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Magen-Darm-Grippe Hausmittel 7 Tipps im Überblick

Hausmittel gegen Magen-Darm-Grippe: Frau hält sich den Magen
© fizkes / Shutterstock
Eine Magen-Darm-Grippe ist unangenehm. Zum Glück können Magen-Darm-Grippe-Hausmittel bei einer Infektion sanft heilen. Die besten Helfer findest du hier!

Was ist eine Magen-Darm-Grippe?

Eine Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis) ist extrem unangenehm: Oft beginnt sie lediglich mit etwas Übelkeit, doch schon bald kommen Erbrechen und Durchfall dazu. Das stresst den Körper extrem und verständlicherweise wollen wir die Beschwerden schnell wieder loswerden. Glücklicherweise haben wir passende Helferlein für die Beschwerden oft schon zuhause: Magen-Darm-Grippe-Hausmittel können die Symptome auf sanfte Art lindern.

Ursachen einer Magen-Darm-Grippe

In den meisten Fällen wird eine Magen-Darm-Grippe durch Viren ausgelöst – beispielsweise durch Rotaviren oder Noroviren. Aber auch einige Bakterien wie Salmonellen und verschiedene Parasiten können die Beschwerden auslösen. In den meisten Fällen werden die Krankheitserreger über den Mund (zum Beispiel über die Nahrung) aufgenommen und gelangen über den Magen in den Darm, wo sie anfangen, sich zu vermehren. Dabei wird die Schleimhaut im Magen-Darm-Trakt je nach Krankheitserreger auf unterschiedliche Weisen angegriffen. Durchfall und Erbrechen, die beiden wohl häufigsten Symptome bei einer Magen-Darm-Grippe, werden aus folgenden Gründen ausgelöst: 

  • Das Erbrechen entsteht, weil die beschädigte Magenschleimhaut im Gehirn Brechreiz auslöst – die Keime sollen durch diesen Schutzreflex aus dem Körper befördert werden.
  • Durchfall entsteht, weil die Schleimhautzellen im Dünn- und Dickdarm angegriffen werden.

Magen-Darm-Grippe-Hausmittel: 7 tolle Tipps

Folgende Magen-Darm-Grippe-Hausmittel können bei der Infektion helfen:

  1. Flüssigkeit: Durch das Erbrechen und den Durchfall verlieren wir jede Menge lebensnotwendige Flüssigkeit – und dehydrieren. Dagegen hilft es nur, möglichst viel zu trinken. Zwei bis drei Liter (lauwarmes) Wasser sollten es sein. 
  2. Elektrolyte: Wir brauchen die sogenannten Elektrolyte zur Regulierung des Wasserhaushalts und des pH-Werts des Blutes. Bei Durchfall und Erbrechen verlieren wir aber jede Menge davon. Dagegen gibt es Elektrolytpulver in der Apotheke, wir können aber auch ganz leicht selbst eine Lösung herstellen. Dazu wird ein gestrichener Teelöffel Kochsalz mit sieben bis acht Teelöffeln Trauben- oder Haushaltszucker und mit einem Liter stillem Wasser gemischt. Die Lösung sollte über den Tag verteilt getrunken werden.
  3. Wärme: Eine Magen-Darm-Grippe wird oft von Magenkrämpfen begleitet – und dagegen hilft Wärme am besten. Am einfachsten legt man sich dazu eine warme Wärmflasche auf den Bauch. 
  4. Schonkost: Wenn du wegen der Symptome noch gar keine feste Nahrung zu dir nehmen kannst, setze am besten auf Gemüsebrühe: Sie versorgt den gestressten Körper mit den Nährstoffen, die er braucht und kann in kleinen Schlucken nach und nach getrunken werden. Sobald du feste Nahrung wieder verträgst, steigst du auf Schonkost um. Gut eignen sich vor allem leicht verträgliche Lebensmittel wie Zwieback, Haferschleim und verschiedene Obstsorten wie Bananen oder Äpfel.
  5. Flohsamen: Flohsamen sind bei Verdauungsstörungen vielseitig einsetzbar, weil die darin enthaltenen Schleimstoffe Wasser binden können und die Samen so im Darm aufquellen. Bei Durchfall binden sie zum Beispiel überschüssige Flüssigkeit, dadurch verdichtet sich der Stuhl und der Durchfall lässt nach. Gegen akute Beschwerden einfach einen Teelöffel Flohsamen mit etwa 200 Milliliter Wasser vermischen und trinken – anschließend spülst du noch mit zwei Gläsern Wasser nach.
  6. Heilerde: In Heilerde stecken sogenannte Absordentien, die dazu in der Lage sind, Bakterien sowie deren abgesonderte darmreizende Gifte zu binden. So sollen die Krankheitserreger auch leichter ausgeschieden werden können. Alternativ zu Heilerde enthalten auch Weißer Ton und Aktivkohle Absordentien. Achtung: Bei einigen Medikamenten sind Wechselwirkungen mit Adsorbentien möglich. Daher sollte man sie nur in Absprache mit dem Arzt einnehmen.
  7. Tee: Es gibt verschiedene Kräuterteesorten, die oft als Magen-Darm-Grippe-Hausmittel zum Einsatz kommen. Kamille und Fenchel beispielsweise sind für ihre beruhigende Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt bekannt und können außerdem Entzündungen hemmen.

