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Migräne-Hausmittel Was uns wirklich hilft

Migräne-Hausmittel: Kaffee
© BLACKWHITEPAILYN / Shutterstock
Migräne-Hausmittel alleine können die Attacke leider nicht beenden – aber dennoch eine positive Wirkung gegen die Beschwerden haben. Diese Hausmittel helfen!

Können mir Migräne-Hausmittel wirklich helfen? 

Während Hausmittel gegen Kopfschmerzen die Beschwerden oft gut lindern können, führt ihr alleiniger Einsatz bei Migräne eher selten zum Erfolg. Ohne Medikamente geht es meist nicht – aber dennoch berichten viele Betroffene, dass bestimmte Migräne-Hausmittel zumindest etwas dabei helfen, die Migräneattacken zu überstehen. Vorab sollte jeder Patient jedoch mit dem Arzt abstimmen, ob die sanften Helfer für ihn geeignet sind – gerade bei einigen Pflanzen könnte schlimmstenfalls eine Wechselwirkung mit den Medikamenten auftreten, die die Symptome der Migräne eher noch verschlimmert.

Allgemein sollten Menschen mit Migräne unbedingt darauf achten, genug zu trinken – mindestens zwei Liter am Tag sollten es sein. Denn wenn der Körper ausreichend mit Wasser versorgt ist, verbessert sich die Durchblutung im Gehirn – was Migräne vorbeugen kann. Umgekehrt ist das übrigens auch ein Grund dafür, warum viele Leute sofort Kopfschmerzen bekommen, wenn sie eine Weile nichts getrunken haben.

Migräne-Hausmittel: Volle Pflanzenpower 

Gerade in Form von Tee haben sich einige Pflanzen als Migräne-Hausmittel bewährt. Diese 13 Mittel kannst du in Absprache mit deinem Arzt testen:

