Baden in Büffelmilch

Klingt merkwürdig? Sollten Sie aber mal probieren. Denn der große Wellness-Trend heißt Afrika - und dafür muss man nicht ins Flugzeug steigen.

Erinnern Sie sich noch an die Szene aus "Jenseits von Afrika", in der Robert Redford Meryl Streep unter einem schattenspendenden Baum die Haare wäscht? Wäre der Film aktuell, hätte er ihr noch ein bisschen Marulaöl an den Hals geschmiert. Das macht nämlich samtweiche Haut. Afrikanischen Einfluss gibt es im Wohnen und in der Mode schon lange - und jetzt auch im Spa-Bereich.

Nachdem asiatische Wellness-Behandlungen schon längst zu den Klassikern gehören, ist inzwischen neue Exotik gefragt. Zahlreiche Hoteliers sind inzwischen dabei, ihre asiatischen Abteilungen um einen Afrika-Trakt zu erweitern.

Es gibt eine neue Sehnsucht nach Ursprünglichkeit, Wildheit und Naturverbundenheit. Gestillt wird diese Sehnsucht durch jede Menge Exotik. Zutaten wie Büffelmilch und ölige Elefantenbaumfrüchte, hölzerne Rasseln und Tonschalen sind nur einige davon.

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Ein Grundgedanke der Afrika-Wellness: Neben der Entspannung soll der Mensch in erster Linie wieder "geerdet" werden. Auch die Aromen sind erdig - und teilweise gewöhnungsbedürftig.

Öle und Balsame riechen nach Steppe und Gras, die Badearomen erinnern an trockene Erde, und Packungen und Peelings hinterlassen ihre kraftvollen Spuren auf dem Körper. Und ein bisschen Schamanenmystik zum Böse-Gedanken- und Geister-Vertreiben fehlt natürlich auch nicht.

Einige afrikanische Schönheitsgeheimnisse sind bei uns schon länger bekannt, etwa die sämige Sheabutter, die reichhaltigen Kokosmilchprodukte oder das kühlende Aloe-Gel. Jetzt kommen ganz neue Inhaltsstoffe und Anwendungen dazu.

Büffelmilch

Diese hat ungefähr den doppelten Fettgehalt unserer normalen Kuhmilch und enthält zusätzlich jede Menge Mineralstoffe und Vitamin A, das erwiesenermaßen der Hautalterung vorbeugt. Zu Beginn einer Behandlung steht in der Regel ein reinigendes und kreislaufstimulierendes Büffelmilchfußbad, bei dem die Füße mit der Paste eingecremt, massiert und gebadet werden. Alternativ kann man auch den ganzen Body in dem weiß-cremigen Vollbad entspannen.

Rooibos

Oft wird unter die Büffelmilch noch Rooibos gemixt. Die Extrakte aus dem roten Busch sind bekannt für ihre Wirksamkeit gegen freie Radikale und helfen so, Falten vorzubeugen, die Widerstandskraft der Haut zu erhöhen und auch kleinere Wunden schneller heilen zu lassen.

Schwarze Diamanten

Diese Edelsteine gelten quasi als "Urprodukt" aus Afrika. Für die Behandlung werden sie ganz fein gemahlen und mit verschiedenen Ölen zu einem edlen Körperpeeling verarbeitet (für das Gesicht ist der Abrieb zu stark), das reinigt und pflegt. Das Produkt wird oft mit glatten, afrikanischen Holzsteinen einmassiert, was die peelende Wirkung noch verstärkt.

Die durch verschiedene Mineralien rot gefärbte Erde, die man vor allem in Westafrika findet, ist intensiv reinigend und stark entgiftend. Als Körperpackung aufgetragen, lockert sie vor allem die Muskeln und bereitet diese so ideal für eine anschließende Massage vor.

Vorsicht ist allerdings geboten: Die Packungen sind stark wärmend und "glühen" oft noch ein bis zwei Stunden nach.

Marulaöl

Gepresst wird das wertvolle Naturöl aus den Kernen der saftig-gelben Früchte des Marulabaumes, der - weil die Früchte zu den Lieblingsspeisen von Elefanten gehören - auch Elefantenbaum genannt wird.

Um ihn ranken sich viele afrikanische Mythen: Unter anderem schreibt man seinem starken Duft aphrodisierende Wirkung zu, weshalb unter seinem ausladenden Blätterdach vor allem Hochzeiten und Fruchtbarkeitsriten gefeiert werden. Das Öl, das entweder als reines Massageöl verwendet oder zusammen mit Büffelmilch und Rooibos-Tee zu einem pflegenden Balsam verarbeitet wird, hinterlässt eine samtweiche Haut.

Kraftvolle Massagen

Hier wird in der Regel richtig Hand angelegt, so dass man anschließend das Gefühl hat, der Körper wurde "bearbeitet" (Muskelkater nicht ausgeschlossen). Die Entspannung kommt danach, wenn der Körper zum Abschluss mit Rasseln aus getrockneten Feigen rhythmisch abgeklopft wird. Geschüttelte Halbschalen aus afrikanischen Hölzern sorgen dann noch für dumpf-mystische Klänge, die die Seele von allem Bösen befreien sollen.

Hier kann man African Wellness erleben

Parkhotel Bad Bayersoien Das im Voralpenland idyllisch am Soiersee gelegene Haus kombiniert klassische Kur- und Wellness-Angebote mit einem großen afrikanischen Spa- und Loungebereich. Wer sich nach den Behandlungen weiter entspannen möchte, kann in die neue Saunalandschaft Amani (Suaheli für "Frieden und Einklang") abtauchen, bei Rooibos-Aufgüssen schwitzen oder in der Feuersauna von Sonnenuntergängen in der Savanne träumen. www.parkhotel-bayersoien.de

Artist Riverside Hotel & Spa, Berlin Neben diversen exotischen Massage- Zeremonien wie Pantai Luar, Bali Boreh, Rasul oder Ayurveda gibt es hier neuerdings auch African Wellness. Das Schöne: Die Treatments stehen nicht nur Hotelgästen offen, sondern auch Tagesbesuchern. www.tolles-hotel.de. Beide Hotels auch buchbar über Beauty24.de

Text: Verena Stirn Foto: Getty Images
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