Asiatische Entspannungs-Techniken

Sie möchten sich ausgeglichener und ruhiger fühlen? Wir zeigen die besten Wege zu innerer Gelassenheit - mit sanfter Fitness und asiatischen Entspannungstechniken.

"Hast Du schon gegessen?"So lautet die bis heute übliche Begrüßungsformel in China. Besucher empfängt man mit dem Satz: "Macht erst mal eine Rast." Und bittet sie beim Abschied: "Geht langsam." Asiaten gönnen Körper und Geist genügend Ruhe - und dieser Lebenswandel scheint uns Europäer so zu faszinieren, dass immer mehr Menschen ein Stück in diese Welt eintauchen möchten. Trendforscher zählen Asien nach wie vor zu den größten Lifestyle-Bewegungen, neben Natur und Wellness. In Fitnesscentern und Spas werden jede Menge fernöstliche Sportarten und Treatments angeboten, angesagte Restaurants und Hotels setzen bei der Einrichtung auf asiatische Akzente, Modedesigner und Kosmetikhersteller lassen sich von dem Trend inspirieren, selbst die Deutsche Bahn hat auf Pendlerstrecken Yoga zur Entspannung angeboten. Ob mit sanfter Fitness, fernöstlicher Entspannung oder passenden Pflegeritualen: Wir zeigen Ihnen die besten Wege zu innerer Gelassenheit.

Yoga-Profi: Nach einer Yoga-Übung ist nichts mehr wie früher

Die neue Entspannung

Mantra-Singen - für innere Kraft Neben Yoga-Übungen und Meditation wird in einigen Fitnesscentern neuerdings auch Mantra-Singen angeboten (z.B. Kaifu-Lodge, Hamburg, Tel. 040/40 12 81). Dabei setzt man sich im Schneidersitz in einen Kreis und singt zusammen mit der Gruppe immer wiederkehrende Sätze aus dem Sanskrit, der altindischen Sprache. Häufig wird der Gesang von einem Musikinstrument begleitet, zum Beispiel einem Harmonium (Orgelinstrument) oder einer Trommel. Ziel der ständigen Wiederholung ist, dass der Geist zur Ruhe kommt und auf eine andere Bewusstseinsebene gelangt. Zudem kann man so genannte Mudras, spezielle Fingerhaltungen aus dem Kundalini-Yoga, ausführen - sie regen den Energiefluss an und stärken den Körper. In Thailand gibt es seit kurzem sogar spezielle Mantras als Handy-Klingelton, die auch im Alltag an die Leitsätze erinnern sollen.

Do-in - für mehr Power Die Grundzüge der asiatischen Selbstmassage stammen aus der Traditionellen Chinesischen Medizin, gelangten jedoch bereits im 4. Jahrhundert nach Japan und wurden dort weiterentwickelt. Durch Massagetechniken wie Drücken, Klopfen oder Streichen werden die Meridiane, die Energiebahnen des Körpers, stimuliert. Dabei sollen der Stoffwechsel aktiviert, die Abwehrkräfte gestärkt, das Wohlbefinden gesteigert, der Körper vorm Altern bewahrt und sogar chronische Krankheiten gelindert werden.

Entschleunigung im Kloster Besser mit dem Alltagsdruck umgehen und zu innerer Ruhe finden - das lernt man in den "Work-Life-Balance"-Seminaren von Susanne Preiss, die hauptsächlich auf Qi-Gong basieren: Die über 3000 Jahre alte Heilgymnastik stammt aus der Traditionellen Chinesischen Medizin und beinhaltet neben speziellen Bewegungsabläufen bestimmte Atemübungen - gemeinsam sollen sie Stress abbauen, die Kräfte regenerieren und Krankheiten vorbeugen. Die Kurse der ehemaligen Werbemanagerin finden an unterschiedlichen Orten statt, zum Beispiel in einem Benediktinerkloster bei Nürnberg oder einer Finca auf Mallorca. Kosten: ab ca. 390 Euro/Wochenende, auch Personal Training ist möglich. Mehr Infos: www.shenzai.com.

Ayurveda - das "Wissen vom Leben" Wer sich in Indien als Ayurveda-Arzt bezeichnen möchte, muss zuvor einen eigenständigen, elf Semester langen Studiengang absolviert haben - bei der weltweit ältesten Gesundheitslehre geht es nämlich um mehr als nur reines Verwöhnen: Sie basiert auf der Vorstellung, dass alle Menschen eine Mischung der fünf Elemente sind - Erde, Feuer, Wasser, Luft und Raum. Diese wirken im Körper in Form von verschiedenen Energien, den so genannten Doshas Pita, Vata und Kapha. So wird jeder Mensch mit einer individuellen Dosha-Mischung geboren, und nur wer es schafft, dieses Verhältnis zu erhalten, bleibt gesund. Besonders wichtig dafür sind eine gute Ernährung und Verdauung, so genannte Pancha-Karma-Kuren sollen den Körper von innen reinigen und das Gleichgewicht wieder herstellen. Neben bekannten Wellness-Anwendungen, vom Stirnguss bis zur vierhändigen Ölmassage, gehören dazu allerdings auch für uns relativ unangenehme Dinge, wie zum Beispiel das Trinken geklärter Butter (Ghee) - dafür berichten immer mehr Begeisterte, dass chronische Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Magenprobleme anschließend wie weggeblasen sind. Mittlerweile muss man für die Behandlung nicht mal mehr nach Indien reisen, auch in Deutschland werden authentische Formen der Kur angeboten, die allerdings nicht billig sind. Erbrechen und Aderlass werden im Gegensatz zur Original-Behandlung allerdings bei uns weglassen.

Do-in-Übungen

Bei Nackenschmerzen: Den Kopf gerade halten. Mit Daumen und Fingerspitzen der linken Hand die Haut zwischen den Wirbeln Stück für Stück vom Nacken bis zum Hinterkopf anheben. Danach die Hand wechseln.

Gegen Druckgefühle im Brustkorb: Die Fingerknöchel aneinander legen und mit den Fingerkuppen sanft über das Brustbein streichen.

Für neue Energie: Hände flach auf die Taille legen, Finger geschlossen lassen. Dann über die Lenden bis zum Bauch nach vorn fahren und die Arme wie beim Schwimmen kraftvoll nach vorn strecken. Der Rücken bleibt gerade.

Produktion: Birgit Potzkai Fotos: Ray Parker Text: Melanie Grimsehl BRIGITTE Heft

Wer hier schreibt:

Melanie Grimsehl
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