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So verschafft ihr euch selbst gute Laune

Gute Laune
© Eugenio Marongiu / Shutterstock
Total euphorisch oder völlig entspannt - das ist ganz einfach zu haben: Aktiviert eure körpereigenen Drogen und holt euch den inneren Kick. Jederzeit und überall.

Schlafentzug

Gutes Gefühl: Vielleicht haben Sie schon mal erlebt, wie aufputschend es sein kann, eine Nacht durchzutanzen. Oder lange wach zu bleiben, um einen spannenden Roman zu lesen. Der freiwillige Schlafentzug (nicht mit unfreiwilliger Schlaflosigkeit verwechseln) wird sogar in der klinischen Depressionsbehandlung eingesetzt.Wichtig: Sorgen Sie dafür, dass Sie das Wachbleiben positiv erleben, zum Beispiel, indem Sie es sich besonders gemütlich machen. In diesem Zustand wird der Muntermacher Noradrenalin freigesetzt. Stimuliert wird auch körpereigenes Valium - das Endovalium. Es wirkt entspannend und angstlösend. Und Serotonin hellt die Stimmung auf.

Gut für alle, deren Stimmung gerade im Keller ist oder die sich in ein Problem verbissen haben. Oft eröffnen sich nach solchen Wachzuständen neue Lösungen.

Atmen

Genial einfach: Setzen Sie sich aufrecht hin und atmen sie ein paar Mal tief ein und aus. Richtiges Atmen hält die Produktion unserer Botenstoffe im Lot bzw. bringt sie im Störfall wieder ins Gleichgewicht. Sie fühlen sich wacher, denn im Alltag atmen wir oft zu flach (vor allem bei Stress), und das erschöpft auf Dauer. Tipp: Wer noch mehr von dieser Methode profitieren möchte, sucht sich eine Atemtherapeutin.

Gut für alle, die den Tag über konzentriert arbeiten müssen. Atemübungen können Sie überall und jederzeit machen, selbst wenn Sie beruflich viel unterwegs sind.

Spontaneität

Lustprinzip: In aller Ruhe eine Tasse Tee trinken, noch mal schnell zum Shoppen gehen. Tun Sie, worauf Sie Lust haben, unabhängig davon, was die To-do-Liste für den Tag vorsieht oder was andere von Ihnen erwarten! Öfter mal die Routine durchbrechen. Gefühle wie Ärger oder Wut ruhig mal rauslassen. Denn wenn wir unsere Stimmungen ausleben, wird Adrenalin mobilisiert. Passen wir uns dagegen übertrieben an oder kontrollieren uns ständig, dämpfen wir die hormonellen Abläufe in unserem Körper.

Gut für alle, die den Alltag als trist empfinden und auf Trab kommen wollen. Spontaneität kann das komplizierte Wechselspiel hormoneller Abläufe wieder in Gang setzen.

Vorstellungskraft

Augen zu und los: Stellen Sie sich eine sanfte Landschaft vor, an die Sie sich gern erinnern, ein wogendes Kornfeld oder einen wunderbaren Sonnenuntergang. Das Bild, auf das Sie sich konzentrieren, setzt entsprechende Botenstoffe frei: die sanfte Landschaft zum Beispiel Endovalium, das harmonisierend und stimmungsausgleichend wirkt. Brauchen Sie was Aufputschendes, dann sollten Sie intensiv an ein Sommergewitter denken, das stimuliert die Adrenalinproduktion.

Gut für alle, die ein ausgeprägtes Vorstellungsvermögen haben. Und die zwischendurch mal Entspannung oder Anregung brauchen, denn die Methode funktioniert überall.

