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Mittelohrentzündungs-Hausmittel Die 7 besten im Überblick

Mittelohrentzündung-Hausmittel: Zwiebeln
© Africa Studio / Shutterstock
Über Mittelohrentzündungs-Hausmittel lassen sich die Beschwerden der Krankheit gut in den Griff bekommen. Hier verraten wir alle Hausmittel im Überblick.

Was ist eine Mittelohrentzündung?

Die Schleimhaut der sogenannten Paukenhöhle im Ohr (Hohlraum im Mittelohr) ist bei einer Mittelohrentzündung entzündet. Oft entwickelt sie sich aus einer klassischen Erkältung im Nasenrachenraum. Die Erkrankung kommt besonders häufig bei Kindern vor, weil ihre Ohren noch sehr sensibel sind. In den meisten Fällen treten Symptome wie Ohrenschmerzen und Fieber auf, die man mit Mittelohrentzündungs-Hausmitteln aber in den Griff bekommen kann.

Helfen Mittelohrentzündungs-Hausmittel?

Grundsätzlich gilt: Eine Mittelohrentzündung (Otitis media) sollte definitiv von einem Arzt behandelt werden, auch wenn die Gabe von Antibiotika nicht in allen Fällen notwendig ist. Doch es haben sich auch einige Mittelohrentzündungs-Hausmittel zur Behandlung bewährt – beispielsweise helfen verschiedene Heilpflanzen gegen die Symptome oder eine Behandlung mit Wärme. Gerade bei Kindern lässt sich eine akute Entzündung so leichter überstehen.

Mittelohrentzündungs-Hausmittel: Die 7 besten auf einen Blick 

Folgende Hausmittel können bei einer Mittelohrentzündung helfen und die akute Entzündung lindern:

  1. Zwiebelsäckchen: Zwiebeln bewähren sich schon seit Jahrhunderten bei Ohrenschmerzen jeder Art, obwohl die Wirkung eigentlich nicht durch Studien belegt ist. Bestimmte Stoffe in der Zwiebel hemmen Entzündungen und können Keime abtöten, außerdem steigert die Zwiebel die Durchblutung des Ohrs und hemmt Schmerzen. Für ein Zwiebelsäckchen gegen eine Mittelohrentzündung wird eine Zwiebel klein gehackt, kurz überbrüht und nach dem Abkühlen in ein Leintuch geschlagen. Dann kann der Wickel auf das Ohr gelegt werden.
  2. Kamillentee: Die Kamille hat ebenfalls eine entzündungshemmende Wirkung und wird daher bei vielen entsprechenden Krankheiten wie einer Mittelohrentzündung eingesetzt. Am einfachsten wird dafür ein Kamillentee zubereitet. Der Teebeutel muss abtropfen und kann dann gegen das betroffene Ohr gedrückt werden.
  3. Wärme: Eine Behandlung mit Wärme kann sowohl bei einer Erkältung als auch bei einer Mittelohrentzündung helfen. Nicht nur wird die Wärme oft als wohltuend bei diesen Krankheiten empfunden, sie hilft außerdem dabei, Sekrete im Ohr zu verflüssigen, damit diese leichter abfließen können. Dazu kann man beispielsweise eine Wärmflasche gegen das Ohr legen.
  4. Rotlicht: Generell kann man Rotlicht auch zu den Wärmebehandlungen zählen, die sich als Mittelohrentzündungs-Hausmittel bewährt haben. Durch das Rotlicht wird die Durchblutung im Ohr verbessert, was den Heilungsprozess unterstützt. Die Wärme wird außerdem von den meisten Patienten als wohltuend empfunden. Achtung: Die Infrarotstrahlen der Rotlichtlampe können sogar bei geschlossenen Lidern die Augen schädigen. Deshalb sollte man bei der Anwendung gegen eine Mittelohrentzündung mindestens 30 bis 50 Zentimeter von der Lampe entfernt sitzen, die Augen grundsätzlich geschlossen halten und möglichst auch eine Schutzbrille tragen.
  5. Kälte: Manche Patienten mögen die Wärmeeinwirkung nicht – wer sich damit unwohl fühlt, kann stattdessen auch eine Behandlung mit Kälte gegen die Mittelohrentzündung testen. Dazu wird am einfachsten ein Kühlpack in ein Tuch geschlagen und gegen das Ohr gelegt.
  6. Wadenwickel: Gerade bei Fieber, das bei einer Mittelohrentzündung oft vorkommt, sind Wadenwickel ein bewährtes Hausmittel. Dazu werden Leinentücher in kühles Wasser getaucht, ausgewrungen und um die Waden gewickelt. Darüber kommt noch ein Wickel mit einem trockenen Tuch. Die Wadenwickel sollten etwa alle fünf bis zehn Minuten neu befeuchtet werden. Nach etwa zwei bis drei Wiederholungen wird geprüft, ob das Fieber bereits zurückgeht.
  7. Inhalieren: Auch das Inhalieren kann dazu beitragen, die Schleimhäute bei einer Mittelohrentzündung abschwellen zu lassen und festsitzenden Schleim zu lösen. Dazu einfach etwas heißes Wasser in eine Schüssel füllen, etwas Kamillentee oder ätherische Öle hinzugeben und sich ein Handtuch über den Kopf legen. Dann über die Schüssel beugen und tief ein- und ausatmen. Alternativ geht auch ein Inhalationsgerät aus der Apotheke. Achtung: Ätherische Öle dürfen bei Kindern nicht verwendet werden – bei ihnen können diese eher reizend wirken.