  1. Kamille: Kamille wirkt nicht nur entzündungshemmend, sie beruhigt auch den Magen (der bei einer Migräneattacke oft in Aufruhr ist, wodurch Übelkeit entstehen kann) und wird von vielen Migräne-Patenten als wohltuend bezeichnet. Zur Anwendung zwei Teelöffel getrocknete Kamillenblüten mit kochendem Wasser übergießen, zehn Minuten ziehen lassen und abseihen.
  2. Vanille: Auch die echte Vanille wird von vielen Betroffenen als Migräne-Hausmittel verwendet. Dafür gibt man einen Teelöffel echte, geriebene Vanille in ein Glas Wasser und rührt das Gemisch so lange auf, bis sich die Vanille auflöst. Dann wird das Getränk bei einem Anfall von Migräne in kleinen Schlucken getrunken.
  3. Mädesüß: Auch Mädesüß (Apotheke) soll als Migräne-Hausmittel helfen können. Am einfachsten bereitet man einen Tee aus den Blättern zu, indem man diese mit heißem Wasser übergießt, die Mischung zehn Minuten ziehen lässt und dann in kleinen Schlucken trinkt.
  4. Pestwurz: Pestwurz (aus der Apotheke) gehört zu den wenigen Pflanzenarzneien, die die Symptome einer Migräne nachweislich mindern können. Die Heilpflanze ist daher sogar in der aktuellen Richtlinie zu Migränebehandlung aufgeführt. Am besten bereitet man einen Tee zu und trinkt diesen in kleinen Schlucken.
  5. Ingwer: Ingwer ist ja ein echter Alleskönner – und soll laut Betroffenen auch ein Migräne-Hausmittel sein, wenn man ihn mit Chrysanthemen (aus der Apotheke) kombiniert. Bei Migräne einfach ein Stück Ingwer kleinschneiden, etwas Chrysantheme dazugeben und beides mit kochendem Wasser übergießen. Nach 15 Minuten kann der Tee abgeseiht und getrunken werden.
  6. Weidenrinde: In Weidenrinde ist Salicylsäure enthalten, die als schmerzlindernd gilt. In Form von Tee kann Weidenrinde bei Migräne helfen. Dafür hackt man die Rinde (aus der Apotheke) fein und übergießt einen Teelöffel voll mit etwa 250 Milliliter heißem Wasser. Dann wird die Mischung aufgekocht, sollte fünf Minuten ziehen und wird anschließend durch ein Teesieb gegeben. Während der Migräne trinkt man den Tee in kleinen Schlucken.
  7. Gewürznelke: Die Gewürznelke bewährt sich nicht nur als Zahnschmerzen-Hausmittel – ihr schmerzstillender Effekt kann auch bei Migräne gute Dienste leisten. Dafür wird etwas Grüntee mit Gewürznelken, Zimt und Zitronensaft versetzt. Vier bis fünf Tassen täglich dürfen es sein.
  8. Pfefferminz: Noch so ein Allrounder! Pfefferminze enthält kühlendes Menthol, das Schmerzen bei Migräne sanft verringern kann. Dazu entweder etwas frische Pfefferminze mit Wasser übergießen, ziehen lassen und den Tee langsam trinken. Oder: Pfefferminzöl großzügig auf Schläfen und Stirn verteilen.
  9. Frauenmantel: Auch das Kraut Frauenmantel (Apotheke) soll in Form eines Tees bei Migräne helfen können. Übergieße das kleingehackte Kraut mit heißem Wasser und lasse die Mischung kurz ziehen, dann trinke mehrere Tassen von dem Tee über den Tag verteilt.
  10. Basilikum: In Basilikum sind ätherische Öle enthalten, die bei einer Migräne-Attacke die Schmerzen lindern können. Am besten kaut man dafür einfach auf frischen Blättern.
  11. Mutterkraut: Studien legen nahe, dass der regelmäßige Konsum von Mutterkraut Migräneattacken vorbeugen kann. Am besten erstellt man einen Tee aus dem Kraut und trinkt diesen über mehrere Monate hinweg zwei- bis dreimal täglich vor dem Essen.
  12. Ginkgo: Ginkgo wirkt durchblutungsfördernd und kann daher Migräne zähmen. Am besten macht man dazu einen Tee aus den Blättern des Baumes – die stehen auch hierzulande in vielen Parks. Sonst gehen aber auch getrocknete Blätter aus der Apotheke. Einfach wie die anderen Tees mit kochendem Wasser zubereiten und zehn Minuten ziehen lassen.
  13. Johanniskraut: Es ist bekannt, dass Johanniskraut (aus der Apotheke) Beschwerden bei einer Depression lindern kann. Aber auch gegen Migräne soll die Arzneipflanze wirken können. Dazu einfach einen Tee aus dem Kraut zubereiten, kurz ziehen lassen und über den Tag verteilt trinken.

Weitere Migräne-Hausmittel 

Fernab von der Pflanzenwelt gibt es noch weitere mögliche Hausmittel, die Migräne lindern können:

  • Koffein: Eine Tasse Kaffee mit Zitrone gilt fast schon als Klassiker der Tipps gegen Migräne, denn das Koffein erweitert die Gefäße und die Zitrone hemmt Schmerzen. Brühe dafür einen normalen Kaffee und versetze ihn mit dem Saft einer halben Zitrone.
  • Fußbad: Auch Wärme hat einen gefäßweitenden Effekt und entspannt zusätzlich. Am besten ist ein warmes Fußbad bei Migräne, wobei die Wärme nach und nach gesteigert wird. Zum Start ist das Wasser etwa 32 Grad warm, dann wird die Temperatur durch Nachkippen weiter bis auf 42 Grad gesteigert. Prüfen kannst du das mit einem Thermometer.
  • Aromatherapie: Der Einsatz von verschiedenen ätherischen Ölen wird von vielen Patienten bei Migräne als angenehm empfunden. Die Wirkung von Pfefferminzöl ist belegt – aber auch die Essenzen von Lavendel, Eukalyptus, Kamille oder Rosmarin können helfen. Man kann das Öl zur Behandlung von Migräne an den Schläfen oder am Nacken auftragen, aber auch in einen Verdampfer geben oder als Badezusatz verwenden.
  • Akupunktur: Schon im alten China wurde Akupunktur gegen verschiedene Krankheiten eingesetzt. Inzwischen setzen auch viele Patienten mit Migräne auf die Anwendung. Demnach soll die Akupunktur nicht nur die Anzahl der Attacken reduzieren, sondern auch deren Intensität. Die Methode wird vorbeugend angewandt – es wird empfohlen, anfangs zwei Sitzungen pro Woche durchzuführen. Schon nach 15 Sitzungen sollen sich die Symptome der Migräne bessern. Normalerweise spürt man das Setzen der Nadeln zwar, es ist aber nicht schmerzhaft. Eine Akupunktur-Sitzung dauert etwa 30 Minuten.
  • Sport: Auch regelmäßige Bewegung kann dabei helfen, die Schmerzintensität der Migräne zu reduzieren – gegen die Häufigkeit der Attacken ist dieses Migräne-Hausmittel aber leider machtlos. Am besten macht man mindestens dreimal die Woche moderaten Ausdauersport für je 40 Minuten.