Biorhythmus

Kennen Sie Ihren Biorhythmus? Falls nicht, machen Sie doch mal mit Hilfe eines "Bio-Tagebuchs" eine Bestandsaufnahme: Notieren Sie ein paar Tage lang, zu welchen Zeiten Sie geschlafen, gearbeitet, sich entspannt, gegessen, Sport gemacht haben etc. - und wie es Ihnen jeweils ging. Nachdem Sie herausgefunden haben, was Ihnen gut tut und was nicht, versuchen Sie, Ihren Alltag möglichst im Einklang mit Ihrem Biorhythmus zu organisieren. So balancieren Sie Schwankungen der Botenstoffe aus (z. B. Serotonin, Melatonin und Cortisol).

Gut für alle, die ihren Körper und seine Bedürfnisse besser kennen lernen möchten.

Kreatives Brainstorming

Ungehindert loslegen: Allein zu Hause oder mit Kollegen im Job - drücken Sie ungefiltert aus, welche Gedanken und Ideen Ihnen gerade durch den Kopf gehen. Brainstormen Sie völlig frei oder zu einem bestimmten Thema - egal, auch Blödeln ist okay. Wenn Sie's allein machen: Schreiben Sie Ihre Ideen auf, sprechen Sie sie auf Band oder malen Sie. Das freie Fließen der Gedanken stimuliert den Aufputscher Noradrenalin, das Dopamin (motiviert positive Gefühle) und Acetylcholin; diese Substanz steuert alle unsere Bewegungsabläufe und ist wichtig für die Gedächtnisfunktionen (Alzheimer-Kranke haben ein Defizit an Acetylcholin).

Gut für alle, die geistig fit und flexibel bleiben wollen. Und die eine unaufwändige Methode für zwischendurch brauchen.

Reizüberflutung

Hauptsache heftig: Eine heiße Diskussion oder ein lebhafter Streit, ein mitreißendes Rockkonzert oder ein spannendes Fußballspiel - starke Reizzufuhr lässt Adrenalin- und Noradrenalinspiegel steigen. Diese Stresshormone sorgen seit Urzeiten dafür, dass wir blitzartig auf Bedrohungen reagieren können. Wir sind hoch konzentriert, voll bei der Sache und guter Laune.

Gut für alle, die Energie tanken möchten, ohne viel dafür zu tun.

Meditation

Glücksgefühl auf Abruf: Durch bewusstes Atmen, Betrachten von Gegenständen oder Musikhören schließen Sie alle störenden Umweltreize aus und gelangen so in einen Schwebezustand zwischen Bewusstsein und Schlaf. Mobilisiert wird dabei vor allem das Dopamin. Es steuert unseren emotionalen und motorischen Antrieb und fördert die Konzentration. Auch entspannende Endorphine bzw. "Glückshormone" werden aktiviert.

Gut für alle, die sich gehetzt fühlen oder unkonzentriert sind. Wichtig dabei: üben.

Autogenes Training

Denkspiel: Autosuggestive Formeln bzw. Sätze ("Mein rechter Arm wird schwer") helfen, sich besser zu konzentrieren und Stress oder Anspannung abzubauen. Das Gute-Laune-Hormon Serotonin wird ebenso stimuliert wie der körpereigene Beruhigungsstoff Endovalium, verschiedene Glückshormone (Endorphine) und Melatonin (prägt unseren Biorhythmus).

Gut für alle, die nicht richtig abschalten können.

Sex

Lustvoll: Sex kurbelt in jeder Form die Botenstoffproduktion mächtig an. Hautkontakt, Zärtlichkeiten, gegenseitiges Streicheln, Küssen erzeugen schon nach kurzer Zeit eine Oxytocin-Flut im Körper. Und die weckt umsorgende Gefühle und Beschützerinstinkte, wir werden freundlicher und großzügiger im Umgang mit anderen. Ein hoher Oxytocin-Spiegel schenkt uns rauschähnliche Lust, beim Orgasmus schnellt der Pegel des Botenstoffs auf Rekordhöhe. Aktiviert werden auch verschiedene Endorphine (Glückshormone) und Dopamin, das unsere Kreativität fördert.

Gut für alle.

Text: Kirsten Khaschei Fachliche Beratung: Karl-Heinz Rudat, Ortenburg-Neustift

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