Was ist mit Olivenöl als Mittelohrentzündungs-Hausmittel?

Es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Olivenöl bei einer Mittelohrentzündung helfen kann. Dazu soll man das Öl leicht erwärmen und in das betroffene Ohr träufeln. Von diesem angeblichen Hausmittel ist abzuraten – ist das Trommelfell beschädigt, kann das Olivenöl die Beschwerden wie Ohrenschmerzen sogar noch verschlimmern. Außerdem können so Krankheitserreger mit dem Öl tiefer in das Ohr gelangen.

Weitere Tipps bei einer Mittelohrentzündung

Neben den klassischen Hausmitteln gibt es noch weitere Tipps zur Behandlung einer Mittelohrentzündung:

  • Bettruhe: Damit eine Mittelohrentzündung heilt, muss das Immunsystem ordentlich arbeiten. Deshalb sollte der Körper nicht noch anderweitig belastet werden – Betroffene ruhen sich am besten aus, bis die Symptome abklingen.
  • Viel trinken: Viel Wasser zu trinken ist bei jedem Infekt wichtig, besonders aber dann, wenn Kinder betroffen sind und zusätzlich unter Fieber leiden. Denn dadurch kann das Kind stark schwitzen, wodurch der Körper viel Flüssigkeit verliert. Kindergarten- und Grundschulkinder sollten täglich zwischen 0,7 und einem Liter Wasser trinken. Bei einem akuten Infekt darf es gern die doppelte Menge sein.
  • Nasenspray: Eine Mittelohrentzündung resultiert häufig aus einer Erkältung – daher sind bei der Erkrankung in der Regel die Schleimhäute geschwollen. Dagegen können abschwellende Nasentropfen oder Nasensprays helfen. Die Mittel sollten allerdings nur kurzzeitig zum Einsatz kommen – viele können schnell abhängig machen.

Mittelohrentzündung bei Kindern: Diese Mittel helfen

Babys und kleine Kinder leiden häufig unter einer Mittelohrentzündung, aber nicht alle Hausmittel eignen sich bei ihnen zur Verwendung oder werden nicht angenommen. Beispielsweise empfinden viele kleine Kinder das Zwiebelsäckchen direkt am Ohr als unangenehm. Alternativ kann man das Zwiebelsäckchen dann beispielsweise nahe dem Kopf des Kindes auf das Kissen legen. Mögen die kleinen Patienten den Geruch der Zwiebel nicht, kann man diese auch mit Kamillenblüten austauschen.

Bei Wärmebehandlungen gegen eine Mittelohrentzündung gilt generell: Achte darauf, dass die Temperatur nicht zu hoch ist. Teste das zum Beispiel am eigenen Ohr und wickle Wärmflasche und Co. vorsichtshalber noch in ein weiteres Tuch ein, bevor du das Kind damit behandelst. Stimme die Behandlung außerdem immer eng mit dem Arzt ab – nur er kann entscheiden, ob neben den Hausmitteln auch Medikamente wie Antibiotika eingesetzt werden sollten.

Lesetipps: Du willst noch mehr über eine Mittelohrentzündung wissen? Hier verraten wir dir noch typische Mittelohrentzündungs-Symptome. Noch mehr über Ohrenschmerzen und Hausmittel gegen Ohrenschmerzen verraten wir hier.

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Quellen

S2k-Leitlinie "Ohrenschmerzen". Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (Stand: 2014)

Jänicke, C. & Grünwald, J.: Alternativ heilen, Gräfe und Unzer Verlag, 2006

Bachmann, S.; Längler, A.: Hausmittel in der modernen Medizin, Urban und Fischer, München, 2005

Hoek, T; Suda, D.: Sichere Hausmittel für mein Kind, 2. Auflage, Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, 2002


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