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Power- statt Problemzone "Wenn man Hüfte hat, sollte man damit gut wackeln!"

Guido Maria Kretschmer
© Matthias Nareyek / Getty Images
Wir haben mit Guido Maria Kretschmer über vermeintliche Problemzonen gesprochen – die er mit den richtigen Styling-Tipps mal eben in Powerzonen verwandelt. Diesmal geht es um: breite Hüften.

Wenn wir vor dem Spiegel stehen wandert nahezu magisch ein kleines Wort auf zwei Buchstaben über unser Ohr in unseren Kopf. Plötzlich fühlen wir uns viel zu breit. Zu klein. Zu dick. Zu flach. Zu dellig. Zu rund. "Zu" ist eine fiese Vokabel, die sich zu gern in unserem Denken einnistet und sogar unsere Wahrnehmung auf uns selbst trüben kann, bis es sich letztendlich wirklich viel zu sehr einmischt und munter auf unserem Selbstbewusstsein herumtrampelt.

Wir benutzen das Wort oft, um unsere Problemzonen zu beschreiben. Selbst wenn wir uns mit ihnen anfreunden, bleibt es in uns, wie eine kleine Beleidigung, mit der wir uns selbst stetig trietzen. Dabei wäre schon viel getan, wenn wir die zwei Buchstaben in diesem Kontext aus unserem Wortschatz streichen würden. Was wäre zum Beispiel, wenn wir unsere Hüften ab morgen nicht mehr als zu breit bezeichnen würden? Sondern sie einfach so beschreiben, wie sie sind, und wenn sie breit sind, dann eben breit, aber deswegen noch lange nicht zu breit.

Guido Maria Kretschmer ist ein Meister darin, unsere vermeintlichen Problemzonen in Powerzonen zu verwandeln. Das merken wir sofort, als wir ihn in unserem Interview auf verschiedene Körperformen ansprechen. Diesmal geht es um die Hüfte, zu der so manche Frau eine kleine Hassliebe hegt. Seine erste Antwort hat nicht einmal etwas mit Mode, sondern mit Akzeptanz – und sogar Wertschätzung für unseren Körper – zu tun: "Breite Hüften machen bei Frauen eben auch Sinn, weil die Natur das so wollte. Wenn sie ein Kind kriegen, muss das ja auch irgendwo Platz haben, da hat sich die Anatomie schon was bei gedacht!", beginnt Guido das Gespräch gewohnt positiv.

In puncto Styling hat der Designer dann gleich ein paar, genau genommen sogar vier, alltagstaugliche Tipps parat. Der erste heißt vor allem: Bitte nichts verstecken! Schon gar nicht eine breite Hüfte: "Man sollte gucken, dass man sie nicht verschämt einsetzt und mit langen Pullovern versteckt", sagt Guido und rät stattdessen zu schönen Teilen, die die Körpermitte bewusst in Szene setzen: "Es gibt so schöne Hosen mit Elastan, schöne schmale Röcke, die mit Taille arbeiten."

Sein zweiter Tipp: Ruhig auf Accessoires setzen. "Wenn man dazu noch Busen hat, kann man auch schön mit Gürteln arbeiten, man kann Highlights setzen mit großem Schmuck, man kann alles machen", motiviert er, ruhig etwas auszuprobieren. Statement-Schmuck kann wunderbar die Blicke auf sich ziehen, wenn man selbst noch nicht so weit ist, seine Hüfte in den Vordergrund zu stellen. 

Ein weiterer Trick – die Figur in die Länge ziehen. Das funktioniert am besten mit ein wenig Absatz: Schöne Schuhe seien besonders wichtig, denn "die verändern den Gang", weiß Guido. Zu guter letzt hat er aber eine ganz elementare Botschaft, die er Menschen mit breiten Hüften auf den Weg geben möchte: "Mädchen, die kräftige Hüften haben, sollten lernen, mit der Hüfte zu leben und sie als Plus sehen!" Und wer lernt, sich in seinem Körper wohlzufühlen, geht gleich viel beschwingter durchs Leben. Wer sich damit noch schwer tut, dreht den Spieß einfach um – und beginnt bei der Bewegung: "Wenn man Hüfte hat, sollte man damit gut wackeln", sagt Guido und wir finden, das klingt doch nach einem guten Anfang.

mjd Guido

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