Warum unser Gehirn Kaffee liebt

Kaffee kann unser Leben verlängern, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken – und verbessert unsere kognitiven Fähigkeiten. Warum unser Gehirn von Kaffee profitiert, haben Forscher jetzt herausgefunden.

Es gibt viele Studien, die die positiven Effekte von Kaffee auf unsere Gesundheit belegen. Ein bis fünf Tassen des Muntermachers am Tag können unser Leben verlängern und schützen uns vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkten oder Schlaganfällen. Aber auch unser Gehirn profitiert vom Kaffeekonsum: Untersuchungen zeigen, dass Kaffee kognitiven Beeinträchtigungen vorbeugen und gleichzeitig unsere Denkfähigkeit stärken kann.

Warum schützt Kaffee unser Gehirn?

"Laut vorhandener Daten scheint es einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Kaffee und einem dadurch verminderten Risiko für Alzheimer und Parkinson zu geben", so Dr. Donald Weaver, Co-Direktor des Krembil Research Institute in Toronto, Kanada. Bisher tappten Forscher allerdings im Dunkeln darüber, woher diese positiven Effekte des Kaffees kommen. Genau das haben Dr. Weaver und seine Kollegen nun untersucht. Überraschend: Laut ihrer neuen Studie liegt der Schlüssel für das Rätsel nicht im Coffein, sondern in der Art und Weise, wie die Kaffeebohnen geröstet werden.

Die Wissenschaftler verglichen für ihren Test drei Kaffeearten:

  • Stark geröstet
  • Leicht geröstet
  • Entkoffeiniert mit starker Röstung

"Der stark geröstete und der entkoffeinierte stark geröstete Kaffee zeigten dasselbe gesundheitsfördernde Potenzial in unseren ersten Tests. Damit war klar, dass der Schutzeffekt nicht vom Coffein kommen konnte" erklärt Studien-Co-Autor Dr. Ross Mancini. Schließlich konzentrierten er und seine Kollegen sich auf eine im Kaffee enthaltene Komponenten-Gruppe aus sogenannten Phenylindanen, die während des Röstens der Bohnen entstehen und dem Kaffee seinen bitteren Geschmack geben. Sie hemmen laut der Untersuchung den vermehrten Aufbau der Proteine Beta-Amyloid und Tau im Gehirn, die an der Entstehung von Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson beteiligt sind.

Längere Röstung fördert den Schutz

Je länger die Kaffeebohnen geröstet werden, desto mehr Phenylindane werden produziert. Für das Gehirn bedeutet das: Stark gerösteter Kaffee, egal ob mit Coffein oder ohne, bietet im Vergleich mit leichter Röstung den größten Schutz vor kognitiver Degeneration. Was für die Forscher außerdem interessant war: Die Komponenten entstehen ganz natürlich und müssen nicht erst umständlich im Labor hergestellt werden, was die Produktion vereinfacht. "Mutter Natur ist ein viel besserer Chemiker als wir und sie ist in der Lage, diese schützenden Komponenten selbst zu erschaffen", so Dr. Mancini.

Kaffee als Heilmittel für alles?

Als nächstes wollen die Wissenschaftler untersuchen, ob sich Phenylindane auch zur Behandlung von bereits vorhandenen Gedächtnisstörungen eignen. Noch könne man Kaffee nicht als neues Allheilmittel deklarieren, auch wenn die bisherigen Ergebnisse vielversprechend sind. Bis es soweit ist, können wir sowieso einfach weiter bis zu fünf Tassen Kaffee am Tag trinken und von vielen anderen Gesundheitseffekten profitieren! 

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