Pro Yoga: "Mein Erste-Hilfe-Paket für alle Lebenslagen"

Yoga erste Hilfe

Das Yoga-Pro: BRIGITTE.de-Redakteurin Monika Herbst findet Yoga großartig. Sie kann nicht mehr ohne - egal ob das Kind trotzt, der Zahnarzt mit der Spritze anrückt oder sie einen Stopp-Schalter für ihre Gedanken braucht. Geht es Ihnen auch so?

Im Yoga-Duell treten die beiden Redakteurinnen Monika Herbst (Pro) und Angelika Unger (Contra) gegeneinander an. Auf welcher Seite stehen Sie? Lesen Sie hier die Pro-Position.

"Es soll ja berufstätige Mütter geben, die ohne Yoga durchs Leben kommen. Wie sie das schaffen, ist mir ein Rätsel. Schließlich ist Yoga das perfekte Erste-Hilfe-Paket für alle . Die Übungen sind ästhetisch, sie straffen den Körper, fordern ohne zu überfordern, lassen Rückenschmerzen verschwinden und sind ideal zum Runterfahren und Entspannen. Zugegeben, am Anfang hatte ich mit Yoga so meine Probleme: Zum Einstieg versuchte ich es mit Hatha-Yoga. Das gefühlt ewige Halten der Positionen war mir zu langweilig. Zudem war es nicht besonders schlau, sich als Yoga-Anfängerin in einen Fortgeschrittenen-Kurs zu schmuggeln: Kopfstand-Versuche mit einer Halswirbelsäule, die bis dahin nur "Vor-dem-Rechner-Sitzen" trainiert hatte, enden schmerzhaft, so viel weiß ich inzwischen.

Meine Begeisterung für Yoga begann in der Schwangerschaft, ausgerechnet mit Kundalini-Yoga. Eigentlich wollte ich mich gleich wieder abmelden, als mir die Kursleiterin erklärte, dass beim Kundalini-Yoga Mantren gesungen werden – kurze Wortfolgen auf Alt-Indisch, die den Geist auf positive Weise beschäftigen sollen. Ich wollte etwas gegen meine Rückenbeschwerden tun, auf einen Selbstfindungstrip war ich nicht aus.

Die Kursleiterin überredete mich, zumindest eine Stunde bei ihr mitzumachen. Keine Ahnung, ob es an den Schwangerschafts-Hormonen lag, jedenfalls machte mich dieser Kurs zu einem begeisterten Mantren-Fan. Vielleicht war ich auch einfach nur dankbar, dass ich dank Yoga von meinem bisherigen Schwangerschafts-Fitness-Kurs Aqua-Gymnastik verschont blieb. Statt kaltem Wasser, Schwimmbad-Lärm und Chlorgeruch gab es Kerzenlicht und kuschlige Decken. Herrlich. Nach dem Kurs war ich zudem überzeugt, dass mir bei der Geburt selbst die schlimmsten Wehen nichts anhaben könnten, weil ich sie einfach locker wegatme.

Meinung: Pro Yoga: "Mein Erste-Hilfe-Paket für alle Lebenslagen"

Seit diesem Kurs gehört Yoga zu meinem Leben: Mantren singen ist die ideale Erste-Hilfe bei kleinkindlichen Trotzanfällen (okay, eher für den Einsatz zu Hause als für den Supermarkt geeignet), die Übungsabfolgen sind der wirkungsvollste Stopp-Schalter für abendliche Gedankenkarussells, und Power-Yoga sorgt für einen spürbaren Trainingseffekt. Womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte: Yoga ist besser als jeder Selbstverteidigungskurs, wenn es darum geht, den Mut und das Selbstbewusstsein von Kindern zu stärken (Mein Tipp: Die DVD "Shanti the Yogi" von Snatam Kaur, weckt Abenteuerlust und vertreibt garantiert Angst vor Schlangen). Ach ja, ob das mit dem Wehen-Wegatmen funktioniert, konnte ich nicht herausfinden. Ich hatte einen Kaiserschnitt. Aber wenn der Zahnarzt mit der Spritze anrückt, hilft das tiefe Atmen definitiv."

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Kommentare (9)

Kommentare (9)

  • Anonymer User
    Anonymer User
    Yoga ist mehr als ein Trainingssystem. Es ist eine Lebenseinstellung. Ein respektvoller Umgang mit sich und anderen ist eines von vielen Lerneffekten, wenn man sich auf die Matte traut. Ich persönlich finde es ganz toll, wenn Menschen zufällig zum Yoga finden und ihre Neugierde dann zur "Sucht" ausartet. Frau Herbst beschreibt sehr schön diesen Prozess - sie fungiert dabei auch als Vorbild für ihr Kind, das sicherlich die ein oder andere Übung nachahmen wird. Und ja: es funktioniert tatsächlich den Wehenschmerz unter der Geburt zu verringern, wenn man Pranayama (Atemübungen) gezielt einsetzt! In diesem Sinne: keep on Yoga! ;-)
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Schade, dass manche Userin – die ja allesamt ach so schlaue Yoginis zu sein scheinen – hier den guten Ton vergisst. Und vor allem mal darüber nachdenkt, dass jeder sein eigenes Yoga auf der Matte entdeckt. Denn das gehört auch dazu: Den anderen so sein zu lassen wie er ist. Und wenn er oder sie dem Yoga nichts abgewinnen kann oder die Vorzüge eben ganz alltagstauglich nutzt, sollte man auch das akzeptieren. Ommm...
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Yoga als ganzes ist ein jahrtausende altes Philosophiesystem, das den "ganzen Menschen" umfasst. Es gehören Körperübungen, also Asanas, Atemübungen, verschiedene Formen der Meditation, vedische Schriften usw. dazu. Was üblicherweise als Yoga gehandelt wird, sind verschiedene Ausprägungen der Körperübungen, manchmal mit Mantren oder Atemübungen "ergänzt". Die Körperübungen sind teilweise sehr modern abgewandelt. Das finde ich ok, denn jede Zeit hat ihre eigenen Anforderungen und benötigt angepasste Übungen. Sie sind aber nur ein kleiner Teil des ganzen Systems. Trotzdem, wer "Yoga" macht und damit sein Leben besser bewältigt, nur zu. Wer damit nicht klar kommt, die hat womöglich noch nicht ihre passende Form gefunden oder es ist wirklich nichts für sie und sie lässt es einfach besser. Ich lasse z.B. Aerobic bleiben.
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Ich liebe Yoga auch. Es erleichtert mir meinen Alltag - auch ohne, dass ich mich mit der Philosophie auseinandergesetzt habe. Seit doch nicht so verbissen!
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Liebs Brigitte-Team,



    wie gesagt, es handelt sich bei Yoga nicht um ein Sportprogramm und schon gar nicht um irgendeine Modesportart, sondern um eine jahrtausendealte Philosophie, die aus Indien stammt. Ich sage ja auch nicht, dass die Philosophie von Kant ein gutes Training für Kopf und Verstand ist. Es gibt verschiedene Wege im Yoga, wie beispielsweise Raja Yoga oder Jnana Yoga. Diese Wege sprechen verschiedene Arten von Menschen an, da die Menschen nun einmal nicht alle gleich strukturiert sind. Ich kritisiere nicht, dass die beiden Autorinnen sich auf ihre Weise dem Yoga nähern oder ihn ablehnen, ich erwarte aber ein bisschen mehr Tiefgang, ein wenig Auseinandersetzung mit dem Thema, wenn ich mich schon zu Wort melde.

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