Extra-Tipps zur Therapie von Migräne

Abgesehen von Migräne-Hausmitteln können auch andere Tipps dabei helfen, den Alltag mit Migräne leichter zu machen. Dazu zählen:

  • Die richtige Ernährung: Mit einer ausgewogenen Ernährung macht man nie etwas falsch, bei Migräne kann man aber erst recht davon profitieren. Besonders sollten Betroffene auf ihre Vitaminzufuhr achten: Vitamin B2 kann die Migräneattacken reduzieren, Vitamin C hilft bei der Vorbeugung. Fisch ist einer der besten B2-Lieferanten, Vitamin C steckt vor allem in Zitrusfrüchten.
  • Migränetagebuch: Nicht jedem Patienten hilft jedes Hausmittel oder generell jede Behandlung gleich gut. Deshalb ist es sinnvoll, ein Migränetagebuch zu führen, in dem man die Attacken und wenn möglich auch die entsprechenden Auslöser festhält. Dabei sollte ebenfalls ein Fokus auf der Ernährung liegen: So kann man möglicherweise herausfinden, welche Lebensmittel die Migräne begünstigen und dieses künftig entsprechend meiden.
  • Stress meiden: Zusätzlich gilt es, um den Auslöser Stress große Bögen zu machen, wenn man Migräne vermeiden, beziehungsweise die Anzahl der Attacken vermindern möchte. Hier helfen vielen Menschen zum Beispiel progressive Muskelentspannung oder Meditation.

Migräne in der Schwangerschaft

Schwangere Frauen und stillende Mütter sollten in ganz besonders enger Absprache mit ihrem Arzt darüber entscheiden, welche Behandlung bei Migräne geeignet ist. Sie sollten niemals Mittel (auch keine pflanzlichen) ohne Rücksprache mit dem Arzt verwenden. Beispielsweise eignet sich Paracetamol zu Migräne-Behandlung, Medikamente mit Acetylsalicylsäure aber nur in Ausnahmefällen.

Übrigens: Laut der deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft leiden rund 70 Prozent der Frauen während der Schwangerschaft und Stillzeit deutlich weniger häufig an Migräneattacken. Es wird vermutet, dass die weiblichen Geschlechtshormone dafür verantwortlich sind. Aber: Nach der Stillzeit kommt die Migräne leider häufig zurück.

Lesetipp: Du willst noch mehr Infos über Migräne? Alles über Migräne-Symptome erfährst du hier. 

Quellen

Taubert, K.: Migräne ganzheitlich behandeln, Georg Thieme Verlag, 2006

Göbel, H.: Migräne: Diagnostik – Therapie – Prävention, 1. Auflage, Springer Verlag, 2012

Flyer der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG): "Ernährung und Migräne- Informationen für Patientinnen und Patienten" (Stand: 2005)

Kropp et al.: Entspannungsverfahren und verhaltenstherapeutische Interventionen zur Behandlung der Migräne, Leitlinie der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, Schattauer: Nervenheilkunde 7-8/2016

Diener H.-C., Gaul C., Kropp P. et al., Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe  der Migräne, S1-Leitlinie, 2018, in: Deutsche Gesellschaft für Neurologie (Hrsg.), Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie,  unter www.dgn.org/leitlinien


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