraubenblätter, die eine antibakterielle Wirkung haben. Es gibt sie nicht nur in Mischungen, sondern auch getrocknet in Teeläden oder Apotheken. Tees, die Birkenblätter enthalten, wirken harntreibend, genauso wie Goldrutenkraut, das zudem entzündungshemmend und krampflösend ist. Auch Brennnessel oder Wacholder sind gute Hausmittel bei Blasenentzündung, alternativ geht eine Teemischung aus Goldrute, Birke und Orthosiphon (Katzenbart). Solche Mischungen erhält man beispielsweise in der Apotheke.
  • Wärme: Eine Wärmflasche entspannt und hilft, Schmerzen zu lindern. Wenn du keine besitzt, machst du dir einen warmen Umschlag. Dafür reicht ein übliches Frottee-Handtuch, das du mit heißem Wasser tränkst. Vorsicht: Nicht zu heiß machen, da der Umschlag direkt auf die Haut des Unterbauchs gelegt wird. Darüber legst du noch ein trockenes Tuch und kuschelst dich zusätzlich in eine Decke ein. Alternativ nimmst du ein Bad bzw. ein Sitzbad, das den Vorteil hat, durchblutungsfördernd zu sein, was wiederum die Selbstheilungskräfte aktiviert. Hauptsache, du hältst dich bei einer Blasenentzündung warm! 
  • Meerrettich und Kapuzinerkresse: Meerrettich und Kapuzinerkresse werden eine antibiotische Wirkung zugeschrieben, die bei leichten Harnwegsinfekten helfen und auch vorbeugen sollen. Die Senföle verhindern das Vermehren der Bakterien.

Hausmittel bei Blasenentzündung: Cranberrysaft – ja oder nein? 

Diese Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten. Es gab seit den 1990er Jahren einige Studien zu der Frage, ob Cranberrysaft oder Cranberry-Kapseln bei Harnwegsinfekten helfen. Einige kommen zu einem positiven Ergebnis, während andere der Moosbeere keinen Nutzen bescheinigen. Eine der größten Studien in den letzten Jahren, und zwar die Studie der Yale University School of Medicine, kam zu dem Resultat, dass Cranberry-Kapseln keinen nennenswerten Effekt auf Harnwegsinfekte hatte. Doch: Nichts spricht dagegen, Cranberrys selber auszuprobieren!

Vorbeugen von Blasenentzündungen 

Einige Frauen haben eine chronische Blasenentzündung, in dem Fall sind präventive Maßnahmen sinnvoll. Diese Tipps können einer Zystitis vorbeugen:

  • Regelmäßig zur Toilette: Zur Toilette gehen, sobald du pinkeln musst und nicht den Harndrang unterdrücken.
  • Richtiges Säubern: Nach dem Wasserlassen von vorne nach hinten säubern, sonst können Bakterien aus dem Darmtrakt leichter in die Harnröhre gelangen.
  • Unterwäsche bei 60 waschen: Damit Keime kein leichtes Spiel haben. Tipp: Synthetische Stoffe sind nicht empfehlenswert. Trage lieber Unterwäsche aus Baumwolle, die ist atmungsaktiver.
  • Warme Füße: Bei Unterkühlung steigt die Gefahr einer Blasenentzündung. Das gilt nicht nur bei kalten Füßen, sondern auch bei nassen Badesachen: am besten gleich aus- und trockene Kleidung anziehen.
  • Toilettengang nach dem Sex: Damit mögliche Erreger gleich wieder ausgespült werden, innerhalb von zehn Minuten nach dem Geschlechtsverkehr zur Toilette gehen. Zusätzlich sollte der Intimbereich nach dem Sex auch richtig gesäubert werden. Tipp: Wer auf Kondome setzt, vermindert das Risiko für eine Blasenentzündung deutlich.

Blasenentzündung-Hausmittel: Ab wann zum Arzt? 

Die Blasenentzündung sollte nach ein paar Tagen überstanden sein. Wenn nicht, geht's in eine Arztpraxis! Dort wird geklärt, ob ein Antibiotikum erforderlich ist. Beachte: Wird eine Blasenentzündung nicht richtig behandelt, kann sich daraus eine schmerzhafte Nierenbeckenentzündung entwickeln.

Bei folgenden Symptomen einer Blasenentzündung musst du unbedingt zum Arzt:

  • Starke Schmerzen
  • Blut im Urin
  • Krämpfe
  • Fieber

Schwangere Frauen und Menschen mit Vorerkrankungen wie z. B. Diabetes sollten bei einer Blasenentzündung gleich einen Arzt aufsuchen. Besonders eine Harnwegsentzündung während der Schwangerschaft, die durch eine unbehandelte Blasenentzündung entstehen kann, ist gefährlich. Sie kann bis zu den Nieren aufsteigen. Dadurch können vorzeitige Wehen einsetzen, was eine Frühgeburt oder schlimmstenfalls eine Fehlgeburt begünstigt.

Übrigens: Hier findest du hilfreiche Ratschläge bei Brennen beim Wasserlassen. Außerdem verraten wir, welche Hämorrhoiden-Hausmittel wirksam sind und die besten Hausmittel gegen Insektenstiche.

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Quellen

Hautmann, R. et al.: Urologie, Springer Verlag, 3. Auflage 2006

S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Urologie: "Epidemiologie, Diagnostik, Therapie und Management unkomplizierter bakterieller ambulant erworbener Harnwegsinfektionen bei erwachsenen Patienten" (Stand 2010)

jd/sp

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