Und was ist mit Cola und Salzstangen? 

Immer wieder liest man von Cola und Salzstangen als wirksame Hausmittel gegen eine Magen-Darm-Grippe. Davon lässt du besser die Finger! Cola kann den Durchfall durch den vielen enthaltenen Zucker sogar noch verstärken. Und was Salzstangen angeht: Grundsätzlich ist die Idee einer vermehrten Salzaufnahme bei einer Magen-Darm-Grippe zwar nicht verkehrt, aber Salzstangen eignen sich eher nicht dafür. Denn Kalium und Citrate – zwei der Salze, die wir bei Durchfall und Erbrechen dringend benötigen – fehlen hier komplett. Statt auf diese veralteten Hausmittel zu setzen, solltest du lieber die Elektrolytmischung trinken.

Wann sollte ich mit Magen-Darm-Grippe zum Arzt?

Generell gilt: Zwar können Magen-Darm-Grippe-Hausmittel die Beschwerden der Infektion lindern, bei Durchfall und Erbrechen sollte man anfangs aber vorsichtshalber immer erst einmal den Arzt aufsuchen. Denn nicht immer ist sofort ersichtlich, welche Ursachen hinter der Krankheit stecken. In den meisten Fällen ist eine Magen-Darm-Gruppe unangenehm, aber harmlos. Halten besonders Symptome wie Erbrechen und Durchfall länger an, kann das vor allem für Kinder, ältere Menschen und immungeschwächte Personen gefährlich werden. Auch bei folgenden zusätzlichen Beschwerden sollte zeitnah der Arzt aufgesucht werden:

Anstatt hier weiter auf Magen-Darm-Grippe-Hausmittel zu setzen, sollte man die Behandlung dem Arzt überlassen. Dieser kann beispielsweise bei starkem Flüssigkeitsverlust durch die Magen-Darm-Grippe Infusionen verschreiben oder Medikamente, die bei starken Krämpfen helfen.

Achtung: Magen-Darm-Grippe ist ansteckend!

Wenn Viren oder Bakterien der Auslöser der Magen-Darm-Grippe sind, ist sie ansteckend. Leben weitere Personen im Haushalt, sollte man daher versuchen, die Ausbreitung der Magen-Darm-Grippe so gut wie möglich zu vermeiden. Dabei helfen folgende Tipps:

  • Die erkrankte Person sollte eigene Textilien, also beispielsweise Bettwäsche und Handtücher nutzen. Diese werden bei mindestens 60 Grad gewaschen.
  • Die richtige Hygiene ist generell das A und O: Alle Personen im Haushalt sollten sich regelmäßig mit Seife unter fließendem Wasser die Hände waschen, vor allem aber nach dem Toilettengang und vor dem Essen.
  • Der Erkrankte sollte möglichst einen bis zwei Tage in einem eigenen Zimmer weitgehend isoliert verbringen und idealerweise auch ein eigenes Badezimmer benutzen.
  • Die Ansteckungsgefahr einer Gastroenteritis ist besonders durch Erbrochenes und den Stuhl sehr hoch – Reste davon sollten deshalb umgehend entfernt und die entsprechende Oberflächen desinfiziert werden.

In den meisten Fällen klingen die Symptome der Magen-Darm-Grippe schon nach wenigen Tagen wieder ab – Folgeschäden sind eher unwahrscheinlich.

Hier erklären wir übrigens noch, wie du deine Verdauung anregen kannst, was bei Verstopfung hilft und woher deine Bauchschmerzen stammen könnten. 

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Quellen

Jänicke, C. & Grünwald, J.: Alternativ heilen, Gräfe und Unzer Verlag, 2006

Wittig, J. & Rudolph, R.: "Durchfall: Wann Selbstmedikation möglich ist", in: Pharmazeutische Zeitung, Ausgabe 18/2010, www.pharmazeutische-zeitung.de

Themenportal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): "Magen-Darm-Infektionen"; www.infektionsschutz.de 


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