Studie zu Masernfällen: Gefahr für Erwachsene

Allein in der ersten Jahreshälfte von 2018 sind in Europa 41.000 Menschen an Masern erkrankt. Überraschend: Erwachsene leiden unter derlei Kinderkrankheiten oft mehr als kleine Patienten!

Wenn man an Krankheiten bei Kindern denkt, fallen einem als erstes wohl Begriffe wie Masern, Mumps und Windpocken ein. Allerdings ist es ein Fehler, anzunehmen, dass diese Krankheiten wirklich nur Kinder haben: Laut dem Robert-Koch-Institut waren 2017 beispielsweise rund ein Drittel aller gemeldeten Keuchhusten- und Masernpatienten Erwachsene. 

41.000 Masernfälle in einem halben Jahr 

Da wundert es dann auch nicht mehr, dass die Weltgesundheitsorganisation WHO gerade in einem Bericht Alarm schlägt: Im ersten Halbjahr 2018 haben sich mehr als 41.000 Menschen in Europa mit den Masern infiziert – doppelt so viele wie im Jahr davor. 37 Menschen sind 2018 bereits an den Folgen der Krankheit gestorben. 

Masern lösen grippeähnliche Symptome aus, später kommt der typische Hautausschlag dazu. Das Immunsystem wird durch die Infektion massiv geschwächt, wodurch Erreger von Folgeerkrankungen leichtes Spiel haben. 

Die negative Entwicklung ist vor allem deshalb so besorgniserregend, weil man sich gegen die hochansteckenden Masern nicht impfen lassen kann. Allerdings gibt es zumindest für Deutschland auch eine kleine gute Nachricht: Hierzulande haben sich bisher 387 Menschen angesteckt, 2017 waren es zu dieser Zeit bereits rund 800. 

Erwachsene leiden stärker 

Was den Experten aber auch Gedanken macht: Kinder können die meisten dieser Krankheiten recht gut wegstecken und erinnern sich oft später auch gar nicht oder kaum mehr daran. Bei Erwachsenen dagegen nehmen Masern, Mumps und Co. häufig einen deutlich schwereren Verlauf. Zwar wird unser Immunsystem mit den Krankheitserregern fertig – aber wir fühlen uns deutlich schlechter und kränker dabei als kleine Patienten. 

Warum das so ist, gibt der Wissenschaft leider noch Rätsel auf. Experten vermuten jedoch, dass das Immunsystem eines Erwachsenen einfach viel heftiger auf die Krankheit reagiert, gerade weil es stärker als das eines Kindes ist. 

Vorsicht, Komplikationen! 

Ärzte warnen davor, eine Infektion auf die leichte Schulter zu nehmen. Manche der Kinderkrankheiten ziehen Komplikationen nach sich: Mumps befällt nach der Pubertät beispielsweise die Hoden und kann zu Unfruchtbarkeit führen. 

Der beste Schutz 

Damit es gar nicht erst soweit kommt, sollten auch Erwachsene ihren Impfstatus kontrollieren. Denn die Impfung ist tatsächlich der einzige richtige Schutz vor Kinderkrankheiten. Gegen diese Infektionskrankheiten sollten Kinder und Erwachsene gleichermaßen geimpft sein: 

  • Diphterie 
  • Masern-Mumps-Röteln als Dreierimpfung 
  • Windpocken 
  • Polio (Kinderlähmung)

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