Glück, Wut, Liebeskummer: Die richtigen Yoga-Übungen für deinen Gemütszustand

Es gibt Gefühle, da hilft kein Nachdenken. Die muss man ausleben oder beruhigen - am besten durch Bewegung. Übungen für die Seele.

Rastlosigkeit

Zeigt sich durch: Motorische Unruhe, Zerstreutheit, Unternehmungsdrang

Das Ziel: Bündeln der körperlichen und geistigen Energie

Das tut gut: Der Tempelsitz: Gewicht auf das linke Bein verlagern, rechtes Bein langsam vom Boden lösen, mit dem linken Bein in die Kniebeuge kommen und das rechte Bein so mit dem Standbein kreuzen, dass der Fußknöchel auf dem Oberschenkel liegt (je weiter in Richtung Hüfte, desto besser). Der Oberkörper bleibt gerade und aufrecht. Nun die Handinnenseiten vor der Brust aneinander drücken und auf die eigene Mitte konzentrieren. Profis schließen die Augen, Ungeübte lenken den Blick in die Ferne. 20 Sekunden halten, langsam auflösen und die Seite wechseln.

Der Effekt: Körperwahrnehmung, Stabilität und Gleichgewicht verbessern sich. Der Atem wird langsamer und tiefer. Dadurch sinkt die Erregung des Nervensystems auf ein optimales Niveau. Man kann sich wieder konzentrieren und die Gedanken kommen

Glück

Zeigt sich durch: Kribbeln im Bauch, das Gefühl, vor Energie zu platzen, den Wunsch, laut loszujubeln

Das Ziel: Gefühle zeigen, Energie loslassen

Das tut gut: Die Welt Umarmen: Arme zum Himmel strecken und im Kreis drehen, immer schneller (nicht übertreiben: Schwindelgefahr!). Dabei lachen, singen, schreien - wonach auch immer Ihnen zumute ist.

Der Effekt: Die zum Himmel geöffneten Arme unterstützen die "innere" Öffnung, so dass die Glücksgefühle frei fließen können. Durch die Drehung um die Längsachse kommt es zu einer Stimulierung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr, was - je nach Stärke der Drehung - Bauchkribbeln auslöst, das man aus der Kindheit kennt.

Sehnsucht

Zeigt sich durch: Gedankenverlorenes Träumen, Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, Ziehen in der Brust, Seufzen

Das Ziel: Dem Ersehnten näher kommen, nicht mehr abgelenkt sein

Das tut gut: Dehnung in der Standwaage: Auf dem rechten Bein stehen, das linke Bein langsam vom Boden lösen und die linke Hand zum linken Fußspann führen, die Ferse zieht zum Gesäß. Der rechte Arm zieht lang nach oben hinaus und wird gestreckt. Aus dieser Position wird das Gewicht langsam nach vorne verlagert, der gestreckte Arm führt die Bewegung, bis der Oberkörper möglichst waagerecht zum Boden ist. Langsam lösen und Seite wechseln.

Der Effekt: Der ganze Körper wird gedehnt und gestreckt. Das innere Sehnen wird in Bewegung übersetzt, man nimmt Kontakt mit den eigenen Gefühlen und Wünschen auf. Dann wird die Dehnung aufgelöst. Die körperliche Entspannung relaxt auch geistig und emotional. Man kann sich wieder auf das Hier und Jetzt besinnen.

Wut

Zeigt sich durch: Knoten im Bauch, Anspannung, man schäumt über vor negativer Energie

Das Ziel: Die negativen Gefühle loswerden, Kontrolle gewinnen

Das tut gut: Driblings: Auf der Stelle laufen, ganz kleine "Tippelschritte" machen, leicht in die Hocke gehen und dabei so schnell wie möglich mit den Füßen auf den Boden stampfen. Hände zu Fäusten ballen und von unten nach oben in kleinen Bewegungen boxen. So lange wie möglich durchhalten und so oft wiederholen, bis alles raus ist!

Der Effekt: Zuerst steigen der Puls und die Atemfrequenz. Durch die schnellen, harten Boxbewegungen werden aggressive Gefühle zum Höhepunkt gebracht und ausgelebt. Die anschließend eintretende körperliche Ermüdung führt auch zur psychischen Entspannung. Die starke negative Erregung des Organismus ist abgebaut, auf ein gesundes Maß gebracht.

Nervosität

Zeigt sich durch: Geistige Unruhe, Konzentrationsprobleme, negative Stressgefühle

Das Ziel: Zur Ruhe kommen, die Mitte finden, Konzentration fokussieren

Das tut gut: Im Stand strecken: Aufrecht hinstellen, Beine anspannen, auf die Zehenspitzen gehen, Arme gestreckt über den Kopf führen und sich selbst nach oben ziehen. Alle Muskeln anspannen, ruhig stehen und, wer kann, die Augen schließen oder den Blick in die Weite richten. So lange wie möglich halten.

Der Effekt: Diese Übung fordert und fördert das (innere) Gleichgewicht und die Stabilität. Der Atem wird ruhiger und tiefer. Es kommt zu einem besseren "Gewahrwerden " des eigenen Körpers, was auf psychischer Ebene die nervösen Gemütszustände dämpft.

Kraftlosigkeit

Zeigt sich durch: Schlappheit, man ist antriebslos, ausgepowert, matt in Kopf und Körper

Das Ziel: Energien aktivieren und zum Fließen bringen

Das tut gut: Brustbein dehnen: In den Vierfüßlerstand gehen, Handgelenke sind unter den Schultern. Mit dem Ausatmen schiebt das Brustbein nach vorne, und der Bauchnabel zieht nach innen. Dann den Po nach unten absenken. Der Oberkörper bleibt gerade, die Lendenwirbelsäule flach. Spannung und Kraft im ganzen Körper spüren und genießen! Wieder lösen, zurück in die Ausgangsposition. Variation: In der Endposition Knie vom Boden lösen. 5 Wiederholungen.

Der Effekt: Die großen Muskelgruppen werden aktiviert, insbesondere die des Bauches, des Schultergürtels und der Oberarme. Dadurch wird der Atem schneller, um den Körper und das Gehirn mit frischem Sauerstoff zu versorgen. Die langsame Bewegungsführung bewirkt, dass - bei ausreichend großer Anstrengung - überraschende Kräfte entwickelt werden.

Liebeskummer

Zeigt sich durch: Die ganze Palette der klassischen Symptome

Das Ziel: Die Seele streicheln, Geborgenheit finden

Das tut gut: Schokolade essen oder

Das Kleine Paket: Auf den Rücken legen, Knie anziehen und mit den Armen umschlingen. Leicht auf dem Rücken abrollend hin- und herwippen. Wer mag: Augen dabei schließen.

Der Effekt: Eine Umarmung tut immer gut, in dieser pränatalen Stellung sowieso. Sie bringt garantiert das Gefühl von Geborgenheit zurück. Man findet Trost in sich selbst.

Fotos: Blasius Erlinger Produktion: Bärbel Recktenwald Beratung: Katja Wittmann, Sportwissenschaftlerin und Bewegungstherapeutin an der DSHS
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